Cartagena de Indias – Tipps für einen Tagesausflug in die wunderschöne Stadt in Kolumbien

Cartagena

„Kolumbien? Bist du verrückt? Da ist es voll gefährlich. Und dort kommen doch die Drogenbarone her!“

Ja, das dürften die Reaktionen auf die Nennung dieser Station auf unserer Rundreise gewesen sein. Dabei dachten wir schon, dass wir alle schon mit unserem Trip nach Indien ausreichend in die Vorurteilshölle getrieben hätten. Aber sind wir mal ehrlich: Wer ein bisschen was von der Welt sehen will (und kann), der muss auch mal für sich selber herausfinden, ob denn immer so was an den Klischees dran ist.

In Mallorca gibts ja auch mehr als nur den Ballermann 6 ;-).

Aber nicht, dass hier ein falscher Eindruck entsteht – wir hatten nur Gelegenheit einen ganzen Tag in einer wunderbaren Stadt namens Cartagena de Indias in Kolumbien zu verbringen. Ich erhebe nicht (zumindest nicht verifizierterweise) den Anspruch darauf, dass unsere Eindrücke von dieser Stadt auf ganz Kolumbien übertragbar wären. Allerdings würde ich behaupten, dass man sich durchaus selbst ein Bild von manchen festgefahrenen „Tatsachen“ machen sollte. Aber ich gerate wieder ins Philosophieren.

Eigentlich wollte ich überhaupt nicht über Cartagena berichten, aber der Tag war so geil, dass ich es doch muss. Nicht nur, weil ich ein Baby-Faultier gesehen habe. Okay, ist wohl wie mit cat-content… und bei manchen Menschen ja auch mit Einhörnern. Ist einfach extrem süß.

Vielleicht lag es einfach daran, dass wir uns planlos in ein Taxi gesetzt haben mit dem Ziel „Old Cartagena“. War ne gute Idee. Mit dem Taxifahrer vorher einen Preis auszuhandeln allerdings auch. Taxameter sind hier nämlich Fehlanzeige ;-).

Cartagena

Und eventuell lag es auch daran, dass wir uns kaum sattsehen konnten an den Farben in dieser Stadt. Ich weiß, klingt plakativ, abgedroschen und schon tausendmal gehört. Aber trifft in der wunderschönen Altstadt aber auch definitiv zu.

Gut, als wir anreisten auf dem Seeweg und der Kapitän schon ankündigte, dass das Einlaufen und auch der morgendliche Blick auf „das New York Südamerikas“ wirklich sehenswert seien, hatten wir trotzdem nicht hiermit gerechnet:

Cartagena

Dass es hier „tropisch“ zugeht, hat nicht nur etwas mit Flora und Fauna zu tun. Auch schwüle 30 Grad aufwärts (je nach Tageszeit) mit ner ordentlichen Portion Luftfeuchtigkeit verleiht ja auch schon gleich Sommerfeeling.

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Must-See-Punkte hatten wir zwar grundsätzlich vor, aber wir wollten uns auch ein bisschen treiben lassen. Einen kurzen Stopp legten wir am Fort San Felipe ein. Wem es nicht zu warm ist, kann die Festung nicht nur von unten bewundern, sondern auch nach oben wandern. Wir sind aber vor den doch recht zahlreichen fliegenden Händlern eher geflüchtet (wobei ein freundliches Nein völlig ausreichte) und haben uns Richtung Stadtstrand Bocagrande getrollt.

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Jedoch haben wir nur einen kurzen Blick riskiert und uns dann direkt auf in die Altstadt gemacht, denn wir hatten gehört, dass es dort mehr als genug für einen kurzen Tag zu sehen gibt. Wobei der Strand (an dem wir dann auch direkt entlangfuhren) besser aussah, als ich erwartet habe. Er kann zwar nicht mit Antigua oder dem 7-mile-beach auf den Caymans mithalten, aber um ein bisschen auszuspannen wäre er dennoch geeignet.

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Die Farben der Häuser und Straßen haben mich sofort begeistert. Wer gern fotografiert, kann hier kaum genug bekommen.

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An den klassischen Sehenswürdigkeiten kommt man fast automatisch vorbei, jedoch haben wir versucht uns etwas abseits der Touristenströme (je nach Tag und auch Uhrzeit sehr unterschiedlich) zu halten. Denn leider haben auch schon andere Menschen bemerkt wie schön es hier ist. Aber es war nicht überlaufen!

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So ein paar Anlaufpunkte und ein Plänchen hatten wir uns zwar vorgenommen, aber wir haben es lieber entspannt angegangen. Denn wer sich treiben lässt, „stolpert“ manchmal über die schönsten Ecken und Erlebnisse.

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Tatsächlich hatte ich am Abend dann etwas Bauchschmerzen, allerdings hätte ich wohl nicht einfach gefühlt ALLE Früchte probieren sollen, die ich gesehen habe… An der Auswahl der Händler kann man sich schon kaum sattsehen.

