Gerösteter Kartoffelsalat mit keine Grüne-Sauce-Dressing

Gerösteter Kartoffelsalat mit keine Grüne-Sauce-Dressing

Heute ist es soweit und ich stoße kulinarisch das Tor zur Hölle auf. Zumindest, wenn man einen waschechten Hessen befragt. Deshalb ist der Rezepttitel auch kein Schreibfehler, sondern mein voller Ernst.

Dieser feine Kartoffelsalat bringt nämlich nicht nur leckere Röstaromen und knackiges Grün in Form von grünem Spargel und frischesten Erbsen vom Markt mit, sondern auch ein keine Grüne-Sauce-Dressing.

Nur für alle bisher Unwissenden als kleine Anmerkung: In DIE one and only Frankfurter-Grüne-Sauce gehören exakt sieben Kräuter: Borretsch, Pimpinelle, Schnittlauch, Petersilie, Kerbel, Sauerampfer und Kresse. So. Und KEIN Dill.

Auf meinem hübschen, kleine Wochenmarkt gibt es mehrfach die Woche wunderbare Zutaten. Frisch und regional. Daher gehe ich dort enorm gern einkaufen. Und es gibt auch ein Ständchen, dass exakt diese tollen, frischen Kräuter im Riesenbund hat. Auf dem Einwickelpapier, in das diese Unmenge an Grün gehüllt ist, steht auch gleich drauf, dass das Kräuter für Grüne Sauce sind. Alles vermeintlich perfekt, sodass man sich nicht von jedem einzelnen, notwendigen Kraut ein Bund kaufen und so alles zusammensuchen muss. Da gibt es nur einen Fehler. Statt Kresse ist darin Dill gewesen. Weiß der Geier warum. Vielleicht ein Schelm in der Gärtnerei? Ich habe es noch nicht herausgefunden.

Wie gesagt: Supergau für den rezepttreuen Hessen.

Zum Glück komme ich aus der Pfalz, schmunzele kurz drüber, freue mich über die tolle Qualität und packe das trotzdem in mein überaus leckeres, cremiges Salatdressing. Jetzt noch Kresse zu besorgen war eh unmöglich, da mir dieses Mysterium erst am Tag darauf, sonntags, aufgefallen ist. Also nicht rumheulen und einfach so tun als wäre nix.

Für alle meine lieben Leser kann ich aber natürlich auch die Empfehlung geben: Gerne mit der ECHTEN 7-Kräuter-Mischung probieren. Schmeckt auch superlecker. Aber da ich hier nix vertusche, gebe ich zu: An diesem Tag der Zubereitung war Dill im Spiel :-).

Gerösteter Kartoffelsalat mit keine Grüne-Sauce-Dressing

Mein gerösteter Kartoffelsalat mit Grüne-Sauce-Dressing reiht sich heute in die wunderbare Rezeptsammlung von „All you need is…“, einer feinen Bloggerrunde, die es sich diesen Monat zur Aufgabe gemacht hat, eine leckere Salatbar mit den passenden Rezepten zusammenzustellen!

Die Rezepte meiner lieben KollegInnen findet ihr am Ende des Beitrags und jetzt gibts erstmal meinen gerösteten Kartoffelsalat :-).

Gerösteter Kartoffelsalat mit keine Grüne-Sauce-Dressing

Gerösteter Kartoffelsalat mit keine Grüne-Sauce-Dressing

Zutaten für eine ordentliche Schüssel voll:
500 g Speisefrühkartoffeln aka Drillinge (festkochend)
250 g grüner Spargel
500 g frische Erbsenschoten
3 EL Butterschmalz
Salz
Pfeffer aus der Mühle

Für das Dressing:
1 Bund Kräuter für keine Grüne Sauce (= Borretsch, Pimpinelle, Schnittlauch, Petersilie, Kerbel, Sauerampfer, DILL)
2 hartgekochte Eier
100 g Schmand
100 g Vollmilch
2 EL milder Essig
2 EL Olivenöl
Pfeffer aus der Mühle
Salz

Gerösteter Kartoffelsalat mit keine Grüne-Sauce-Dressing

Zubereitung:

Zunächst die Kartoffeln waschen und gründlich abbürsten. Anschließend werden sie wie Pellkartoffeln in Salzwasser in ca. 20 Minuten (je nach Größe) gegart. Die gekochten Kartoffeln abseihen und etwas ausdampfen lassen. Wer möchte, kann den Kochvorgang auch schon am Vortag erledigen.

