Selbstgemachte Chicken Nuggets und Kartoffel-Wedges – fast food in der slow version

Selbstgemachte Chicken Nuggets und Kartoffel-Wedges

Zeit für ein Geständnis: Als ich klein war, sind meine Eltern mit mir gefühlt 1x im Jahr mit mir zu dieser beliebten Fastfoodkette mit dem güldenen M gegangen. Und auch nur, wenn ich wirklich endlos gebettelt habe. Für mich damals völlig unverständlich. Es war natürlich unter uns Kids total angesagt dorthin zu gehen. Jetzt, wo ich groß bin, habe ich da etwas mehr Verständnis und hoffe, dass ich meinen Kindern auch ein gutes Verständnis und Gefühl für leckeren und nachhaltigeren Konsum und qualtitative Lebensmittel beibringen kann. Nicht, dass ich solche Besuche verbieten werde, aber welchen Nährwert so ein Fertigessen hat, weiß ja mittlerweile wirklich jeder. Von der Qualität der verwendeten Rohstoffe oder das zugrundeliegende Tierwohl bei dem verwendeten Fleisch mal ganz abgesehen.

Als Kind habe ich eigentlich in diesem Schuppen nur zwei Dinge abgöttisch geliebt: Dieses cremige Eis mit Schoko-Kokos-Geschmack (das exakt so schmeckt wie dieser bekannte Schokoriegel) und Chicken Nuggets mit süß-saurer Sauce. Keine Ahnung, was da bei mir schiefläuft, aber das Zeug triggert mich heute noch manchmal leider.

Selbstgemachte Chicken Nuggets und Kartoffel-Wedges - fast food in der slow version

Da ich jetzt, wo ich groß bin, solche Ketten möglichst nicht unterstützen möchte (okay, als ich frisch entbunden hatte, gab es echt keine Alternative… das musste sein – und glaubt mir: Da wollte niemand mit mir diskutieren in Anbetracht des scheußlichen Krankenhausfraßes und meines Zustandes), gibt es langfristig nur eine Option für Chicken Nugget-Gelüste – selbermachen!

Und glaubt mir: Wenn die selbstgemacht sind mit goldgelb-knusprig-frittierter Kruste, saftigem Hähnchenfleisch, das nicht nur nach Hühnchen schmeckt, sondern auch noch so aussieht und sogar welches ist, ein paar knusprigen Kartoffel-Wedges aus dem Ofen und ein leckerer Dip dazu – food heaven!!!!

Die Geister streiten sich ja, worin man dann Nuggets und Wedges dippen muss, aber da soll sich jeder suchen, was er präferiert. Da bin ich ganz weltoffen. Bei der Panierung des Hühnchens hab ich mich bei einem Rezept von Steffen Henssler bedient. Der hat diese Mischung verwendet, um Nashi-Birnen mit einer krossen Außenhülle zu versehen. Das hat auch ziemlich gut bei meinen Nuggets funktioniert.

Selbstgemachte Chicken Nuggets und Kartoffel-Wedges - fast food in der slow version

Was ist dein persönliches Lieblings-Fast-Food?

Wenn du auch so das ein oder andere hast, dem du nicht widerstehen kannst, dann wirst du in dieser tollen Sammlung meiner Foodblogger-Kollegen sicher fündig: All you need is homemade – Fertigessen-Klassiker selbstgemacht! Die einzelnen Beiträge findest du am Ende dieses Blogartikels. Einer besser als der andere – klick dich unbedingt durch!

Selbstgemachte Chicken Nuggets und Kartoffel-Wedges - fast food in der slow version

Hier gehts jetzt los mit dem Rezept für selbstgemachte Chicken Nuggets und Kartoffel-Wedges – fast food in der slow version.

