Zwiebelrostbraten mit Schupfnudeln in der deluxe-Version und eine Hommage an ein „Kochbuch“

Zwiebelrostbraten mit Schupfnudeln

Seit Wochen und Monaten taucht immer wieder ein Buch in meinem Dunstkreis auf. Bisher waren alle begeistert und da ich auch ein echter Bücherwurm bin (ja, ich koche nicht nur ;-)), war es nur eine Frage der Zeit bis ich angefixt war…

Jetzt lag ich leider ziemlich lange schon dieses Jahr krankheitsbedingt flach. Mir fiel die Decke auf den Kopf und mein Lesevorrat schrumpfte bedenklich (tatsächlich der EINZIGE Vorteil dieser Situation). Da erinnerte ich mich beim Lesen von Susannes Beitrag über feine selbstgemachte Dumplings an das Büchlein.

Es geht um Stevan Pauls Roman „Der große Glander“. Ein Buch, das ich dann in kürzester Zeit verschlungen habe, sobald ich es in den Fingern hatte.

Natürlich will ich euch nix verraten – nicht wie mein früherer Deutschlehrer in der Oberstufe, der uns immer, wenn wir ein neues Buch im Unterricht besprochen haben, gleich zu Beginn das Ende des jeweiligen Buches verraten hat. Nur damit man sich ganz auf Inhalt und das Analysieren konzentrieren könnte… nicht cool!

In „Der große Glander“ geht es natürlich aber auch ums Essen – und da es (noch) keine Rezepte zu den aufgeführten Köstlichkeiten gibt, hat sich der Mairisch Verlag eine Blogparade einfallen lassen, bei der sich jeder Blogger ein erwähntes Gericht vorgeknöpft hat. So entsteht ein tolles Rezeptverzeichnis!

Ich habe mich an ein Gericht gewagt, das mir schwer fällt. Nämlich eigentlich einen Klassiker der Hausmannskost: Zwiebelrostbraten mit Schupfnudeln. Das habe ich selbst noch nie gekocht, sondern bisher nur auswärts gegessen. Sehr leckere Angelegenheit und deshalb absolut wert mal selbst zubereitet zu werden! Aber das größere Problem: Gerade bei den Klassikern zählt nicht unbedingt Kreativität, sondern einfach lecker und gut.

Daher habe ich den Klassiker auch einfach klassisch gut zubereitet. Ohne Firlefanz. Nur beim Fleisch wollte ich keine Kompromisse machen, als ich so schönes dry aged Entrecote in der Auslage meines Metzgers sah. Man kann sicherlich auch downgraden, aber ich schreibe mein Rezept hier ja NACH Verkostung auf. Und da muss ich klar sagen – das wars wert!

Hier also meine Variante des saftigen Zwiebelrostbratens mit würziger Zwiebelsauce mit Portwein und knusprigen Zwiebelringlein und in Butter geschwenkten Schupfnudeln. Ein bisschen Zeit ist notwendig gerade für die Sauce, aber jeder Bissen ist es wert.

Zwiebelrostbraten mit Schupfnudeln

Zwiebelrostbraten mit Schupfnudeln

Zutaten für vier Personen als Hauptgericht:

Für das Fleisch:
4 dicke Scheiben dry aged Entrecote à 250 g (alternativ: gut abgehangenes Rumpsteak)
6 EL Butterschmalz
Pfeffer aus der Mühle
Salz

Für die Sauce:
2 EL Butter
1 große, rote Zwiebel (ca. 160 g)
100 ml roter Portwein
150 ml trockener Rotwein
400 ml Rinderfond
3 EL dunkler (alter) Balsamico
1 kleine Kartoffel (mehligkochend)
Pfeffer aus der Mühle
Salz

Für die Knusperzwiebeln:
ca. 250 ml Sonnenblumenöl zum Frittieren
2-3 EL Mehl
1 rote Zwiebel (in dünne Ringe geschnitten)
Salz

Für die Schupfnudeln:
500 g mehligkochende Kartoffeln
2 Eier (Größe M)
160 g Weizenmehl
Pfeffer aus der Mühle
Salz
geriebene Muskatnuss
Mehl für die Arbeitsfläche
etwas Butter zum Anbraten

Zwiebelrostbraten mit Schupfnudeln

Zubereitung:

Zunächst die Sauce ansetzen. Hierfür die Zwiebel schälen, halbieren und in feine Ringe schneiden. Eine große Pfanne erhitzen und die Butter darin schmelzen. Die Zwiebelringe unter rühren darin braten bis sie Farbe nehmen. Die angebratenen Zwiebeln nun mit dem Portwein ablöschen. Die abgelöschten Zwiebeln auf niedriger Hitze köcheln lassen. Sobald der Portwein deutlich reduziert ist, den Rotwein in zwei Etappen hinzugeben und ebenfalls einkochen lassen.

