Tagliatelle mit Wildkräuter-Pesto, gerösteten Zucchini und Mozzarella

Tagliatelle mit Wildkräuter-Pesto, gerösteten Zucchini und Mozzarella

Puh, heute fällt es mir nicht leicht, einen Anfang zu machen. Habe ich doch immer ein Thema oder eine kleine Story auf den Lippen. Kurz gesagt: Das superleckere Rezept mit selbstgemachten Polenta-Tagliatelle, würzigem Wildkräuter-Pesto, gerösteten Zucchini aus dem Garten und cremigem Mozzarella ist richtig gut. Ich habe es schon vor ca. drei Wochen gekocht und fotografiert. Ja, sogar das Rezept hatte ich ordentlich aufgeschrieben. Und dann kam das wahre Leben.

Tagliatelle mit Wildkräuter-Pesto, gerösteten Zucchini und Mozzarella

Stattdessen könnte ich euch jetzt wirklich fürchterlich unterhalten mit Anekdoten von herzallerliebsten Kinderkrankenschwestern, scheußlichem Krankenhausessen, das die Bezeichnung „Essen“ nicht verdient, hochmotivierten Ärzten, die auch um 3 Uhr nachts noch voll da sind, Speisenauswahl für Kleinkinder, die ernsthaft daran zweifeln lässt, dass sich die erstellende Person schon einmal mit abwechlungsreicher, leckerer Ernährung für Kleinkinder (oder Menschen allgemein) befasst hat, schwüle Krankenhauszimmer mit Linoleumboden, quäkender Alarm, wenn eine Infusion gewechselt werden muss…

Aber nein, wir hatten großes Glück, sind alle wieder gesund und munter, sodass ich jetzt tatsächlich wieder Zeit und Muße habe, euch dieses feine Rezept im Rahmen der saisonalen Bloggeraktion „Saisonal schmeckts besser“ vorzustellen.

Saisonale und regionale Küche ist für mich ein großes Thema. Natürlich sehe ich das nicht dogmatisch, aber sein eigenes Handeln beim Lebensmittelkauf zu hinterfragen, kann nur sinnvoll sein. Gerade jetzt wird aber wirklich einiges saisonal und regional geboten. Denn im Garten und auf den Feldern gedeiht momentan so vieles an Obst und Gemüse, dass die Wahl schon fast schwerfällt!

Wer also auch gerade in Zucchini schwimmt, der sollte unbedingt weiterlesen! In Kombination mit einem selbstgemachten Wildkräuter-Pesto und Büffelmozzarella wird ein wahrer Genuss aus diesem Pastagericht. Es hat alles, was ich mag: Nudeln (die erfreuen doch wohl jedes Foodie-Herz), spannende Würze, die nicht alltäglich ist durch die Wildkräuter, geröstete Zucchinistreifen (ich finde, dass Zucchini mit leichter Bräune erst richtig schmecken) und für den cremigen Touch den Mozzarella.

Noch mehr Inspiration zum Foodblogger-Saisonkalender findet ihr auch bei meinen lieben Kollegen. Die ganze Übersicht ist unten im Beitrag!

Tagliatelle mit Wildkräuter-Pesto, gerösteten Zucchini und Mozzarella

Hier jetzt mein Rezept:

Tagliatelle mit Wildkräuter-Pesto, gerösteten Zucchini und Mozzarella

Zutaten für zwei hungrige Menschen:

Für die selbstgemachten Polenta-Tagliatelle (ergibt Pasta für 4 Personen):
150 g Polenta
150 g Weizenmehl (Type 405)
3 Eier (Größe M)
1 TL Salz
1 EL Olivenöl
Mehl für die Arbeitsfläche

Für das Pesto:
1 Bund gemischte Wildkräuter – je nach (saisonaler) Verfügbarkeit: zarte Brennesselblättchen, junge Löwenzahnblätter, Giersch, Frauenmantel, wilder Majoran) – benötigt werden ca. 50 g der abgezupften, geputzten Blättchen der jeweiligen Kräuter
25 g Walnusskerne
25 g frisch geriebener Parmesan
1 TL Salz
ca. 60 g Olivenöl (ggf. etwas mehr)

