1. Platz beim Genussduell Rheinland-Pfalz – und warum es sich mit Pfälzer Wein im Blut garantiert besser kocht!

Genussduell

Dass ich die Pfalz liebe, das habt ihr bestimmt schon bemerkt. Da konnte ich selbstverständlich nicht widerstehen, als zum Pfälzer Genussduell aufgerufen wurde! Okay, mein Mann hatte den Hobbykochwettbewerb, der vergangenes Jahr das erste Mal stattfand, entdeckt und war der Meinung: Eva, da fällt dir doch sicher was Leckeres ein?!

Vergangenes Jahr hatte ich leider kein Glück, aber dafür dieses Jahr!

Gefragt waren entweder ein Hauptgericht mit Maronen oder ein Dessert mit Wein. Der jeweilige Gang sollte in 45 Minuten für vier Personen zubereitet werden.

Nach längeren Überlegungen ist die Wahl meines Rezeptes auf Pfannkuchen gefallen. So schön fluffig wie die von meiner lieben Oma. Meine Pfannküchlein 2018 wurden allerdings noch ein bisschen verfeinert mit Ziegenquark (auch wenn ihr keine Ziegenfreunde seid – DADRIN ist das ne extrem gute Idee! Vertraut mir ;-)) und gemahlenen Mandeln im Teig. Zu den Pfannkuchen sollte es einen kleinen Rotweinsirup mit Trauben und selbstgemachte Vanillesauce geben. Also ein Essen, das gut für Herz und Seele ist.

Der Clou an dem Kochwettbewerb war aber, dass mein „Gegner“ und ich nicht völlig auf uns allein gestellt waren, sondern, dass jeder von uns einen echten Profikoch als Coach zur Seite gestellt bekam. Ein deutlich besseres Gefühl (wenigstens einer weiß im Notfall, was zu tun ist…) und natürlich eine Ehre mit zwei Profis am Herd zu stehen.

Auf der Fahrt nach Rheinhessen zum Genussduell und vor dem Wettbewerb habe ich aber schon gemerkt wie aufgeregt ich bin…

Hier übrigens mal was für die Ohren – ein kleines Interview mit Antenne Kaiserslautern DAVOR:

Zu Beginn des Genussduells, das im wunderschönen Gut Leben in Morstein/Rheinhessen stattfand, losten wir aus, welcher Profi mit wem kochen würde.

Genussduell
Mit Bernhard Tintemann vom Moselschlösschen in Traben-Trabach und Ben Peifer vom Restaurant Intense in Kallstadt hatten wir diesbezüglich exzellente Unterstützung (egal, wie das Los entscheiden würde).

Genussduell

Der zweite Finalist, der liebe Jürgen von der Mosel, kochte nach der Auslosung mit Ben Peifer und ich durfte mit Bernhard Tintemann die Kochlöffel schwingen. Wir hatten zur Rezeptbesprechung (aller drei Gänge!) tatsächlich nur 30 Minuten Zeit.

Genussduell
Ein Glück hatte Bernhard den totalen Durchblick und hat mich einfach genial gecoacht. Schon bei der Besprechung, aber erst Recht im Wettbewerb, habe ich bemerkt, was er drauf hat: Ein tolles Gespür, wo sich „Zeitfresser“ verstecken, Fallstricke identifizieren und es mir als Laie erleichtern, tolle Interpretationsideen und vor allem gute Nerven während des Kochens.
Genussduell

Die Vorspeise wurde nach einem Rezept von Küchenjunge Christian Lersch von jedem Zweierteam zubereitet: Lachsforelle/Schwarzwurzeln/Beurre Blanc de Noir/Pistazie/Orange. Ein tolles Gericht, das aber beiden Teams noch Luft für individuelle Besonderheiten ließ. Allerdings war es gar nicht so einfach ein unbekanntes Rezept in Windeseile (und ohne nennenswerte Vorbereitung) umzusetzen.