Derweil die Kartoffeln für die Schupfnudeln schälen und in Würfel schneiden. Einen Topf mit Salzwasser zum Kochen bringen und die Kartoffelwürfel darin in ca. 20 Minuten weichkochen. Die Kartoffeln abseihen, kurz ausdampfen lassen und dann noch heiß sofort durch eine Kartoffelpresse drücken. Die durchgedrückten Kartoffeln auskühlen lassen.

Nun für die Knusperzwiebeln das Öl in einem kleinen Topf sehr stark erhitzen. Derweil die Zwiebel schälen und in feine Ringe schneiden. Das Mehl auf ein Tellerchen geben und die frisch geschnittenen Zwiebelringe im Mehl wenden und etwas abklopfen. Die bemehlten Zwiebelringe portionsweise im heißen Öl frittieren bis sie goldbraun sind und dann mit einer Metallsiebkelle die fertigen Knusperzwiebeln aus dem Öl nehmen. Auf Küchenkrepppapier abtropfen und entfetten und sofort salzen. Die Knusperzwiebeln beiseite stellen.

Nun Rinderfond und Balsamico zur Sauce geben und weiter einkochen lassen.

Für die Schupfnudeln zur ausgekühlten Kartoffelmasse die Eier und das Mehl hinzugeben. Das Ganze so lange vermengen bis sich alles gut verbunden hat. Mit Salz, Pfeffer und geriebener Muskatnuss würzen.

Auf einem bemehlten Backbrett jeweils ca. einen gestrichenen Eßlöffel des Kartoffelteiges mit bemehlten Fingern zu Schupfnudeln formen/rollen. Die fertig geformten Schupfnudeln auf einem bemehlten Brett oder Teller zwischenlagern.

Zwiebelrostbraten mit Schupfnudeln

In einem großen Topf Salzwasser für die Schupfnudeln zum Kochen bringen. Die Schupfnudeln im nur noch siedenden Wasser ca. 4 Minuten gar ziehen lassen. Anschließend abseihen und auf einem Teller ausbreiten, sodass sie nicht aneinanderkleben.

Den Ofen auf 100 Grad Ober-Unterhitze vorheizen. Zwei große Pfannen für das Fleisch mit dem Butterschmalz erhitzen und die Entrecote-Scheiben von beiden Seiten sehr stark anbraten. Anschließend auf ein Gitterrost legen und im Backofen mithilfe eines Bratthermometers zu Ende garen. Das Entrecote sollte innen noch rosa sein (ich denke, das versteht sich von selber ;-)). Das Entrecote im Ofen belassen bis eine Kerntemperatur von ca. 55 Grad erreicht ist.

In einer Pfanne Butter zerlassen und die Schupfnudeln von allen Seiten Farbe nehmen lassen. Die Schupfnudeln warmhalten.

Die Sauce nun kräftig aufkochen und die Kartoffel sehr fein hineinreiben, um sie zu binden. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Das Entrecote nun auf vorgewärmten Tellern mit der Zwiebelsauce, den Knusperzwiebeln und den Schupfnudeln anrichten und servieren.

Anmerkung: Die gekochten Schupfnudeln, Knusperzwiebeln sowie die Sauce können auch prima vorbereitet werden, sodass dann bevor die Gäste kommen die Schupfnudeln einfach angebraten und die Sauce nochmals aufgekocht werden kann.

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Zwiebelrostbraten mit Schupfnudeln

2 Kommentare

  1. Freut mich, dass ich Dich für das Buch gewinnen konnte, es lohnt sich, nicht wahr?
    Und ich gestehe – ich habe auch noch nie Zwiebelrostbraten gemacht….

    • Hallo Susanne,
      absolut! Ich hab direkt Feuer gefangen! Danke nochmal für den guten Tipp!
      Das beruhigt mich… egal wo ich recherchiert habe, hieß es gefühlt immer, dass das ja zum „Standardrepertoire“ gehöre ;-)…
      Liebe Grüße,
      Eva

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