Zusätzlich:
2 kleine, junge Zucchini (ca. 200 g)
2 EL Olivenöl zum Anbraten
Pfeffer aus der Mühle
Salz
150 g Büffelmozzarella

Tagliatelle mit Wildkräuter-Pesto, gerösteten Zucchini und Mozzarella

Zubereitung:

Zunächst die Tagliatelle vorbereiten: Mehl und Grieß in eine Schüssel geben, Eier, Salz und Olivenöl zugeben und mit einem Löffel grob verrühren. Nun mit den Händen in ein paar Minuten einen geschmeidigen Teig kneten, der nur noch minimalst klebt und sich leicht vom Schüsselrand löst. Den Teig zu einer Kugel geformt und in Frischhaltefolie eingeschlagen ca. 1 h ruhen lassen.

Den Nudelteig nun portionsweise auf einer bemehlten Fläche so dünn wie möglich mit dem Nudelholz ausrollen, um ihn dann etappenweise auf immer kleiner werdender Stufe durch die Nudelmaschine zu ziehen. Fertige Platten und noch nicht bearbeiteten Teig immer mit einem Tuch oder Frischhaltefolie abdecken, da der Teig sehr leicht austrocknet, rissig wird und dann unmöglich in der Weiterverarbeitung wird. Die dünnen Platten dann mit einem Messer von Hand in dünne Tagliatelle-Form schneiden, sofort anschließend ganz leicht bemehlen und auf einer bemehlten Platte zu lockeren Nudelnestern zupfen. Immer mal wieder auflockern, sodass nichts klebt.

Der Teil der Nudeln, der nicht am selben Tag verzehrt wird, einfach so trocknen lassen an der Luft.

Nach ca. 48 h Stunden ist er gänzlich durchgetrocknet und kann in Gläsern oder Blechdosen aufbewahrt werden bis zum Verzehr.

Nun das Pesto vorbereiten: Hierzu die Kräuter vorsichtig waschen, trocken schütteln/tupfen und putzen bzw. verlesen. Alle Blättchen grob hacken und in einen hohen Mixbecher geben. Mit einem Pürierstab gemeinsam mit den Walnusskernen und dem Parmesan pürieren. Sobald das Ganze eine Paste wird, nach und nach Olivenöl zugeben. Nur so lange mixen, bis ein Pesto entstanden ist. Mit Salz abschmecken und das Wildkräuter-Pesto beiseite stellen.

Die Zucchini waschen, putzen und in dünne Streifen schneiden. Eine Pfanne mit Olivenöl erhitzen und die Zucchinistreifen darin von allen Seiten kräftig anbraten.

Derweil einen Topf mit Salzwasser zum Kochen bringen und die vorbereitete Pasta in wenigen Minuten bissfest garen. Die Tagliatelle abseihen und in die Pfanne zu den Zucchinistreifen geben und alles schwenken. Die Pfanne vom Herd nehmen und ca. zwei bis drei Eßlöffel Pesto dazugeben und vorsichtig unterheben.

Die fertige Pasta auf vorgewärmten Tellern anrichten und den abgetropften Mozzarella etwas zerreißen und darüber verteilen. Wer möchte, kann noch ein paar essbare Blüten als Deko darüber streuen.

Guten Appetit!

Anmerkung: Bitte UNBEDINGT nur solche Wildkräuter verwenden, die man eindeutig (!) bestimmen kann und die abseits (!) jeglicher Gassirunden oder befahrener Straßen gesammelt wurden. Wer sich überhaupt nicht auskennt, lässt dieses Unterfangen lieber und ersetzt die Wildkräuter durch feine Küchenkräuter wie Basilikum, Thymian, Petersilie, Kerbel und Co.

