Evchen wills (wieder) wissen – meine Teilnahme bei „Hensslers Countdown“

Evchen bei Hensslers Countdown

Wer mich kennt und die Überschrift gelesen hat, weiß, was jetzt kommt…

Gestern wurde meine Teilnahme bei „Hensslers Countdown“ auf RTL ausgestrahlt! Für alle, die es nicht gesehen haben – man kann es hier geraume Zeit noch nachholen :-).

Wer überrascht werden will und (noch) nicht weiß, wie es ausgegangen ist für mich, sollte erst schauen und danach hier weiterlesen. Es wird nämlich gespoilert!

Vielen lieben Dank an alle, die mir so liebe Nachrichten geschickt haben auf allen möglichen Kanälen! Ich hab mich über jede einzelne wirklich gefreut!

Evchen bei Hensslers Countdown

Wie das alles so kam:
Jetzt hat die ein Baby und kann es immer noch nicht lassen. Aber wenn Hamburg (dort sitzen doch erstaunlich viele Fernsehkochproduktionen ;-)) ruft, dann kann ich natürlich nicht widerstehen. Und unser Nachwuchs muss ja an unsere Lieblingsstadt herangeführt werden.

Nein, so wars natürlich nicht. Über die Anfrage, ob ich mir denn eine Teilnahme bei „Hensslers Countdown“ vorstellen kann, habe ich mich gefreut, aber schon ein bisschen drüber nachdenken müssen, ob ich das hinbekomme. Mein Baby fand die Reise (in so einem Zug gibts ja auch schon viel zu kucken) zum Glück spannend und dank der Unterstützung meines Mannes hat das alles wirklich gut und ziemlich stressfrei geklappt.

Evchen bei Hensslers Countdown

Aber nun zur Sendung: Wie so einige Kochformate spaltet das neue Format mit Steffen Henssler die Gemüter. Manche finden es zu unterhaltungslastig und zu wenig kochen oder finden die Handicaps störend… Aber ich will mal für alle Nichteingeweihten von vorne anfangen.

Die freundliche Anfrage zur Teilnahme erhielt ich zu einem Zeitpunkt, da durfte weder der Name der Sendung noch der prominenten Kochbeteiligung genannt werden. Aber irgendwie klang es spannend. Und deshalb hab ich zugesagt.

Evchen bei Hensslers Countdown

Generell zur Sendung: Bei „Hensslers Countdown“ treten drei Hobbyköche in einem 25-minütigen Kochwettbewerb gegeneinander an. In dieser Zeit muss ein vorgegebenes Gericht von allen drei Teilnehmern zubereitet werden. Als kleine Würze und weil das Zeitlimit als Adrenalinbooster nicht schon genügen würde, wird den Köchen in jeder Sendung ein neues Hindernis verpasst, dass das Kochen erschwert. Der bekannte TV-Koch Steffen Henssler moderiert die Sendung und sorgt mit seiner gewohnt schlagfertigen Art für zusätzliche Unterhaltung, gibt aber auch den einen oder anderen Kochtipp (sowohl für Zuschauer als auch für die Kandidaten). Die essbaren Ergebnisse werden durch den Juror und Zwei-Sterne Koch Christian Lohse verkostet und bewertet. Der Kandidat, der die Aufgabe am besten umgesetzt hat, darf am Folgetag wieder antreten gegen zwei neue Gegner. Maximal fünf Sendungen hintereinander kann man so mit dem richtigen Händchen und einer Prise Glück bis zu 20.000,- Euro erkochen. Ein besonderes Gimmick: Pro Sendung kann einmal eine sogenannte Freeze-Karte gezogen werden, sodass ein Teilnehmer von einem anderen für drei Minuten „kaltgestellt“ werden kann. Jeder Kandidat hat ein imaginäres Konto mit einem Startguthaben von 2.500 Euro. Der Einsatz der Freeze-Karte kostet 2.000,- Euro, jedoch können drei Minuten verdammt viel Zeit bedeuten.

Evchen bei Hensslers Countdown

Soviel zu den Rahmenbedingungen!

Ich werde oft gefragt, wie es denn so „hinter den Kulissen“ einer solchen Show abgeht. Daher möchte ich euch hier und heute einen kleinen Einblick geben:

Wie einige von euch bestimmt wissen, wird diese Sendung aufgezeichnet und sendet nicht live aus dem Kochstudio. Es wird auch nicht täglich eine Sendung gedreht, sondern mehrere. Zwischen den Aufzeichnungen gibt es immer eine Pause, sodass sich die Kandidaten, das komplette Team und natürlich auch Moderator und Juror neu sortieren können. Für die Kandidaten heißt das meistens Pause, durchatmen, freuen oder ärgern über die vergangene Show oder einfach ein bisschen quatschen mit den Mitkandidaten. Es gibt einen gemeinsamen Pausenraum, in dem sich alle Kandidaten aufhalten. Dort kann entspannt, gegessen und getrunken werden (ja, man wird gut verpflegt :-)). Vor Corona gab es auch echtes Studiopublikum, das dem Wettbewerb live beiwohnen konnte. Für jede Sendung konnte man Eintrittskarten kaufen und sich so das Kochtreiben direkt im Fernsehstudio ansehen.