Schon diese kurze Zeit von 35 Minuten verflog wie von Zauberhand und ich habe gar nicht mitbekommen, was das andere Team überhaupt kocht. Bernhard und ich servierten also unsere Interpretation der Vorspeise der hochkarätigen Jury bestehend aus: Stefan Neugebauer, Sternekoch im Deidesheimer Hof, Katharina Staab, Deutsche Weinkönigin 2017/2018, Andrea Natschke-Hofmann, Foodbloggerin bei ZimtkeksundApfeltarte, und Ursula Haslauer, Herausgeberin des Falstaff Magazins.

Ganz minimal war ich doch eingeschüchtert, als ich das Jury-Line-up so vor Augen hatte. Aber man wächst ja mit seinen Aufgaben ;-). Viel Zeit sich weiter verrückt zu machen, war allerdings sowieso nicht. Nachdem wir die Jury unsere Vorspeisenteller überlassen hatten, gings schnurstracks zurück in die Küche, die wir wieder in ihren Ursprungszustand zurückversetzten, sodass der nächste Startschuss für das Hauptgericht folgen konnte.

Beide Teams bereiteten nun das Rinderfilet mit Maronenkruste und bunten Röstkartoffeln nach dem Rezept meines Mitstreiters Jürgen zu. In 55 Minuten sollten die Teller fertig angerichtet sein. Falls jetzt jemand denken sollte, dass das ja easypeasy wäre: Einfach mal nächstes Jahr selbst bewerben 😉 oder es mal in einer fremden Küche versuchen. Es ist nämlich doch immer etwas anderes sich in ungewohnter Umgebung mit dem Equipment zurecht zu finden. Aber während des Hauptganges fand ich (nach der anfänglichen Aufregung) so langsam in einen sinnvollen Arbeitsmodus. Bernhard hatte selbsteingelegte Quitten aus seiner Heimat mitgebracht, die wir zusätzlich in die Masse für die Maronenkruste einarbeiteten und auch unseren kurzen Spaziergang durch den schönen Kräutergarten des Gutes, haben wir sinnvoll genutzt, sodass unsere Kartöffelchen den letzten Schliff bekamen.

Genussduell

Beiden Profiköchen waren sämtliche Rezepte schon einige Wochen zuvor mitgeteilt worden und es war erlaubt „Sonderzutaten“ mitzubringen, die selbstverständlich dann jedem Team gleichermassen zugänglich waren.

Beim Hauptgang wurde es leider beim Anrichten zeitlich sehr knapp und die Anrichteweise wurde etwas rustikaler als geplant, aber so läuft es eben manchmal :-). Beim Servieren hat es aber so gut geduftet, dass ich mir am liebsten selber einen Teller gemopst hätte.

Genussduell

Anschließend kam das süße Finale und wir richteten die Küche für die letzte Runde her. Das war der erste Moment an diesem Tag, wo ich mir mal ein Schlückchen Wein gönnte und froh war, dass es mein Rezept und mir bekannt war. Das ist nämlich kein Schickimicki-Essen, sondern Herzküche. Die Pfannküchlein sind superluftig durch das separat aufgeschlagene Eiweiss und den Ziegenquark im Teig. Dazu der intensive Rotweinsirup mit den noch knackigen Trauben und die cremig-lauwarme Vanillesauce. Ich habe natürlich gehofft, dass die Jury das auch mag.

So sah das finale Anrichten übrigens aus. Mein lieber Herr W. hat mich einfach frech gefilmt.
https://www.instagram.com/p/Bp48ZAJHMsa/

Nach der Verkostung und der Besprechung der Jury war der spannende Moment endlich gekommen und Jürgen und ich wurden erlöst. Ich konnte das Genussduell für mich entscheiden und bin eine überglückliche Siegerin. Und die fluffigen Pfannkuchen von meiner Oma haben mir Glück gebracht.

