Pochiertes Ei, Buschbohnen mit Borretsch-Pesto und Kartoffelstampf

Pochiertes Ei, Buschbohnen mit Borretsch-Pesto und Kartoffelstampf

Heute ist das Essen (auch wenn der Titel lang ist) ganz unspektakulär.

Aber ehrlich gesagt, läuft mir, wenn ich nur dran denke schon wieder das Wasser im Mund zusammen. Pochiertes Ei, Buschbohnen mit Borretsch-Pesto und Kartoffelstampf sind nämlich eine Kombination, die für mich alles beinhaltet, was den Geschmacksinn erfreut. Das muss definitiv nicht Fleisch heißen.

Profis würden es wohl heute Umami nennen. Die fünfte Geschmacksrichtung, die (leider) wie eine Sau durchs Dorf getrieben wird. Aber wie man dieses Gefühl nennt, wenn alles einfach so perfekt auf der Zunge liegt und so gut ist, dass man gar nicht mehr aufhören will, ist eigentlich egal. Es ist die Kombination aus dem satten Eiergeschmack, dem cremig-buttrigen Kartoffelstampf, den grünen, quietschigen Bohnen und dem salzig-satten Borretsch-Pesto, das eine leichte Bitterkeit mitbringt.

Ich gerate ins Philosophieren… Und dabei habe ich noch gar nicht gewusst, was aus dem vielen Borretsch und seinen wunderhübschen Blüten werden soll, als ich bei meinen Großeltern im Garten stand und erntete. Aber die Borretsch-Schwemme war so immens, da konnte ich aus dem Vollen schöpfen (und nicht widerstehen!). Und das war mein Küchenexperiment. Derartig überraschend geglückt, dass das Rezept flugs auf den Blog darf!

Für alle, die Borretsch noch nicht kennen: Die blauen (manchmal auch weißen) Blüten kann man prima mitessen und sie sehen sehr hübsch auch schon an der Pflanze aus. Die Blätter sind leicht stachelig – was man im Mund paradoxerweise jedoch nicht merkt. Je jünger das Blättchen, desto kleiner und zärter ist die Angelegenheit natürlich… Ich habe Borretsch bisher eher zu den Salatkräutern zum Kopfsalat gegessen. Aber als Pesto – der Hit!

Und dass man Pesto nicht nur aus Basilikum machen kann, sondern auch aus Bärlauch mit Pistazien, Rucola und Walnüssen, Cashew-Minzpesto oder auch einfach ein feines Haselnusspesto habe ich euch schonmal gezeigt. Deshalb war ich gespannt wie ein Pesto mit Borretsch wird. Extrem lecker :-). Ich könnte es mir übrigens auch sehr gut zu gegrilltem oder gebackenem Feta vorstellen oder auch ein gratinierter Ziegenkäse und Salat würden sich ausnehmend gut dazu machen…

Aber heute durfte das Borretsch-Pesto die Buschbohnen aus dem Garten der Schwiegereltern begleiten. Weils so fein war, schicke ich dieses Pesto zu Inas Pesto-Sammlung. Ich bin sehr gespannt, was da noch so alles leckeres zusammenkommt!

Pochiertes Ei, Buschbohnen mit Borretsch-Pesto und Kartoffelstampf

Hier mein Rezept:

Pochiertes Ei, Buschbohnen mit Borretsch-Pesto und Kartoffelstampf

Zutaten für zwei Personen als Hauptgericht:

Für die Eier:
2 frische Eier (Größe M)
3 EL Weißweinessig
Pfeffer aus der Mühle
Salz

Für die Bohnen:
300 g frische Buschbohnen
1 Prise Zucker
Salz

Für das Borretsch-Pesto:
25 g frische Borretschblätter
20 g frisch geriebener Parmesan
50 g Olivenöl
1-1,5 TL Salz
15 g Walnusskerne
Pfeffer aus der Mühle

Für das Kartoffelstampf:
500 g mehligkochende Kartoffeln
ca. 25-50 ml Sahne
2 EL Butter
1 Prise frisch geriebene Muskatnuss
Salz

Deko:
ein paar Borretschblüten

Pochiertes Ei, Buschbohnen mit Borretsch-Pesto und Kartoffelstampf

Zubereitung:

Zunächst die Kartoffeln für den Stampf schälen, in gleichmäßig grobe Würfel schneiden und sofort in eine Schüssel mit Wasser legen.

Für das Pesto die Borretschblätter gründlich waschen und trocken tupfen. Alle Zutaten (bis auf Pfeffer und Salz) für das Pesto in ein hohes Gefäß geben und nur so lange mit dem Pürierstab mixen, bis sich eine glatte Paste ergibt. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Einen großen Topf mit Salzwasser zum Kochen bringen und die Kartoffelwürfel in ca. 20 Minuten weichkochen. Abseihen und kurz ausdampfen lassen.

Während die Kartoffeln noch kochen die Buschbohnen waschen und putzen. Die Bohnen je nach Größe in mundgerechtere Stücke schneiden. Einen weiteren Topf mit Salzwasser zum Kochen bringen und die Bohnen in ca. 10 Minuten garen, sodass sie noch Biss haben. In ein Sieb abseihen und sofort mit kaltem Wasser abspülen und abschrecken. Kurz abtropfen lassen.

Einen weiten Topf mit Wasser und dem Essig zum Sieden bringen – es sollte nicht mehr kochen.

Sobald die Kartoffeln ausgedampft sind, sofort mit einem Kartoffelstampfer zu einem groben Stampf (gerne mit kleinen Kartoffelstückchen drin – das muss nicht ordentlich sein) verarbeiten. Sahne und Butter zügig unter den noch heißen Stampf heben und mit Salz und Muskatnuss abschmecken.

Auf vorgewärmten Tellern Stampf und Bohnen mit dem Borretsch-Pesto und den Borretschblüten anrichten.

Die Eier einzeln jeweils aufschlagen und vorsichtig, sodass der Dotter nicht beschädigt wird, in eine große Suppenkelle gleiten lassen. Nun mit dem Kochlöffel eine kräftigen Strudel in der Mitte des Essigwasser-Topfes erzeugen und sofort das Ei aus der Suppenkelle direkt in die Mitte des Wasserstrudels ins Wasser geben. Das Ei jeweils genau so lange im Wasser lassen, bis das Eiweiß ganz weiß geworden ist.

Das Ei mit einer Siebkelle herausheben und auf den Teller geben. So mit beiden Eiern nacheinander verfahren. Die pochierten Eier salzen und pfeffern und alles zügig servieren.

Wer nicht ganz so fix in der Küche hantieren will bzw. noch nicht so häufig Eier pochiert hat, sollte die Bohnen und auch das Püree warmstellen, sodass alles heiß auf die Teller kommt.

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