Fluffeligster Zimtrollen-Gugelhupf und Buch-Rezension von “Gugelhupf – Backen für die Seele” von Yvonne Bauer

Zimtrollen-Gugelhupf

Lange habe ich mir das nicht so vorstellen können: Koch- und Backbuch-Rezensionen hier auf meinem Blog. Meist koche ich nämlich ziemlich frei Schnauze bzw. würfele mir meine Rezepte so zusammen wie ich es für richtig halte. Das orientiert sich seltenst an einem Rezept.

Aber dennoch bin ich ein großer Fan gedruckter Rezeptanleitungen. Im besten Falle gibt es da nämlich nicht nur tolle Rezepte und Inspiration, sondern auch ansprechende Bilder und auch neue Zubereitungsvarianten, die den Leser locken. Ich besitze doch einige Koch- und Backbücher und immer mal wieder greife ich auch gern auf diesen Fundus zurück.

Umso mehr habe ich mich gefreut, als mir vom Callwey Verlag das Angebot gemacht worden ist, ob ich denn das wunderbare Buch “Gugelhupf – Backen für die Seele” von Yvonne Bauer rezensieren möchte. Natürlich wollte ich. Auf meinem Blog finden sich bereits einige Gugelhupf-Rezepte, sodass dir sicher klar ist, dass ich eine Schwäche für diese Kuchenform habe! Umso mehr habe ich dann dem Buchpäckchen entgegengefiebert.

Ich sehe immer mal wieder Rezensionen, die geschrieben werden, ohne das Buch auf Herz und Nieren zu prüfen. Eine Buchvorstellung ist eine Sache, aber eine echte Rezension, da sollte man wenigstens 2-3 Rezepte wirklich nachkochen bzw. nachbacken und auch eine ehrliche Meinung äußern wie man das Buch findet. Denn es ist nicht nur Geschmackssache, ob Zutaten- und Zubereitungsangaben plausibel sind und echt funktionieren.

Ich nehme gleich mal die Pointe vorweg: “Gugelhupf” hat mir richtig gut gefallen. Ich finde diese Kuchen einfach super auch mal für unter der Woche zu backen, weil der Aufwand nicht zu verrückt ist. So auch in Yvonne Bauers Buch.

Aber von vorne: Ich habe aus dem Buch den Zimtrollen-Gugelhupf, den Himbeer-Gries-Gugelhupf und den Holunderblüten-Gugelhupf nachgebacken. Alle drei sind wunderbar gelungen und haben uns (und allen weiteren Testessern) super geschmeckt. Besonders gut fand ich den recht unscheinbar wirkenden Zimtrollen-Gugelhupf, ein klassisch wirkender Hefegugelhupf, der aber so derartig fluffelig und zart war, dass man kaum aufhören konnte zu naschen! Das Rezept dazu gibt es weiter unten.

Zimtrollen-Gugelhupf

Nun aber mehr zum Buch “Gugelhupf – Backen für die Seele” von Yvonne Bauer:

Optik und Aufmachung:
Das Buch von Yvonne Bauer wirkt auf mich optisch sehr ansprechend und jedes Rezept verfügt über ein appetitliches Bild. Das Buch ist hübsch untergliedert in die vier Jahreszeiten, sodass man sich auch saisonal schön orientieren kann. Pro Rezept mit Bild ist eine Doppelseite vorgesehen, wobei alles sehr übersichtlich und auf den ersten Blick erkennbar aufgemacht ist.

Rezepte und Nachbackbarkeit:
50 feine Gugelhupfrezepte hält Yvonne Bauer im Buch parat, wobei die unterschiedlichsten Teige verarbeitet werden. Wichtig vor allem ist die Gugelhupf-Form. Bevor es zu den Rezepten geht, gibt es neben dem Vorwort auch ein paar hilfreiche Informationen zu den Backzutaten. Bei manch anderem Kochbuch fand ich das mehr als unnötig – hier ist es durchaus sinnvoll. Gerade für Backneulinge sind Informationen welches Mehl sich verwenden lässt beziehungsweise auch Alternativen zu angegebenen Backtriebmitteln wie Backpulver oder Natron absolut hilfreich.

