Pfälzer Woiknorze mit Rettich-Butter

Woiknorze

In meiner Heimat ist die beste Zeit des Jahres längst im Gange! Die Zeit der Weinlese im Herbst ist nämlich auch die Zeit der Weinfeste. Jedes noch so kleine Dörfchen hat eine Kerwe aka Weinfest in der Vorderpfalz!

Auf solchen Weinfesten geht es sehr um die Geselligkeit. Man trifft sich mit Freunden, trinkt das eine und ganz sicher auch das andere Gläschen Wein. Zeit und Gelegenheit für opulentes Essen ist da natürlich eher keine. Aber wir Pfälzer wissen uns schon immer zu helfen: Man kann ja nicht ein Weinchen nach dem anderen zwitschern, wenn die „Basis“ nicht stimmt!

Woiknorze

So kommt es wohl, dass man den Woiknorze erfunden hat. Genau genommen ist das eine Brotstange aus Roggenmehl gewürzt mit ordentlich Kümmel. Den Namen erhielten die pikanten Brotstangen aber aufgrund ihres Aussehens. Woiknorze ist pfälzisch und beschreibt den knorrigen Stamm der Weinreben. Da diese Stangen diesem wohl ähneln und man die Woiknorze besonders gern zum Wein geniesst, hat sich dieser Name entwickelt.

Woiknorze

Dieses Gebäck gibts wirklich überall und jeder anständige Weinstand auf der Kerwe oder auch dem Wurstmarkt in Bad Dürkheim, dem größten Weinfest der Welt, hat sie vorrätig. Denn gerade zu später Stunde, wenn die Würstchen- und Saumagenbuden schon längst geschlossen haben, kann einem so ein Woiknorze wirklich weiterhelfen und die letzte Weinschorle neutralisieren.

Woiknorze

Ganz klar war, dass ich unbedingt und schon ewig mal diese Woiknorze selber backen wollte. Die liebe Tina von LECKER&Co hat mir jetzt den nötigen Schubser dazu verpasst! Sie hat zum „Tag des deutschen Butterbrotes“ aufgerufen und mit meinem Pfälzer Woiknorze mit Rettich-Butter bin ich diesem Ruf nur zu gerne gefolgt.

Diese Woiknorze schmecken nämlich mit dieser pikanten Butter gleich nochmal so gut! Und wenn ihr einen gemütlichen Wein-Abend mit Freunden plant, ist so ein deftiges Schmankerl auf jeden Fall das Richtige.

Wer also auch ein Herz für das gute, alte Butterbrot hat, der sollte sich ganz dringend die vielen, leckeren Rezeptideen meiner Bloggerkollegen ansehen. Bis dahin mach ich euch ein wenig Appetit mit meinen Woiknorze!
Woiknorze

Pfälzer Woiknorze mit Rettich-Butter

Zutaten für acht bis zehn kleine Woiknorze:
200 g Weizenmehl (Type 550)
100 g Weizenvollkornmehl
100 g Roggenmehl (Type 1370)
8 g Backmalz (optional, falls nicht vorhanden ersatzlos streichen)
250 g reine Buttermilch
1/4 Würfel Frischhefe (ca. 11 g)
1,5 TL Salz
1 EL ganze Kümmelsamen
1 EL ganze Fenchelsamen

Für die Rettichbutter:
75 g weiche/zimmerwarme Butter
1 kleiner, roter Rettich
Pfeffer aus der Mühle
Salz

Zubereitung:
Kümmel- und Fenchelsamen in einer Pfanne ohne Zugabe von Fett rösten, bis sie duften. Anschließend 2/3 der Samen in einem Mörser grob zerstoßen. Die übrigen (ganzen) Samen beiseite stellen.

Die unterschiedlichen Mehle in eine große Rührschüssel geben. Das Backmalz und die Buttermilch zugeben. Die Hefe hineinkrümeln. Alles dann mit der Küchenmaschine oder dem Handrührgerät mit Knethaken in ca. 10 Minuten zu einem weichen, geschmeidigen Teig kneten. Das Salz und die gemörserten Samen am Ende zugeben und mit einkneten.

Den Teig in der Schüssel belassen und mit einem sauberen Küchenhandtuch an einem nicht zu warmen/kalten Ort ca. 1,5 h gehen lassen.