Den Spargel waschen und falls nötig die untersten Enden kappen und im unteren Drittel schälen. Die Spargelstangen in mundgerechte Stücke schneiden. Die Erbsen aus den Schoten palen und die Erbsen dann für ca. 5 Minuten in kochendes Salzwasser werfen. Anschließend abseihen und sofort in Eiswasser werfen, sodass sie abgeschreckt werden. Aus dem Wasser nehmen und gründlich abtropfen lassen.

Für das Dressing die Kräuter waschen, vorsichtig trocken schütteln und verlesen. Die Blättchen von Kerbel, Pimpinelle, Petersilie, Dill und Sauerampfer abzupfen und große Blätter (wie die des Borretsch) grob zerteilen. Sämtliche Blättchen mit dem Schnittlauch in einen hohen Mixbecher geben. Die beiden hartgekochten Eier, den Schmand, die Milch, den Essig und das Olivenöl zufügen. Alles mit einem leistungsfähigen Pürierstab zu einem homogenen Dressing mixen, sodass die Kräuter gründlich eingemixt sind. Das Dressing kräftig mit Salz und Pfeffer abschmecken.

In einer großen Pfanne das Butterschmalz schmelzen. Kartoffeln mit Schale in Viertel schneiden und in dem heißen Butterschmalz von allen Seiten rösten. Das Anbraten auf mittlerer Hitze dauert einige Minuten, sodass alle Kartoffeln leicht gebräunt sind. Nun die Spargelstücke und die Erbsen zugeben und kurz mitbraten. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Nun die Kartoffel-Spargel-Erbsen-Mischung in eine ausreichend große Schüssel geben. Man kann das Grüne-Sauce-Dressing entweder direkt darüber geben bzw. den Salat damit beträufeln oder aber jedem dekorativ ein kleines Schälchen Dressing dazu reichen. So sieht das Ganze deutlich appetitlicher beim Anrichten aus.

Guten Appetit!

Gerösteter Kartoffelsalat mit keine Grüne-Sauce-Dressing

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Gerösteter Kartoffelsalat mit keine Grüne-Sauce-Dressing

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33 Kommentare

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  8. Liebe Eva, ob mit Kresse oder Dill – dein Salat sieht absolut köstlich aus! Würde gerne eine große Portion davon nehmen!
    Liebste Grüße von Martina

  9. Der Westfale guckt verständnislos: So ernst nehmen die das in Hessen mit der grünen Sauce??? Ich glaube, ich werde den Salat mal nachbasteln in der Version „gar kein Anflug von grüne Sauce“, denn bei uns auf dem Markt kriege ich Borretsch, Pimpinelle und Sauerampfer nicht. Es ist dann halt Röstkartoffelsalat mit Kräutersauce. ich bin mir sicher, das schmeckt auch 🙂

    • Hallo liebe Gabi,
      zumindest ist mir diese Rezepttreue zu Ohren gekommen. Aber ich bin da auch nicht so streng. Jedoch muss ich sagen: Je vielfältiger die Kräutermischung ist, desto spannender schmeckt es mir. Danke dir!
      Liebe Grüße,
      Eva

  10. Keine grüne Soße Dressing, das ist gut. Der Dill bringt da nochmal einen ganz anderen Geschmack rein. Der Salat sieht auf jeden Fall total lecker aus.
    Liebe Grüße,
    Kathrina

  11. Ich nehm den so oder so! Dein Salat sieht nämlich supergut aus und hier in Schwaben mußte ich mich eh vor einiger Zeit erstmal in die Materie „echte grüne Sauce“ einlesen.

    • Danke, liebe Simone! Hihi… ja, je nachdem wen man fragt, scheint das ein unumstößliches Heiligtum zu sein ;-).

  12. Liebe Eva,
    dieser Kartoffelsalat sieht echt super aus und das grüne Dressing obendrauf… Mhh….. Lecker!
    Liebe Grüße,
    Ina

  13. Darf man nicht zu laut sagen, aber ich als waschechte Hessin hau ja auch mal ganz bewusst etwas Dill in die grüne Soße. Dill macht einfach alles besser. 😀
    Klingt jedenfalls nach einem wunderbaren Rezept!
    LG
    Sabrina

  14. Liebe Eva,
    das klingt nach einem Salat zum Sattwerden und sieht köstlich aus. Und „grie“ ist die „Soß“ auf jeden Fall, so what? 😉
    Herzlichst, Conny

    • Liebe Conny,
      ja wenigstens ist die Sauce grün, sonst wäre ich wohl gleich auf den kulinarischen Scheiterhaufen gekommen.
      Vielen lieben Dank dir! 🙂
      Liebe Grüße,
      Eva