Die Mischung macht es: Einige Gugelhupf-Rezepte sind eher klassisch wie z.B. der Marmor-Gugelhupf, aber der Großteil der Rezepte hat entweder raffinierte Zutaten wie beispielsweise der Rote-Bete-Gugelhupf oder der Heidelbeer-Buchweizen-Gugelhupf oder “spielt” mit Klassikern, die in einem Gugelhupf ganz sicher einfach nur super sind wie z.B. der Erdbeer-Stracciatella-Gugelhupf (steht ganz oben auf meiner Backliste als nächstes!) oder auch ein Schwedischer Safran-Gugelhupf. Man bekommt direkt Lust loszulegen. Dementsprechend schwer fiel mir die Wahl.

Wie bereits verraten sind alle drei Rezepte mehr als gelungen und auch die Durchsicht der übrigen Rezepte lässt auf gelingsichere und schlüssige Rezepte schließen bei denen man ein tolles Ergebnis bekommt.

Himbeer-Gries-Gugelhupf

Himbeer-Gries-Gugelhupf

Hier nochmal genauer zu den drei getesten Rezepten. Der eingangs erwähnte Zimtrollengugelhupf ist nicht nur sensationell flauschig aufgegangen, auch die Zimtfüllung und der Guss waren sehr fein. Wobei ich gestehen muss, dass ich doppelt so viel Guß gemacht habe, da ich es mag, wenn der Kuchen etwas mehr Guß obendrauf hat. Aber das ist ja wirklich Geschmackssache! Selbst am nächsten Tag war der Hupf noch lecker, wobei Hefehupfe wirklich direkt nach dem Backen am allerbesten sind.

Besonders angesprochen (und deshalb sofort nachgebacken) habe ich den Himbeer-Gries-Gugelhupf. Da ich Grieß über alles liebe, musste der gleich getestet werden. Die Grießnote verleiht dem Ganzen eine tolle Saftigkeit und die leicht säuerlich-fruchtigen Himbeeren passen genial dazu. Auch ein echtes Highlight. Da ich leider keine gefriergetrockneten Himbeeren im Haus hatte, die im Originalrezept zum Bestäuben des Kuchens optisch für das Tüpfelchen auf dem i sorgen, habe ich auf Rote-Bete-Pulver zurückgegriffen. Da fällt die Rote-Bete-Note zum Glück kaum auf und man hat auch schon fürs Auge was.

Himbeer-Gries-GugelhupfHimbeer-Gries-Gugelhupf

Himbeer-Gries-Gugelhupf

Kuchen Nummer 3 aus diesem Buch war der Holunderblüten-Gugelhupf: Auch dieser Hupf war superluftig und fluffelig. Für meinen persönlichen Geschmack hätte es gerne noch etwas holunderblütiger schmecken dürfen, aber das kann man ja rein theoretisch auch erreichen, indem man den Kuchen zusätzlich noch etwas tränkt mit dem Sirup. Die Holunderblüten bei uns hätten jetzt noch ein, zwei Tage Sonnenschein (der leider auch jetzt noch auf sich warten lässt…) zum Aufblühen gebraucht. Aber diese Deko ist sicher auch mega. Dafür durfte mal wieder die gute, alte Form meiner Oma herhalten. Alleine der Duft in meiner Küche. So fein. Und die Crème fraîche im Teig sorgt für eine Saftigkeit, die ihresgleichen sucht.

Holunderblütengugelhupf

Holunderblütengugelhupf

Fazit:

Das Buch “Gugelhupf – Backen für die Seele” von Yvonne Bauer ist für jeden geeignet, der Gugelhupf mag (und eine solche Form besitzt) und unkomplizierte Backrezepte schätzt. Sämtliche Rezepte sind sehr ansprechend und machen Lust aufs Kuchenessen. Für absolute Backprofis ist das Buch auch schön, aber vielleicht nicht “spannend” genug, da das Thema Gugelhupf eben nicht überkandidelt ist. Was aber eben schon am Thema liegt (und kein Nachteil ist).

Von mir also definitiv Daumen hoch für dieses schöne Backbuch aus dem ich in den nächsten Wochen garantiert noch mehr nachbacken werde.