Tagliatelle mit Wildkräuter-Pesto, gerösteten Zucchini und Mozzarella

Tagliatelle mit Wildkräuter-Pesto, gerösteten Zucchini und Mozzarella

Saisonal schmeckts besser – Sommer-Ausgabe 2020:
Dinnerumacht Nektarinen-Halloumi Spieße mit Tomaten-Spinat Salat
Möhreneck Tomaten-Tarte
Volkermampft Sommerliche Joghurt-Gurkengazpacho mit Minze
Pottgewächs Bunter Gartensalat mit Quinoa
Feed me up before you go-goSchneller Brokkoli-Tahini-Salat mit Mandeln und Cranberries
Haut Gout Reh-Ravioli mit Tomatensauce
Pottlecker Kohlrabi-Knusper-Pommes mit Sardellen Joghurt
Obers trifft Sahne Sommerliche Pasta mit frischen Erbsen
S-KüchePan Bagnat – fantastischer Sandwich Klassiker aus der Provence
Münchner Küche Griechisches Tzaziki
Kuechenlatein Gebratene Nudeln mit Erdnusssauce und Spitzkohl
The Apricot Lady Zucchini Rucola Salat
moey’s kitchen Sommerliche Ratatouille-Lasagne
thecookingknitter Reispfanne mit Paprika und Erbsen
LECKER&Co Vegane Brokkoli Bowl mit Ingwer-Knoblauch-Sauce
Ye Olde Kitchen Kalte Paprikasuppe mit gelben Tomaten
Ina Is(s)t Focaccia Pugliese mit Zucchini
Brotwein Pasta mit Brokkoli und Tomaten – italienisch ohne Sahne
Teekesselchen Genussblog Wilder Brokkoli mit Miso und Reis (vegan)
Jankes*Soulfood Vegetarisches Thai-Curry mit buntem Röstgemüse
pastasciutta.de Kalt-warmer Caprese-Salat

Alle Rezepte gibts dank Nadine auch als wunderbares, kostenloses E-book!

Saisonal schmeckt's besser Sommer 2020

Tagliatelle mit Wildkräuter-Pesto, gerösteten Zucchini und Mozzarella

23 Kommentare

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  2. Ein Wildkräuter-Pesto?! Was für eine geniale Idee. Ich sammle ja auch total gerne Kräuter in weiter Flur, aber ein Pesto habe ich noch nicht daraus gemacht.

    Liebe Grüße,
    Tina

  3. […] Möhreneck Tomaten-Tarte Volkermampft Sommerliche Joghurt-Gurkengazpacho mit Minze evchenkocht Tagliatelle mit Wildkräuter-Pesto, gerösteten Zucchini und Mozzarella Pottgewächs Bunter Gartensalat mit Quinoa Feed me up before you go-go Schneller […]

  4. Wie schön, dass alles wieder gut ist und du uns dieses wunderbare Sommergericht präsentieren konntest. Zucchini-Rezepte kann man ja nie genug haben, im Garten übernehmen die ja mancherorts die Gartenherrschaft.

  5. Hallo Eva,
    das ist echt ein wunderbares Sommergericht, so dass man auch seine Balkonkräuter verbrauchen kann; und dann ist das noch so super schön fotografiert. 🙂

    Nudeln machen wir neuerdings auch selber, allerdings haben wir uns eine Nudelmaschine zugelegt, damit wir uns das Kneten ersparen – vor allem bei der Hitze. 😉

    Wir machen jetzt auch immer etwas Kurkuma ins Nudelwasser – da werden die Nudeln zwar gelb, aber es ist ja auch gesund.

    LG
    Pierre

    • Hallo lieber Pierre,
      vielenvielen Dank! Da werd ich ja ganz rot!
      In den meisten Fällen nutze auch ich eine Nudelmaschine, jedoch ist das speziell bei diesem Pastarezept nicht gewollt und auch kaum machbar. Daher auch per Hand ;-). Nudeln färben mag ich auch, aber ich gebe die „Farbe“ schon direkt in den Teig – das ist meist noch intensiver.
      Liebe Grüße,
      Eva

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