Nach der Gehzeit aus dem Teig für die Woiknorze ähnlich große Stangen formen. Die jeweils fertig geformte Stange kurz mit der Oberseite in die beiseitegestellten Fenchel- und Kümmelsamen stippen, sodass die Samen daran haften bleiben. Die so vorbereiteten Woiknorze auf ein mit Backpapier belegtes Backblech mit ausreichend Abstand legen, abermals mit einem sauberen Küchenhandtuch abdecken und ca. 30 Minuten gehen lassen.

Den Ofen auf 230 Grad Ober-Unterhitze vorheizen. Die Woiknorze für 20-25 Minuten im vorgeheizten Ofen auf mittlerer Schiene backen lassen. Anschließend die Woiknorze aus dem Ofen holen und auskühlen lassen.

Während die Stangen backen, kann die Rettichbutter vorbereitet werden: Hierzu die weiche Butter bereitstellen. Den Rettich waschen und putzen. Den Rettich in möglichst kleine, feine Würfelchen schneiden. Die Rettichwürfel nun mit der Butter in einer Schüssel gründlich vermengen. Salzen und pfeffern. Die Butter nun portionieren bzw in die gewünschte Form bringen und bis ca. 15 Minuten vor dem Verzehr kaltstellen.

Anmerkung: Die Woiknorze schmecken am Backtag perfekt. Wer sie lieber vorbereiten möchte, kann die fertigen Gebäcke aber hervorragend einfrieren und wieder auftauen.

Und wer auch auf Butterbrot steht, wird hier garantiert mehr als fündig:

  1. LECKER&Co: Speckbrot
  2. Ina Is(s)t: Norddeutsche Krabbenstulle mit Spiegelei und Dill-Gurken
  3. The Apricot Lady: Butter für dein Brot
  4. Küchenlatein: Krustenbrot mit Sauerrahmbutter und Schnittlauch
  5. Lebkuchennest: Süßkartoffelbrot mit Erbsenkräuterbutter und pochiertem Ei
  6. Keksstaub: Ein belegtes Brot mit Schinken…Schinken!
  7. Turbohausfrau: Schinken-Käse-Toast
  8. Magentratzerl: Geröstetes Roggenbrot mit Fleischbällchen und Gurkenpickles
  9. Küchenkränzchen: Freigeschobenes Brot mit Kräutern der Provence
  10. Danielas Foodblog: Buttertoast – überbacken mit Rote Bete, Apfel und Ziegenkäse
  11. BackIna: Fränkisches Pilz-Butterbrot auf zweierlei Art
  12. Jessis Schlemmerkitchen: Strammer Max deluxe
  13. Aus meinem Kochtopf: Baguette mit gesalzener Butter
  14. Kohlenpottgourmet: Stulle mit Makrelen-Apfel-Salat
  15. Plantiful Skies: Roggen-Dinkel-Brot mit selbstgemachter veganer Butter
  16. Obers trifft Sahne: Herbstliche Schlemmerschnitte
  17. Salzig Süß Lecker: Eibrote – leckere Kindheitserinnerungen an Oma & Opa
  18. Dental Food: Tag des deutschen Butterbrotes
  19. Brotwein: Bauernbrot-Stulle mit Handkäs und Musik
  20. Kittycake: Aromatisches Dillbrot
  21. Papilio Maackii: Walnussbrot mit Kürbisbutter
  22. Karamba Karina: Kürbis-Frischkäse Butterbrot mit Rettich und Kürbiskernen
  23. Kleid und Kuchen: Kürbisbrot mit getrockneten Tomaten
  24. Linals Backhimmel: Herbstliches Schinkenbrot
  25. Jahreszeit: Toast Hawaii
  26. Moeys Kitchen: Sesam-Roggen-Knäckebrot mit Haselnuss-Salbei-Butter

51 Kommentare

  1. Pingback: Tag des deutschen Butterbrotes - Strammer Max deluxe - Jessis Schlemmerkitchen.de - Blog über Food & Life aus Aachen

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  7. Die Zutaten für dei Woiknorze habe ich alle zu Hause… daher kann ich das Rezept direkt am Wochenende testen. Vielen Dank für die Idee.