Und wer jetzt sofort losbacken will, hier gibts jetzt das Rezept (minimal angepasst/verändert) von Yvonne Bauer und ihrem tollen

Zimtrollen-Gugelhupf

Zutaten für einen klassischen Gugelhupf:
300 ml Milch
120 g Butter
500 g Mehl (+ etwas mehr für die Arbeitsfläche)
21 g frische Hefe (1/2 Hefewürfel)
80 g Zucker
1 Päckchen Bourbon-Vanillezucker
2 Eier (Größe M)
1 Prise Meersalz
1 TL gemahlener Zimt

Für die Füllung:
2 Eiweiß
50 g brauner Zucker
1,5 EL gemahlener Ceylon-Zimt
1 gestrichener TL gemahlener Kardamom
100 g gemahlene Mandeln

zum Garnieren (ich habe die doppelte Menge zubereitet und verwendet):
125 g Puderzucker
1 TL gemahlener Zimt
2-3 EL Milch
1-2 EL ganze Mandeln (habe ich weggelassen)

zusätzlich:
Butter zum Fetten der Form
Semmelbrösel zum Bestreuen der gefetteten Form

Zubereitung:

Milch in einem Topf leicht erwärmen.

Für den Vorteig 150 g des Mehles mit der Hefe, einem Eßlöffel des Zuckers und 150 ml der lauwarmen Milch in einer Schüssel verrühren und abgedeckt an einem warmen, zugfreien Ort 30 Minuten gehen lassen.

Nun für die Teigfertigstellung: Die Butter in einem Topf schmelzen und etwas abkühlen lassen. Das übrige Mehl, den restlichen Zucker sowie Vanillezucker, die Eier, die Butter, das Salz, den Zimt und die restliche lauwarme Milch zum Vorteig geben und alles gut verkneten. Sollte der Teig zu klebrig sein, noch etwas Mehl hinzufügen. Den Teig nochmal abgedeckt mindestens 30 Minuten zugedeckt gehen lassen. Anschließend auf einer bemehlten Arbeitsfläche kurzs durchkneten und mit einem Teigroller zu einem Rechteck ausrollen.

Für die Füllung die Eiweiße steifschlagen und mit dem Zucker, dem Zimt, dem Kardamom und den Mandeln verrühren. Die fertige Masse auf dem Teig-Rechteck verteilen und glatt streichen. Den Teig von der langen Seite her aufrollen.

Eine Gugelhupf-Form mit Butter gründlich einfetten und mit Semmelbröseln bestäuben. Die entstandene Teigrolle in die Form legen und diese mit einem sauberen Küchenhandtuch bedeckt abermals 30 Minuten gehen lassen.

Den Ofen auf 180 Grad Ober-Unterhitze vorheizen und den Kuchen anschließend (ohne Handtuch :-)) ca. 40 Minuten backen.

Den Gugelhupf aus dem Ofen holen und eine gute Viertelstunde ausdampfen lassen in der Form. Die Form lösen und den Zimtrollen-Gugelhupf nun auf einem Kuchengitter vollständig erkalten lassen.

Für den Guss nun Puderzucker, Zimt und Milch zu einer glatten Masse verrühren und über dem Kuchen verteilen. Wer möchte, kann den Hupf noch mit ganzen Mandeln dekorieren.

Guten Appetit!

Vielen Dank an den Callwey Verlag für die Zurverfügungstellung eines Rezensionsexemplares. Meine Meinung über den Inhalt bleibt hiervon unberührt.

Gugelhupf - Backen für die Seele von Yvonne Bauer

Gugelhupf – Backen für die Seele von Yvonne Bauer

2 Kommentare

  1. Hallo Eva,
    ich mag Gugelhupfs auch so gerne – ohne viel Schnickschnack, fluffig locker und mit Geschmack – perfekt!
    Toll, dass Du das mit den Rezensionen auch so siehst – da sollte man sich schon die Zeit nehmen, mehrere Rezepte auszuprobieren. Ich brauche dafür auch immer ewig, bis ich ein Buch auf Herz und Nieren getestest habe.
    Dass Eure Holunderblüten schon so weit sind… Bei uns fängt langsam erst der Flieder an zu blühen, das dauert dieses Jahr alles sehr lange…
    Liebe Grüße
    Barbara

  2. Liebe Eva,

    eine schöne Rezension hast du hier geschrieben. Und dein Zimtrollengugelhupf sieht schon auf dem Foto so fluffig aus. Meine Rezepte entstehen meistens auch frei Schnauze, ich liebe es aber durch Back- und Kochbücher zu stöbern und mich zu inspirieren.

    Liebe Grüße, Bettina

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