Genussduell

Vielen Dank an alle lieben Menschen, die mir für dieses Duell Glück gewünscht haben. Merci an Bernhard, Jürgen und Ben. Es war eine Freude mit euch in der Küche (und auch beim entspannten Miteinander im Anschluss).

Genussduell

Und ein großes Dankeschön an den Veranstalter Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH, insbesondere Jasmin Koch, die diesen Tag perfekt organisiert haben. Und die vielen freundlichen Menschen, die ich (nachdem ich aus dem Kochtunnel war) kennenlernen durfte. Es waren nämlich einige geladene Gäste da, die uns über die Schulter schauten und einige Winzer, die sehr spannende Weine vorstellten.

Ihr habt nach diesem langen Artikel doch noch Lust auf mein Dessertrezept? Dann geb ich es euch natürlich. Es ist einfach gut. Bestimmt lag mein Sieg daran ;-).

Genussduell

Omas Pfannkuchen mit Ziegenquark, Rotwoisirup mit Drauwe un Vanillsoß

Für die Pfannkuchen:
70 g gemahlene Mandelkerne (vorher blanchiert und die Häutchen abgezogen)
50 g Mehl
1/2 TL Backpulver
1 EL Vanillezucker
120 ml Vollmilch
2 Eier (Größe M)
250 g Ziegenquark
Butterschmalz zum Ausbacken

Für die Vanillsoß:
300 ml Vollmilch
200 ml Sahne
1 Vanilleschote
75 g Zucker
6 Eigelb
1 Prise Salz

Für de Rotwoisirup mit Drauwe:
2 EL Zucker
200 ml Rotwein
100 ml Dornfelderlikör
1/2 EL Orangenschale fein abgerieben
200 g blaue Weintrauben

Genussduell

Zubereitung:

Für den Rotwoisirup den Zucker in einem weiten Topf karamellisieren und mit dem Wein ablöschen. Bei starker Hitze aufkochen lassen und den Likör zugeben. Den Orangenabrieb zugeben. Den Sirup stark einreduzieren lassen. Nach ca. 30 Minuten von der Herdplatte ziehen. Die Trauben waschen, halbieren und entkernen und in den Sirup geben.

Für die Vanillsoß Sahne und Milch in einen Topf geben. Die Vanilleschote auskratzen und die ausgekratzte Schote sowie das Mark in den Topf geben und einmal aufkochen lassen. Den Topf vom Herd nehmen und ca. 10 Minuten ziehen lassen. Die Vanilleschote anschließend entfernen. Die Eigelbe mit dem Zucker schaumig aufschlagen und die heiße Milch nun im Strahl unter stetem Rühren zugießen. Dann alles wieder in den Topf geben, vorsichtig erhitzen und ständig rühren bis die Masse leicht bindet. Die Sauce direkt in ein kaltes Gefäss gießen, sodass sie schnell abkühlt. Bis zur weiteren Verwendung kühlen.

Für die Pfannkuchen die gemahlenen Mandeln, das Mehl und das Backpulver vermischen. Vanillezucker, Milch und Quark in einer separaten Schüssel verrühren. Die Eier trennen und die Eigelbe zur Quarkmasse geben und vermengen. Die Eiweiße steif schlagen. Die Mehlmischung nun langsam schrittweise zur Quarkmasse geben und mit dem Handrührgerät auf niedrigster Stufe verrühren. Nun vorsichtig die Eiweiße unterheben, sodass ein glatter, fluffiger Teig entsteht.

Nun zwei Pfannen mit dem Butterschmalz erhitzen und die Pfannkuchen nacheinander von beiden Seiten in Metallringen (Vorspeisen-Servierringe) mit gleicher Form goldbraun backen. Die Metallringe am besten mit einer Zange anfassen, da sie sehr heiß werden. Die fertigen Pfannkuchen auf Küchenkrepppapier entfetten.

Die Pfannkuchen schichten und dazwischen immer wieder mit dem Sirup beträufeln und mit Trauben belegen. Mit Sirup und Vanillsoß umgossen servieren.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.