Einige Stunden vor Drehbeginn wurde ich mit den anderen Kandidaten mit dem Bus vom Hotel abgeholt und zum Studio gebracht. Dort angekommen gab es neben einer sehr freundlichen Begrüßung und einem kleinen Briefing dann eigentlich nur eines: Warten. Nacheinander wird man von den Tontechnikern verkabelt und von der Maske in einen fernsehvorzeigbaren Zustand versetzt. Nicht, dass es hier um Optik ginge, aber ich war schon sehr froh, dass fähige Hände meine babydurchwachten Nächte kurzerhand verschwinden ließen. Denn, wer es nicht weiß: Gleißendes Studiolicht ist gnadenlos. Ein bissl Puder reicht da nicht. Okay, also nachdem in meinem Fall die Restaurationsarbeiten etwas üppiger waren und auch die Frisur perfekt war, ging es schon an die Studiobegehung.

Alle Kandidaten werden durch das Studio geführt, bekommen eine Einweisung in die Geräte und wo welche Utensilien zu finden sind. Nicht, dass man sich das alles ernsthaft merken könnte, aber es ist schon deutlich angenehmer nicht völlig orientierungslos zu sein. Gerade, wenn dann das Lampenfieber zuschlägt und der Puls beim Klatschen und der Studiobeleuchtung hochgeht. Was ich sehr hilfreich fand: Es wurde auch das Warenlager besprochen. So konnte man sich schon mal vorher überlegen, was denn überhaupt so vorhanden ist. Auch eine Bestandsliste durfte in den Pausenräumen eingesehen werden. Denn ich kann euch sagen, wenn der Countdown läuft, willst du nicht erst suchen und überlegen, ob zum Beispiel Semmelbrösel vorhanden sind…

Aufgrund der Juryentscheidung in der vor mir aufgezeichneten Sendung verschob sich meine Teilnahme auf die letzte Aufzeichnung bzw. Sendung vor einer Drehpause. Der neue Drehbeginn für weitere Sendungen stand zu diesem Zeitpunkt noch nicht fest, sodass dann klar war, dass ich ein weiteres Mal nach Hamburg kommen dürfte – sofern ich diese Kochchallenge für mich entscheiden könnte.

Aber mir war erstmal wichtig: Diese Runde überstehen.

Mit mir ist es immer dasselbe! Kurz vor Drehbeginn bin ich adrenalingetrieben und zumindest innerlich halb am Durchdrehen… Klingt jetzt nicht so spaßig, aber ich mag das Gefühl. So ein bisschen kribbelig und man will endlich, dass es losgeht.

Nach einem letzten Mal abpudern stand ich mit meinen zwei „Gegnern“ also hinter der Studiokulisse und bibberte. Man hört die Leute klatschen, das gesamte Produktionsteam ist konzentriert und dann gehts los.

Hensslers Countdown läuft wirklich in Echtzeit runter. Das heißt, dass es nach der kurzen Anmoderation und Begrüßung von Steffen Henssler auch losgeht und man knallhart exakt 25 Minuten Zeit hat. Erst jetzt erfahre ich, dass das heutige Gericht, das ich zubereiten soll „Zweierlei Maultaschen mit Beilage“ ist. So weit, so gut. Im selben Moment erfahren wir, dass wir extralange Apnoetauchflossen während des gesamten Countdowns tragen müssen. Nicht sehr praktisch, aber es hätte schlimmer kommen können…

Die restliche Sendung lief für mich wie im Traum ab. Ich habe mich orientiert (und mit Freuden festgestellt, dass ein 1a-Nudelteig bereitgestellt war und ich nicht auch noch den kneten musste…) und dann einfach nur funktioniert. Ich nenne das gerne den Kochtunnel. Nach der Aufzeichnung hat mich mein Mann gefragt, worüber ich denn so mit Steffen gesprochen habe. Ja… so wirklich wusste ich das nimmer. Das nennt man mal Konzentration!