    Liebe Grüße,
    Daniela

    • Hallo liebe Daniela,
      da bin ich aber gespannt wie sie dir geschmeckt haben! Danke für deinen lieben Kommentar!
      Liebe Grüße,
      Eva

  8. Pingback: Stulle mit Makrelen-Apfel-Salat -

  9. Roggen und Kümmel, du hast mich! Ich liebe solche Brote und Brötchen. Und Rettich mit Butter stelle ich mir auch köstlich vor.

    Viele Grüße
    Maja

    • Freut mich, wenns auch dein Fall ist! Bei Kümmel scheiden sich ja spätestens die Geister, aber ich liebe es auch ;-)!
      Danke dir!
      Liebe Grüße,
      Eva

  10. Liebe Eva,

    schon alleine der Name Woiknorze ist der Hit! Aber eien Rettich Butter ist ja auch mal eine grandiose Idee. Nächste Woche feiert mein Liebster seinen Geburtstag und wir wollen eine bayerische Brotzeit machen da passt eine Rettichbutter einfach super! Das werde ich probieren.

    Liebe Grüße,
    Tina

    • Liebe Tina,
      danke für dein Lob :-*. Und natürlich ein großes Dankeschön auch für die tolle Organisation, das dieses Event stattfinden konnte! Ich hoffe, euch mundet die Rettichbutter!
      Liebe Grüße,
      Eva

  11. Liebe Eva,
    ui, das sieht lecker aus! Die Rettichbutter finde ich eine super Idee – ich liebe Radieschenbrot und da ist die Butter mal eine spannende Abwandlung davon 🙂
    Liebe Grüße,
    Ina

  12. Das klingt super lecker! Mag gerne so herzhaftes Gebäck und werde die Woiknorze bestimmt mal nachmachen! Für mich als Nordlicht eine ganz neue kulinarische Erfahrung

    • Hallo liebe Lynn,
      oh, das gibts da oben ganz sicher nicht! Aber genieß auch am besten ein Gläschen Wein dazu! Das ist dann wirklich authentisch 😉
      Liebe Grüße,
      Eva

  13. Seit ich im Frankenland meine Überdosis Kümmel bekommen habe, mag ich es nur in homöopathischen Dosen. 🙂 Die Woiknorze sehen trotzdem sehr gut aus! Dass sie zum Wein gut passen, da bin ich mir sicher. LG Sylvia

    • Ja, leider hat Kümmel nicht nur Freunde! Und danke für dein Kompliment, gerade du als Weinfreundin!
      Liebe Grüße,
      Eva

  14. Sehr fein schauen deine Woiknorze aus! Hab ich noch nie gehört. In Österreich scheint es dieses Gebäck nicht zu geben. Da muss ich mir direkt einmal umhören.

    • Hallo liebe Susi,
      das ist Pfalz-Special – die gibts zumindest nicht, dass ich wüsste, woanders ;-).
      Liebe Grüße,
      Eva

  15. Ich bin gerade bei meiner Freundin an der Mosel und werd sie gleich fragen, ob sie morgen eine Woiknorze für mich hätte 😀 Es sihet soo appetitlich aus, aber Kümmel ist wirklich eins der weniger Kräuter, die ich absolut nicht mag.

    • Oh, ich glaube, dass man die an der Mosel auch kennt! Aber ich komme aus der Vorderpfälzer Ecke bei Bad Dürkheim. Tja, Kümmel ist nicht jedermanns Sache, aber hier passt er wirklich perfekt!

  16. Liebe Eva,
    dein Rezept klingt ja toll – die Brötchen schauen so schön saftig aus.

    Die allerliebsten Grüße aus Braunschweig
    Mareike

    • Liebe Mareike,
      freut mich sehr, dass du mir das hier schreibst! Ja, das war zum Glück nicht nur optisch so ;-).
      Liebste Grüße aus der Pfalz,
      Eva

  17. Die sehen ja toll aus! Ich müsste allerdingt die Ganze Protion Brotstangen alleine essen, da der rest nicht so Kümmel-freudig ist 😉
    Aber in Kombination mit Rettich Butter muss ich auf jeden Fall einen versuch wagen. Im Glücksfall habe ich alles für mich alleine 😀
    Liebe Grüße, Anastasia

  18. mhhh…die sehen ja köstlich aus! Ich glaube die werde ich auch unbedingt probieren müssen! Vielen dank für das tolle Rezept 🙂
    lg
    Stephanie

  19. Pingback: Herzhafter Lauch-Speck-Gugelhupf mit Kartoffeln - evchen kocht

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