Sommer-Borschtsch on the rocks und Roggen-Knusperchen

Als Peter vom Blog „Aus meinem Kochtopf“ zum Kochen zur Fußball-EM 2016 aufgerufen hat, war mir gleich klar: Coole Aktion – durch die EM kochen! Da bin ich dabei 🙂

Eine tolle Gelegenheit sich auch mit Länderküchen zu beschäftigen, die sich bis jetzt noch nicht in meinen Kochtopf verirrt haben. Und wie ihr ja wisst: Man kann in der Küche gar nicht experimentierfreudig genug sein!
Direkt im Anschluss stellte sich mir aber natürlich die Frage: Welche Länder will man denn kulinarisch bereisen? Auch da waren schnell zwei spannende Länder gefunden: Russland und Portugal! Zweimal kochen für die EM mit Länderküchen, die unterschiedlicher kaum sein
könnten. Demnächst könnt ihr euch also noch auf etwas Feines aus dem portugiesischen Kochtopf freuen ;-). Ein Glück ist die Europameisterschaft erst frisch gestartet und die Portugiesen kicken vielleicht auch noch ein bisschen länger mit! So bleibt noch ein bisschen Zeit für kulinarische Experimente. Und Russland steht ja heute schon als Gastgeber für die nächste Fußballweltmeisterschaft 2018 fest.

Zunächst aber zu dem Land, das heute mein Thema ist: Russland. Irgendwie wollte ich schon lange Zeit Borschtsch selber machen, da ich für mich herausfinden wollte, ob diese fiesen Vorurteile denn stimmen… Und jetzt behauptet nicht, dass ihr gehört hättet, dass russische Küche so edel und fein wäre (okay, bis auf den Kaviar vielleicht ;-))!

Bei meiner Suche habe ich festgestellt, dass es wahrscheinlich so viele Borschtsch-Rezepte wie für Spaghetti Bolognese gibt. Tatsächlich ist der klassische Borschtsch eher ein wärmender Eintopf mit Fleisch und Gemüse, jedoch gibt es tatsächlich auch eine sommerfeine Variante (also, falls es denn jetzt doch mal warm werden sollte…): Den vegetarischen Sommer-Borschtsch!

Sommer-Borschtsch on the rocks mit RoggenknusperchenDie Zubereitung meiner Interpretation des Sommer-Borschtsch geht so weit, dass ich das gekühlte Süppchen (wenns doch gar zu kalt draußen ist, kann man es ja auch warm servieren ;-)) in kleinen Gläschen serviert habe und sich dazu noch ein paar selbstgebackene Roggen-Knusperchen gesellt haben. So hat man während des Fußballschauens keinen riesigen, unhandlichen Suppenteller vor sich stehen, der bei etwaigem Jubel im Weg wäre und kann auch noch schön mit den Roggen-Knusperchen zwischendurch ein wenig Borschtsch dippen.

Für die Rote-Bete-Skeptiker unter euch: Der Geschmack des Gemüses kommt zwar deutlich durch, aber es war ein richtig leckeres Süppchen im Sommeroutfit! Tatsächlich muss ich gestehen: Ich weiß nicht wie der Original-Borschtsch schmecken muss, jedoch hat uns meine Variante sehr gut geschmeckt! Und jetzt gebts mal zu: Kann eine Suppe farblich noch ansprechender sein? Mister Kick wollte auf jeden Fall nicht mehr weg von den Borschtsch-Shots…

Sommer-Borschtsch on the rocks mit Roggenknusperchen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hier ist mein Rezept für den Sommer Borschtsch on the rocks:

Sommer-Borschtsch on the rocks und Roggen-Knusperchen

Zutaten für vier Personen als Vorspeise oder ca. 24 Gläschen
(Gehzeit für den Teig für die Roggen-Knusperchen ca. 1 h)

Für die Suppe:
3 große, vorwiegend festkochende Kartoffeln (ca. 450 g)
1 kleine Stange Lauch
1 kleine Möhre
1 EL Butter oder Butterschmalz
3 Knollen Rote Bete vorgegart und geschält (ca. 300-350 g)
300-500 ml heißen Gemüsebrühe nach Bedarf
3 EL frische, gehackte Petersilie
3 EL frischer, gehackter Dill
2 EL saure Sahne
Pfeffer aus der Mühle
Salz

optional für die Dekoration:
jeweils ein paar kleine Würfelchen gegarte Kartoffeln, rote Bete und Karotte (s. oben nach dem Garprozess)
2-3 Zweige Dill und Petersilie
4 EL saure Sahne