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Häppchen für auf die Hand aka Streetfood gibt es en masse. Eine lange Schlange aus Einheimischen an diesem kleinen Mini-Herd ließ uns ebenfalls aufmerksam werden. Nach näherer Betrachtung stellten sich diese wohlduftenden, krossen Kleingebäcke als Arepas con queso heraus. Gleich mal angestellt und probiert. Dass der freundliche Verkäufer kein Englisch konnte und man normalerweise in kolumbianischen Pesos bezahlt, stellte sich nicht als Hürde heraus – für einen US-Dollar erstanden wir doch ein Testexemplar! Fazit: Lecker!

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Und leider konnten wir auch nicht alles probieren, was uns so angelacht hat! Bezahlt wird hier normalerweise in Landeswährung, jedoch kommt man zumindest in den Geschäften auch prima mit Kreditkarte zurecht. Und auch Wechselstuben waren ausreichend in der Altstadt vorhanden.

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Besonders empfehlen kann ich aber wirklich die frischen Früchte dort: Avocado, Drachenfrucht, Mango, Papaya, Limetten, rote Birnen, Guaven und so verdammt viele andere Köstlichkeiten, deren Namen ich nicht mal kannte. Es ist ein echtes El Dorado dort…

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In Sachen streetfood hätte ich mich auch permanent durchprobieren müssen, aber ich habe noch etwas Platz gelassen für einen geplanten Restaurantbesuch.

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Die Verkäufer in dieser Stadt achteten sehr darauf, dass ihre Früchte gekühlt, teilweise mit Wasser benetzt und im Schatten lagerten. Und so langsam war mir auch klar weshalb, je weiter der Tag fortschritt, umso glühender war die Sonne.

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Auch in dieser Bäckerei sah alles sehr ansprechend aus…

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Nebenbei bemerkt, habe ich mich den ganzen Tag über sehr sicher gefühlt. Zuvor dachte ich ja, dass man hier vorsichtiger als sonst sein sollte, aber wer den gesunden Menschenverstand eingeschaltet lässt, kann hier entspannt unterwegs sein. Selbst meine schöne Kamera habe ich irgendwann nicht mehr weggepackt (zu viele Motive… :-)) und es war wirklich unproblematisch. In keiner Situation habe ich mich hier irgendwie unwohl gefühlt.

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Geht es euch auch so, dass ihr im Urlaub immer gleich wissen wollt, was es an jedem Essensständchen so gibt?! Furchtbar, aber ich kann meine Neugier selten unterdrücken. Dieser Mann hier rollte erst von Hand Teigfladen aus, füllte sie dann mit schnittfestem Käse und warf die Teigrollen dann ins heiße Fett.

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Irgendwann begaben wir uns dann in die Nähe unseres geplanten Mittagessen-Stopps. Bei Katrin habe ich von einer wirklich guten Ceviche gelesen – also auf dahin. Ein Glück waren wir rechtzeitig bei „La Cevicheria“. Schon lange vor Öffnung waren alle Außensitzplätze vergeben und eine lange Schlange vorm Lokal ließ uns auf ein gutes Essen hoffen. Die hausgemachte Limonada de Coco war auf jeden Fall schonmal sehr überzeugend. Übrigens ein Getränk, dass es in der ganzen Stadt gibt – sehr erfrischend und lecker!

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Hier habe ich beinahe ein Mode-Fotoshooting gesprengt. Aber mir hat diese Straße aber eben auch einfach gut gefallen :-).

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Im Restaurant haben wir beide Ceviche bestellt. Und wurden nicht enttäuscht. Wir hatten Ceviche mit Shrimps mariniert mit Olivenöl, Knoblauch, Koriander, Minze und Zitronen- und Mandarinensaft und Ceviche mit Kalamar und Fisch des Tages mit Zitronensaft, frischem Kokoswasser und Kokosraspeln.

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Nicht nur unfassbar frisch, sondern auch seeehr lecker! Wir haben den Besuch sehr genossen. Allerdings hatten wir hier auch wirklich europäische Preise. Das war es uns wirklich wert, aber die Einheimischen können sich hier sicher leider kein Essen leisten.

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Hier noch ein kleines Suchbild :-). Na, wer erkennt was?

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Dieser kleine Fratz hat leider seine Mutter verloren und wird nun von Hand aufgepäppelt – nur deshalb hat er keine Angst vor Menschen. Ich hätte ihn ja zu gerne mitgenommen…

Ein bisschen traurig war ich auch, dass wir hier nur einen Tag verbracht haben. Wir kommen sicher wieder um die Stadt noch besser und ausführlicher zu erkunden. Aber dass sich hier so eine „Perle“ versteckt, hatte ich nicht erwartet.

Ich hoffe, euch hat mein kleiner Bericht über Cartagena de Indias gefallen!

2 Kommentare

  1. Danke du Liebe für diesen wunderbaren bericht. (-; ich habe ihn genossen, denn ich mag Berichte und vor allem viele Fotos von fernen Ländern. Das muss ein Abenteuer und sehr spannende gewesen sein. Was ist das denn für ein Tier, ein kleiner Affe? Den Papageien fand ich auch toll. (-; Nur dieses Stadtbild hinter dem Wasser… da stehe ich mehr auf Natur… Bitte gern wieder berichten. (-, und liebe Grüße!

    • Sehr gerne doch :-). Gerade bei diesem scheußlich-kalten Wetter hilft so ein „Sonnenblick“. Das Tierchen ist ein Faultier.
      Vielen Dank und liebe Grüße,
      Eva

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