Selbstgemachte Chicken Nuggets und Kartoffel-Wedges – fast food in der slow version

Zutaten für 3 hungrige Personen:

Für die Chicken Nuggets:
400 g Hähnchenbrustfleisch (ohne Haut und Knochen, bereits pariert und von Sehnen befreit)
40 g Speisestärke
100 g Weizenmehl
1 TL Salz
2 EL Apfelessig
160 ml Pils
Salz
Pfeffer aus der Mühle
500 ml Öl zum Frittieren

Für die Wedges:
500 g festkochende, kleine Kartoffeln
4 EL hitzebeständiges Öl (z.B. Erdnussöl)
2 TL Salz
einige Umdrehungen aus der Pfeffermühle
1/2 EL geräucherters Paprikapulver

Dips:
ganz nach Gusto – hier mal ein paar Ideen zur Auswahl:
selbstgemachter Kirsch-Ketchup
Stachelbeer-Chutney (Rezept folgt bald)
Pflaumensauce
Senfdip
Barbecue-Sauce

Zubereitung:

Den Backofen auf 220 Grad Heißluft (bzw. Umluft) vorheizen. Die Dinger werden einfach deutlich knuspriger, wenn der Ofen richtig heiß ist und keine Ober-Unterhitze gewählt wird.

Für die Panierung den Teig vorbereiten. Dies sollte rechtzeitig geschehen, sodass der Teig für die Panierung noch etwas stehen und ziehen kann. In einer kleinen Schüssel Stärke, Mehl, Salz, Essig und Bier mit dem Schneebesen zu einem möglichst klümpchenfreien Teig verrühren. Nur so lange rühren bis sich alles verbunden hat. Das Ganze abdecken und 30 Minuten (bis zu einer Stunde) bei Zimmertemperatur stehen lassen.

Für die Wedges zunächst die Kartoffeln nebst Schale sehr gründlich waschen und mit einer Bürste gründlich reinigen. Die sauberen Kartoffeln nun in dünne Spalten schneiden. Die Kartoffelspalten mit dem Öl in eine ausreichend große Schüssel geben und mit Salz, Pfeffer und Paprikapulver bestäuben. Das Ganze gründlich vermengen, sodass alle Spalten mit dem Öl in Berührung kommen und sich die Gewürze ausreichend verteilen können.

Die Kartoffelspalten nun auf ein mit Backpapier belegtem Backblech verteilen und im Ofen ca. 30-40 Minuten goldbraun backen. Zwischendurch ein bis zweimal wenden. Den Ofen jedoch im Auge behalten – ich habe schon festgestellt, dass es je nach Dicke der Spalten oder nach Leistungsstärke des Ofens durchaus mal länger oder kürzer dauern kann. Sind die Wedges schon braun genug, die Nuggets aber noch nicht fertig. Einfach Ofen ausschalten und dann zügig frittieren, sodass bald zum besten Teil des Rezepts übergegangen werden kann :-).

Während die Wedges im Ofen backen, werden die Chicken-Nuggets zubereitet. Das Hühnchenfleisch mit Küchenkrepppapier trocken tupfen und in mundgerechte Stücke schneiden. Das Fleisch kräftig salzen und pfeffern. Nun den Teig zum Panieren sowie die Fleischstücke und einen großen Teller mit Küchenkrepppapier belegt bereitstellen. Einen kleinen (aber ausreichend großen..) Topf mit dem Frittieröl füllen und stark erhitzen. Das Öl muss so heiß sein, dass sich beim Hineinhalten eines Holzstieles vom Kochlöffel kleine Bläschen bilden.

Nun portionsweise die Fleischstückchen vorsichtig durch den Teig ziehen, sodass jedes Stück mit ausreichend Teig benetzt ist. Das klappt mit zwei Gabeln recht gut und unfallfrei. Jedes Stückchen kurz abtropfen lassen, sodass überschüssiger Teig nicht mitfrittiert wird und dann anschließend sofort ins heiße Öl geben. So lange frittieren bis die Chicken Nuggets goldgelb sind. Mit einem kleinen Metallsieb aus dem Öl nehmen und auf Küchenkrepppapier entfetten.

Die selbstgemachten Chicken Nuggets und Kartoffel-Wedges sofort mit Dip nach Wahl servieren und genießen! Dazu passt sowohl ein frisch gezapftes Bier als auch ein kräftiger Rotwein.

Guten Appetit!