Für die Roggen-Knusperchen (ergibt ca. 1,5 Bleche voll, ca. 24 Stück je nach Länge):
1/2 Päckchen Trockenhefe (oder 1/4 Würfel Frischhefe)
150 ml lauwarmes Wasser
250 g Roggenvollkornmehl
1 TL Salz
1 EL Olivenöl

Sommer-Borschtsch on the rocks mit Roggenknusperchen

Zubereitung:

Für den Teig die Hefe im lauwarmen Wasser in einer Schüssel auflösen. Mehl, Salz und Olivenöl zugeben und mit den Knethaken zu einem glatten Teig verkneten bis sich der Teig vom Schüsselrand löst und nicht mehr klebt.

Den Teig zu einer Kugel formen, die Schüssel mit der Teigkugel mit einem Küchenhandtuch abdecken und an einem warmen Ort für ca. 1 Stunde gehen lassen.

Derweil die Kartoffeln schälen und in kleinere Würfel schneiden. Die Lauchstange waschen, putzen und in feine Ringe schneiden. Die Möhre schälen, das Grün und den Stielansatz entfernen und ebenfalls würfeln. In einem ausreichend großen Topf die Butter erhitzen und die Gemüsewürfel darin unter Rühren anbraten. Nach einigen Minuten mit der heißen Gemüsebrühe ablöschen. So viel Gemüsebrühe zugeben bis das Gemüse großzügig bedeckt ist.

Die Gemüsewürfel so lange köcheln lassen auf mittlerer Stufe, bis das Gemüse weich ist (ca. 15 Minuten). Den Ofen auf 250 Grad Ober-Unterhitze vorheizen. Derweil aus dem aufgegangenen Teig mit den Händen kleine, dünne Stangen rollen und auf zwei Backblechen nebeneinander legen. Die gerollten Roggen-Knusperchen nun für ca. 6 Minuten im Ofen auf mittlerer Schiene backen. Dabei ein Auge auf den Ofen haben, da die Grenze zwischen knusprig und verbrannt sehr schnell überschritten werden kann. Rechtzeitig aus dem
Ofen nehmen und auskühlen lassen.

Sobald das Gemüse gar ist, ein paar Würfel vom Gemüse für die Deko entnehmen (wenn gewünscht). Die vorgegarten Rote Bete-Knollen grob würfeln und zum restlichen Gemüse geben. Alles mit dem Pürierstab glatt pürieren und etwas abkühlen lassen.

Die gehackten Krätuer sowie die saure Sahne unter die Suppe rühren. Wem die Konsistenz noch zu fest ist, kann noch etwas Gemüsebrühe zugeben. Bis zum Servieren die Suppe kühlen und dann in kleinen Gläschen mit den beiseite gestellten Gemüsewürfelchen (z.B. auf kleinen Zahnstochern aufgespießt), der sauren Sahne und etwas frischen Kräutern dekoriert mit den Roggen-Knusperchen servieren.

Anmerkung: Egal, ob ihr den Sommer-Borschtsch lieber heiß oder kalt essen wollt – die Kräuter immer erst nach dem Kochen zugeben, so bleiben Farbe und Aroma erhalten. Die Rote Bete am besten vorab dampfgaren, so verwässert der Geschmack nicht und das Aroma ist am intensivsten!

Tipp: Der Borschtsch schmeckt auch am nächsten Tag noch prima (und lässt sich daher auch sehr gut vorbereiten, wenn Gäste kommen). Die Roggen-Knusperchen lassen sich alternativ auch toll mit Dips vernaschen – sollten aber am Backtag auch verzehrt werden, da schmecken sie am besten.

Sommer-Borschtsch on the rocks mit Roggenknusperchen

Blogevent EuropaKochen 2016 - Wir kochen uns durch Europa

 

4 Kommentare

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  3. Das ist eine ganz wunderbare Idee! Borschtsch verbinde ich ja eher mit kalten Winter- oder schmuddeligen Herbsttagen, aber ihn gekühlt im Sommer zu servieren, finde ich wirklich klasse.
    Das Rezept kommt auf jeden Fall auf meine To-Do-Liste!

    Liebe Grüße, Britta

    • Hallo Britta,
      ja, so ein winterlicher Eintopf ist es ja auch normalerweise 😉 Das freut mich sehr, wenn es dir auch gefällt! Berichte mal, wenn du es probiert hast!

      Liebe Grüße,
      Eva

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