Vier-Käse-Pizza und ein 24-Stunden-Pizzateig-Experiment

Vier-Käse-Pizza und ein 24-Stunden-Pizzateig-Experiment

Mein Mann musste leider stark sein. Normalerweise ist er nämlich für die Zubereitung des Pizzateiges bei uns zuständig. Schon seit wir zusammen sind. Und das ist schon ne ganze Weile. Sein Pizzateig, der natürlich auch längst hier als Rezept festgehalten ist, funktioniert immer und ist optional sofort verwendbar oder eben erst abends. Schmeckt toll und gelingt immer. Den Teig macht auch seine Mama schon immer so.

Tja, aber ihr wisst, was jetzt kommt: Ich halte ja immer Augen und Ohren offen. Auch wenn man ein tolles Rezept hat, andere Pizzabäcker haben auch tollen Pizzateig. Und so bin ich eines Tages auf den slow-Pizzateig von Lutz Geissler gestoßen. Mindestens 24 h soll man ihm geben, dass er sein Aroma entwickelt. Bis zu drei Tage darf man ihn gehen lassen. Krass, dachte ich, das ist echt verdammt lang. Schmeckt man dann einen Unterschied? Und wird der Teig so knusprig wie bei „unserem“ Rezept oder fluffig?

Solchen Überlegungen auf den Grund zu gehen, bedarf es natürlich empirischer Feldstudien. Also Herrn W. eines Tages damit konfrontiert, dass es morgen oder übermorgen Pizza gibt und ICH den Teig mache. Die Reaktion war klar: „Was hast du denn vor?“ Aber mein liebster Mitbewohner ist ja einiges an Experimenten gewohnt von mir und ließ mich einfach mal machen.

Das Ergebnis: Wirklich toll fluffiger Pizzateig, der richtig lecker geschmeckt hat!

Ich bin ja käseverrückt und wollte unbedingt mal selber eine Vier-Käse-Pizza machen. Und sie war sooo gut! Wir haben zu zweit das ganze Blech gekillt… Ohne Worte!

Vier-Käse-Pizza und ein 24-Stunden-Pizzateig-Experiment

Auch die Wartezeit beim Teig hat sich gelohnt. Die Hälfte des Teiges ging für ein Blech der Vier-Käse-Pizza drauf und mit dem zweiten Teil habe ich nach 3 Tagen Pizzafladen gebacken und diese mit Kräuterpesto bestrichen. Auch sehr fein! Geschmacklich nach beiden Gehzeiten perfekt.

Und für ne gute Pizza kann man ja auch mal ein bisschen warten, oder?

Vier-Käse-Pizza und ein 24-Stunden-Pizzateig-Experiment

Vier-Käse-Pizza

Zutaten für den Teig verändert nach einem Rezept von Plötzblog:
(ausreichend für zwei Bleche – Gehzeit beachten!)
450 g Weizenmehl (Type 405)
300 g Hartweizengrieß
420 g Wasser (kalt)
40 g Olivenöl
15 g Salz
7 g frische Hefe (zerbröselt)

Zutaten für 1 Blech Vier-Käse-Pizza:
1/2 Teigmenge des oben zubereiteten Pizzateiges
etwas Olivenöl zum Fetten des Bleches
1 kleine Zwiebel
1 Knoblauchzehe
1 EL Olivenöl
200 g gehackte Tomaten aus der Dose (sofern verfügbar: reife Tomaten)
1 Prise Zucker
Pfeffer aus der Mühle
Salz
100 g Schafskäse (zerbröselt)
2 große handvoll geriebener Cheddar (ca. 75 g)
50 g frisch geriebener Parmesan
1 Kugel Büffelmozzarella (in Stückchen gezupft)
1/2 Bund frische Petersilie

Vier-Käse-Pizza und ein 24-Stunden-Pizzateig-Experiment

Zubereitung:

Für den Pizzateig sämtliche Teigzutaten in eine Schüssel geben und mit der Küchenmaschine oder den Teighaken des Handrührgerätes auf niedriger Stufe zehn Minuten gründlich verkneten. Der Teig sollte sich leicht vom Schüsselrand lösen und einen einheitlichen Teig ergeben.

Den Teig in der Schüssel mit einem sauberen Küchenhandtuch abdecken und eine Stunde bei Zimmertemperatur (20 Grad) ruhen lassen.

Nach dieser Gehzeit den Teig aus der Schüssel nehmen und mehrfach auseinanderziehen und wieder zusammenfalten.

Den Pizzateig anschließend nun ganz nach Lust und Laune mindestens 24 (bis maximal 72) Stunden im Kühlschrank abgedeckt lagern. Ich empfehle ein Küchenhandtuch, sodass die Schüssel nicht gesprengt wird. Alle 24 Stunden (solange der Teig nicht genutzt werden soll) in den Teig boxen und kurz ankneten, sodass „entgast“ wird und anschließend wieder abdecken.

Für die Vier-Käse-Pizza nun die Zwiebel und die Knoblauchzehe schälen. Beides fein würfeln. Einen kleinen Topf mit Olivenöl erhitzen und Zwiebel- und Knoblauchwürfel darin anschwitzen. Sobald diese leicht glasig sind die Tomaten zufügen und alles kurz köcheln lassen. Mit Zucker, Salz und Pfeffer abschmecken und beiseite stellen.

Das Backblech gründlich und sorgfältig mit Olivenöl auspinseln. Den Ofen auf 220 Grad Ober-Unterhitze vorheizen. Den Teig nun mit den Händen auseinanderziehen und auf dem Backblech in Form ziehen. Auf ein Ausrollen möglichst verzichten, da sich hierbei die Teigkonsistenz stark verändert.

Die vorbereitete Tomatensauce auf dem Teig verteilen und mit den vier Käsesorten gleichmäßig verteilt belegen bzw. bestreuen. Die Vier-Käse-Pizza in ca. 12-15 Minuten auf mittlerer Schiene backen. Sie ist genau perfekt, wenn der Käse verlaufen ist und leicht bräunt.

Die Petersilie waschen, die Blättchen von den Stängeln zupfen und fein hacken. Die fertig gebackene Vier-Käse-Pizza mit der Petersilie bestreut servieren.

Guten Appetit!

Tipp: Der Teig eignet sich auch hervorragend für Pizzastangen oder Pizzafladen mit Pesto bestrichen!

Vier-Käse-Pizza und ein 24-Stunden-Pizzateig-Experiment

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.