Weinwanderung Kirrweiler und wo der Wein herkommt

Heute berichte ich euch von meiner Weinwanderung am vergangenen Wochenende! Was für den Vorderpfälzer ganz „normal“ ist, sorgt in allen anderen Teilen des Landes (logischerweise) für Nachfragen. Was zum Geier soll denn eine Weinwanderung sein? Wandern mit der Weinflasche?
Um hier mit Vorurteilen aufzuräumen – also fast… Viele Weindörfer bzw. Winzer schließen sich zusammen und errichten entlang eines kleinen (Rund-)Weges kleine Stände, die zum Probieren (Wein und andere kulinarische Genüsse) und Verweilen einladen.

Böse Zungen könnten jetzt behaupten, dass das lediglich ein Vorwand für feuchtfröhliche Gelage wäre 😉
Ich würde jedoch auch sagen, dass so ein Event auch eine tolle Gelegenheit ist, mit netten Menschen an der frischen Luft zu sein und auch mal abseits der bekannten Weinpfade zu wandeln ehm wandern. Praktischerweise kann man sein Glas an jeder Station wieder füllen lassen.

Dieses Wein-Event möchte ich jetzt aber mal zum Anlass nehmen euch ein wenig mehr über Wein zu erzählen. Ich bin sicher kein Sommelier oder besonderer Weinkenner, aber tatsächlich lernt man in meiner Heimat schon in der Grundschule im Sachkundeunterricht die Grundlagen des Weinbaus. Das mag für den einen oder anderen lustig klingen, aber wenn man bedenkt, dass man hier auf dem Land nahezu völlig umgeben ist von Weinreben, erscheint es schon plausibler.

Gerade an diesem Oktoberwochenende hatten wir Spitzenwetter und das machte unsere Weinwanderung natürlich noch schöner! Kirrweiler ist ein kleines Örtchen etwas südlich von Neustadt an der Weinstraße und wir kommen immer wieder gerne her.
Traubenvollernter

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wie wir so zwischen den Reben herumspaziert sind, war hier auch ein „Arbeitsgerät“ abgestellt. Die Weinlese hat hier längst begonnen und mit so einem riesigen Traubenvollernter werden heutzutage die meisten Trauben geerntet. Falls ihr so einem Gerät mal begegnen solltet, sucht euch bitte einen anderen Aufenthaltsort als ich auf dem Bild, da das nicht ungefährlich wäre. Diese Vollernter fahren zu Lesezeiten fast nonstop, da viele Winzer keine eigenen Vollernter haben und dementsprechend die Nachfrage und Auslastung sehr groß ist. Tatsächlich wird auch heute noch für Spitzenweine oder an schwer zugänglichen Hanglagen per Hand geerntet.

Im Hintergrund ist der Pfälzer Wald und das Hambacher Schloss zu sehen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mein eigener Vater erzählte mir in diesem Zusammenhang von der Weinlese vor 65 Jahren: Als kleiner Junge half er (wie die ganze Familie) selbstverständlich bei der Traubenernte mit. Die Traubenhenkel wurden von Hand abgeschnitten und jeder Erntehelfer hatte einen großen Behälter auf den Rücken geschnallt, um die Trauben zu transportieren. Wenn dieser voll war, musste man den Inhalt in einen großen Zuber schütten. Da eine Menge Trauben auf einmal in den Behälter passten, musste man sich nun vornüberbeugen, um die Trauben auszuschütten. Erfolg der Angelegenheit war, dass mein Papa spätestens nach der ersten Fuhre einen traubenklebrigen Nacken und Rücken hatte. Ihr seht schon – allzu spaßig und romantisch darf man sich das nicht vorstellen!
Weinwanderung Kirrweiler

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wir haben den Tag sehr genossen und uns vor allem den frischen 2014er Jahrgang an Weißweinen schmecken lassen.

In den nächsten Wochen gibt es auch mal die ein oder andere Empfehlung begleitend zu einem schönen Herbstgericht.

Kirrweiler Weinwanderung

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.