Graved Lachs – selbstgebeizter Lachs mit Blutorange und Wodka

Graved Lachs - selbstgebeizt mit Blutorange und Wodka

Man könnte wirklich behaupten, dass es Dinge gibt, nach denen deutsche Touristen verrückt sind. Wie zum Beispiel Graved Lachs.

Kleine Anekdote zum Beweis: Herr W. und ich waren auf einer Kreuzfahrt. Es war eine sehr schöne Fahrt und wir konnten so viele Städte und Orte erreichen und genießen. Wir sind jedoch eher Freunde der landestypischen Küche und nehmen unsere Mahlzeiten, soweit möglich, lieber an Land ein. Auch wenn natürlich immer mit gefühlt 24-h-Essensverfügbarkeit gelockt wird. Das ist an Tagen auf See auch super.

Was uns speziell auf dieser einen Reise jedoch aufgefallen ist, dass es schon fast urkomisch war: Beim morgendlichen Gang zum Frühstücksbuffet, gibts für mich erstmal Tee und für Herrn W. ein Käffchen. Wer den Tag geruhsam startet, hat nämlich die Möglichkeit zu sehen wie sich manche Menschen geierhaft auf die Lachsplatten stürzten, die im Minutentakt (!) vom Service unermüdlich aufgefüllt wurden. Man könnte meinen, dass man nur mit Graved Lachs in den Tag starten könne. Selbst die wirklich immer freundlichen Angestellten konnten sich ein Schmunzeln ob dieses Verhaltens kaum verkneifen.

Zurück zu Hause ist mir aber auch an sämtlichen anderen Frühstücksbuffets aufgefallen: Wer Wert auf was besonders Feines legt, der greift zum gebeizten Lachs. Vielleicht nicht ganz so gierig, aber extrem beliebt ist er auf jeden Fall.

Graved Lachs

Ist ja auch richtig lecker. Schon verdammt lange wollte ich also selbst Graved Lachs machen. Als nun Tina und Zorra bei ihrem Blogevent „Typisch Schweden – Schlemmen wie die Schweden“ nach typischen, schwedischen Rezepten aufriefen, hatte ich endlich die Motivation mich mal selbst ans Beizen zu machen.

Und ich muss sagen: Macht das unbedingt auch! Man kann tolle Variationen einbauen, den Geschmack selbst beeinflussen und es war wirklich lächerlich einfach. Ein bisschen Zeit braucht es, aber die Arbeit erledigt der Kühlschrank.

Das Ergebnis: Superleckerer Graved Lachs! Absolutes Highlight beim nächsten Frühstück oder für feine Häppchen. Ich bin absolut hingerissen.

In meinem Fall habe ich mich für Lachsforelle entschieden, weil ich die in wunderbarer Qualität bei mir vor Ort bekomme. Der Fisch bekommt durch den Beizvorgang eine deutlich festere Konsistenz und wird ganz herrlich!

Was nur sehr wichtig ist: Der Lachs muss Sushiqualität haben (wird ja nicht gegart) und ihr müsst penibel auf Sauberkeit achten. Ich arbeite in diesem Fall sogar mit Einmalhandschuhen, sodass der Fisch möglichst wenig Keime abbekommt. Aber wenn ihr das beachtet, ist der Fantasie keine Grenze gesetzt :-).

Übrigens noch ein kleiner Hinweis, für alle, die nix verpassen wollen:
Endlich habe ich einen eigenen Newsletter! Nein, falsch – das evchenbriefchen! Einmal im Monat werdet ihr mit allen Infos und Rezeptbeiträgen versorgt. Kostenlos und ganz automatisch in eurem E-mail-Postfach. Hier gehts zur Anmeldung.

Graved Lachs

Hier mein Rezept:

Graved Lachs – selbstgebeizter Lachs mit Blutorange und Wodka

Zutaten für ein Lachsfilet für zwei Personen als Frühstück:

1 Lachsfilet (alternativ Lachsforelle; Sushiqualität, mit Haut, entgrätet) à 200 g
30 g grobes Meersalz
30 g Zucker
2 EL Wodka
2 Blutorangen mit unbehandelter Schale (nur den Abrieb)

Graved Lachs

Zubereitung:

Die geputzte Lachsforelle unter fließendem Wasser abwaschen und gründlich mit Küchenkrepppapier trocken tupfen.

Die Schale der Blutorangen mit einer Zitrusreibe sehr fein abreiben. In einem Schälchen Salz, Zucker und Orangenschale gründlich vermischen.

Sofern vorhanden die Lachsforelle mit der Hautseite nach unten in ein ausreichend großes Plastik-Vakuumiertüte legen. (Falls nicht vorhanden eine verschließbare Gefriertüte nehmen) Die Fleischseite nun gleichmäßig mit dem Salz-Zucker-Gemisch bestreuen und leicht andrücken. Den Wodka gleichmäßig darüberträufeln.

Mit dem Vakuumierer nun die Luft absaugen und versiegeln. (Beim Gefrierbeutel soviel Luft wie möglich herausdrücken und verschließen) Den Vakuumierbeutel nun für die nächsten vier Tage in den Kühlschrank legen und beschweren. Täglich einmal wenden und immer wieder beschweren.

Ist die Beizzeit vorüber den Beutel öffnen und die Marinade gründlich abspülen. Den Fisch vorsichtig trocken tupfen und mit einem sehr scharfen Messer hauchdünne Scheibchen schneiden. Ist die Lachsforelle einmal aus dem Vakuumbeutel befreit, muss sie sehr zeitnah verzehrt werden. Eine dauerhafte Fermentation hat nämlich nicht stattgefunden.

Tipp: Der Graved Lachs schmeckt sensationell einfach auf Knäckebrot mit etwas Butter oder Frischkäse und etwas frischem Schnittlauch.

Graved Lachs - selbstgebeizt mit Blutorange und Wodka

Blog-Event CXLIX - Typisch Schweden (Einsendeschluss 15. Februar 2019)

9 Kommentare

  1. Hej Eva,
    schwedischer als bei dir geht es ja wirklich nicht mehr! Auch ich kann selten die Finger vom Lachs lassen, wenn er denn auf irgendeinem Frühstücksbuffet steht. Selbst gebeizt ist natürlich unschlagbar, du siehst mich sprachlos und begeistert!
    Ich freue mich sehr, dass du uns auf unserer Schweden-Tour begleitest.
    Tusen tack och hejdå!
    Tina

    • Danke, liebe Zorra. Es war für mich Premiere und ich muss auch sagen, dass es diesen Geschmack auch (bisher) nicht zu kaufen gab.

  2. Mmmmh – sehr appetitlich! Ich beize meinen Graved Lachs nur mit grobem Salz, Pfeffer, viel frischem Dill, Wacholderbeeren und Zucker. Diese Art des Beizens kannte ich bisher noch nicht. Ich danke Dir für die Inspiration. Das werde ich garantiert einmal ausprobieren.
    Liebe Grüße ♥ Birgit

    • Dankeschön, liebe Birgit! Für mich war es auch die Premiere, aber es war wirklich so easy und lecker, dass ich es ganz sicher wiederhole :-).
      Liebe Grüße,
      Eva

  3. Pingback: Gebeizter Saibling mit cremiger Pasta - feinstes Soulfood

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.