Zum Kochtechnischen: Eine klassische Maultasche war natürlich (auch in der Zeit) nicht machbar. Ich fand zwar Nudelteig und ein altbackenes Brötchen, Zwiebeln sowie Spinat, aber kein Brät, sodass ich mich von der Urmaultasche gedanklich gleich mal verabschiedet habe. Na gut, ich experimentiere ja eh gerne mit alternativen Maultaschen wie hier oder hier.

Aber lange fackeln ist in dieser Show nicht. Und ein bisschen die Grundelemente des Kochens sollte man schon beherrschen, wenn man etwas Vorzeigbares servieren möchte. Nachdem ich gefühlt Ewigkeiten im Warenkorb verbracht habe, stand meine Idee. Ich wollte Christian Lohse vegetarische Maultaschen servieren: Eine sollte gefühlt werden mit einer Mischung aus gebratenen Kräuterseitlingen und Babyspinat und die andere sollte sautierten Spitzkohl mit etwas Apfel und Muskatnuss enthalten. Wenn noch Zeit bliebe, wollte ich die Taschen noch mal kurz in knusprig gebratenen Pankobröseln schwenken. Als Beilage (die ja frei gewählt werden durfte) plante ich einen roh gehobelten Fenchelsalat mit einem Honig-Senf-Dressing und frischem Koriander.

Soweit so gut. Mit Flossen an den Füßen bin auch ich nicht so fix wie sonst und der Anblick im TV wie ich da durch die Gegend watschele war schon lustig!

Okay, und der verbale Schlagabtausch mit Steffen und mir war auch nicht so ganz ohne. Während wir Kandidaten flitzten (so weit es denn möglich war) wie die Wilden, um etwas Essbares zustande zu bringen, wurde mal gekonnt darüber philosphiert, warum ich denn die Freeze-Karte gezogen hätte… Weil ich „ein ganz böser Mensch“ bin, laut Steffen Henssler.

Ich sehe das etwas pragmatischer: 1. That’s the game! 2. Schon im Vorfeld wusste ich ja von der Existenz dieser Karte. Und ich hatte mir bereits am Morgen geschworen: Wenn das Kochen eine stramme Nummer wird und/oder die Challenge extrafies, dann zieh ich die Karte, bevor ich sie selbst ausbaden muss. Vermeidungstaktik sozusagen.

Und nachdem mein Mitkandidat mit dem Moderator darüber sprach, dass er pochiertes Ei in seine Teigtasche füllen möchte, dachte ich, dass das schon lecker klingt und in dem Moment hab ich einfach gedrückt. Denn was, wenn das nicht nur fein schmeckt, sondern ich dann drei Minuten zwangspausieren muss und nicht fertig werde?

Naja, dass ich ein bisschen böse bin, wusste ich irgendwie auch schon vorher. 😉

Riesig gefreut hab ich mich allein schon, dass ich in der vorgegebenen Zeit fertig wurde und meinen Teller befüllt ohne Unfälle unterwegs auf den Jurortisch bugsiert habe. Ja, hübsch anrichten war nimmer drin, aber ich habe einfach gehofft, dass Herr Lohse auf die inneren Werte achtet.

Und noch mehr Freude kam auf, als Christian Lohse meine erste Maultasche probiert hat und die Füllung sehr elegant fand. Das ging schon ein bisschen runter wie Öl. Auch wenn ich wirklich kulinarisch starke Gegner hatte, konnte ich trotzdem den Sieg davontragen. Das war schon ziemlich schön.

Evchen bei Hensslers Countdown

An der Stelle ist es auch mal Zeit zu sagen: Danke an Steffen Henssler und Christian Lohse, die auch hinter den Kulissen nahbar, total sympathisch und entspannt waren. Und sich auch die Zeit für ein paar liebe Worte nahmen. Die Zeit im Studio mit dem gesamten Team und auch der komplette Kontakt mit der Produktion war wirklich supernett. Alle waren immer darauf bedacht, dass wir Kandidaten uns wohl fühlen und wirklich keinen Stress (bis auf den während des Countdowns… ;-)) haben. Das war echt klasse! Danke auch an alle anderen Kandidaten, mit denen ich mich schön unterhalten habe!

Auch wenn ich gewonnen habe und eigentlich in der kommenden Sendung hätte mitwirken dürfen: In den Wochen der Drehpause griff leider Corona um sich und eine Anreise nach Hamburg hätte bedeutet, dass ich mit kleinem Baby durch die komplette Republik hätte reisen müssen. Da das Baby noch zu klein ist, um es zu Hause zu lassen, habe ich schweren Herzens von meiner Teilnahme absehen müssen. So war leider schon nach einer Sendung Schluss für mich! Aber schön wars!

Und vielleicht darf ich ja doch nochmal wiederkommen. Ich würde mich sehr drüber freuen!

Evchen bei Hensslers Countdown

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