Und hier gehts entlang für noch viele weitere, leckere Homemade-Klassiker:

Foodistas Fischstäbchen mit Spinat und Kartoffelbrei
Möhreneck Tortellini mit Cashew-Tofu-Füllung in würziger Tomatensauce
Jankes*Soulfood Gemüseravioli in Tomatensauce
Ina Is(s)t Nasi Goreng mit Hähnchen
Teekesselchen Genussblog Champignon-Baguette (vegan)
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Küchentraum & Purzelbaum Ravioli mit Tomatensauce
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Zimtkeks und Apfeltarte Maulwurfkuchen
ninamanie Spaghetti alla Napoletana
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Brotwein Zwiebelsuppe – Rezept französische Art mit Käse überbacken
S-Küche Instant Ramen Suppe – Homemade mit viel Umami
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Selbstgemachte Chicken Nuggets und Kartoffel-Wedges - fast food in der slow version

30 Kommentare

  1. Liebe Eva,
    danke für dieses tolle Rezept! Mir läuft direkt das Wasser im Mund zusammen! Ich mochte die Golde-M-Variante als Kind auch immer ganz gern, würde ich jetzt aber nicht mehr essen – aber deine würde ich genießen!
    Liebste Grüße von Martina

  2. Liebe Eva,
    das ist ein Klassiker, den ich meiner Tochter in deiner Variante jederzeit vorsetzen würde! Da gäbe es kein Halten mehr…
    Liebe Grüße, Ina

    • Liebe Ina,
      danke dir! Oh, ich muss auch gestehen, dass ich auf diesem Gebiet auf jeden Fall auch noch ein Kind bin und bleibe!
      Liebsten Dank für dieses Kompliment!
      Liebe Grüße,
      Eva

  3. Witzig, gerade gestern hatten wir hier im Urlaub Chicken Nuggets und diese leider aus dem Frischeregal.
    Das Fleisch und auch die Panade sind leider kein Vergleich, eigentlich haben die gekauften Nuggets nämlich überhaupt keinen Geschmack…
    Da habe ich mir doch direkt dein Rezept notiert.
    Liebe Grüße
    Tanja

    • Hallo liebe Tanja,
      das ist aber lieb! Ja, wenn man den Vergleich sieht, ist die Fertigvariante echt ein müder Abklatsch.
      Liebe Grüße,
      Eva

  4. Ach Eva, ich will doch kein Fritiertes essen (von wegen Kalorien und so)… Aber so ein paar Nuggets müssten doch mal gehen, ne? Die sehen sooo gut aus und mit einem Salat dazu…

    • Hallo liebe Gabi,
      der Salat ist ja dann fürs bzw. gegen das schlechte Gewissen :-D!
      Nee, Frittiertes ist ganz gefährlich. Muss aber definitiv manchmal sein.
      Vielen Dank dir!
      Liebe Grüße,
      Eva

  5. Liebe Eva,
    echtes Hühnchen und echte Kartoffeln? Dann bin ich dabei bei Deinem Fast Food in Slow.
    Wie hast Du es eigentlich geschafft, bei Deinen Besuchen bei der Fastfoodkette mit dem güldenen M keine Apfeltaschen-Sucht zu entwickeln? (Frage für eine Freundin ;))
    Herzlichst, Conny

    • Liebe Conny,
      danke dir für deinen lieben Kommentar! Hinterher wollte ich immer das McFlurry-Eis mit Bounty. Da war kein Raum für Apfeltaschen :-D!
      Unc ich muss immer noch lachen!
      Liebe Grüße,
      Eva

  6. Wow, das klingt wirklich super lecker und tausendmal besser als das „Original“! Da würde ich mir gerne ein paas stiebitzen.
    Liebe Grüße aus dem Norden,
    Ina

  7. Liebe Eva,
    ich hab es ja schon bei FB erwähnt…mein Junior liebt diese Kombi! Und so, wie du die hier zubereitet hast tue ich das auch 🙂 ! Eine tolle Idee für diese Aktion.
    Herzliche Grüße
    Tina

  8. Bei mir waren es Currysauce mit den Nuggets, die ich gerne gegessen habe. Fastfoodketten waren damals einfach trendy, so wie heute andere Systemgastros trendy sind. Backhendl und Chicken Nuggets habe ich noch nicht selbstgemacht, aber das sieht ja hier ziemlich unkompliziert aus!
    Viele Grüße Sylvia

    • Hallo liebe Sylvia,
      ja, an der Sauce schieden sich damals die Geister :-D!
      Da hast du Recht. Das war einfach hip damals. Vielen lieben Dank dir!
      Liebe Grüße,
      Eva

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