  15. Pingback: Salatbar: Honig-Senf-Dill-Sauce | Langsam kocht besser

  16. Hallo Eva… tolles Idee… muss ich die Woche ausprobieren. Leider bin ich gebürtig kein Frankfurter… mir fehlen ein paar Meter – es war damals in Offenbach.
    Aber ich würde dir Absolution erteilen (auch ohne „kein“) Eine hessische kulinarische Vorhölle sieht anders aus!!! Neben den 7-Kräuter Dogmatikern gibt es mindest ebenso so viele, die Anhänger der „je mehr Kräuter, um so besser“ Sekte sind. Wichtig ist eigentlich nur, dass man mit den vorschmeckenden Kräutern sehr vorsichtig sein muss. Neben Dill… auch bei der Kresse darf es nicht zu viel sein… Du Glückliche, dass du überhaupt eine gute Mischung bekommen hast. Ich hab aufgehört, die Päckchen „im nichthessischen Ausland“ zukaufen (es sind nur 5 km). Meine Theorie: Es gibt Exportpäckchen…viel krause Petersilie damit das Päckchen Volumen hat….wenig andere Kräuter…oft viel zu feucht eingepackt…und dann ein bisschen unterwegs… kein Spass. Wenn man denn dann doch schöne Kräuter hat, dann gibt es noch die Frage Jogurt, saure Sahne, Schmand oder gemischt…auch egal… de gustibus non est disputandum
    Die Sakrilegien liegen eigentlich wo anders:
    1. in eine rischdisch gudde grie Soss kommt glatte Petersilie (es soll sich ja nicht wie Kutteln im Gaumen anfühlen)
    2. die Kräuter dürfen nicht maschinengeschreddert werden (es ist ja kein Smoothie)…es ist Arbeit… aber am Besten von Hand schneiden/wiegen…es gibt keine Maschine, die die Textur nicht irgendwie angreift (das ist wie beim Pesto Genovese und dem Mörser…man schmeckt und spürt den Unterschied)
    3. Eier nur gut wachsweich kochen. Eiweiß und Eigelb werden getrennt. Mit dem gegarten Eigelb mit Öl, Essig, Senf und P&S eine Art Mayonnaise aufarbeiten (das klappt wirklich und gibt der Sauce wums) Das Eiweiß feingehackt erst kurz vor fertig dazu (in Verbindung mit der Säure in der Sauce wird es sonst schnell wie Gummi)
    Ansonsten bist du bis auf die Erbsen und den Spargel ganz nah an einem Klassiker… Neben Tafelspitz und Ochsenbrust… Grie Soss wird auch oft mit Bratkartoffeln gegessen…. Werd es auf alle Fälle mit einem „Doch Grie Soss“ Dressing versuchen, solang es noch Spargel gibt.
    Liebe Grüße aus Monnem
    Härrie
    Wischdisch iss, dess’s legger iss

    • Da bin ich aber sehr beruhigt :-)! Und vielen Dank für die Aufklärung! So genau war mir das nicht klar.
      Liebe Grüße

  17. Hallo Eva,
    ich kann mich als Westfälin nur dem Kommentar von Gabi nur anschließen 😉 Der Salat sieht einfach nur oberleckerst aus mit oder ohne Dill und oder Kresse. Ich werde ihn mit den Kräutern, die mein Garten hergibt auf jeden Fall ausprobieren….

  18. SO!
    Nachdem ich nun mehr als 24 Stunden Zeit hatte, diese kulinarische „Provokation“ zu verarbeiten, ist mein hessischer Blutdruck wieder soweit gesunken, dass ich dir einen Kommentar hinterlassen kann, liebe Eva!
    Du wirst es mir hoffentlich verzeihen, wenn ich jetzt sage…

    LECKER! HER DAMIT ♥

  19. Liebe Eva,
    als Du es bei Facebook geschrieben hattest, habe ich genau das erwartet. Dill ist wirklich der Megagau bei grüner Sauce. Ich entfolge dir dennoch nicht und freue mich total über deinen köstlichen Salat. Wen der Dill stört, der kann ja Kresse nehmen. 😉

    Liebe Grüße
    Nadine

    • Liebe Nadine,
      vielen Dank für deine Absolution ;-). Und zu meiner Ehrenrettung muss ich ja wenigstens festhalten, dass ich das Bündel genau SO bekommen habe. Danke dir!
      Liebe Grüße,
      Eva

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