Vitaminwoche: Warum Salat geil sein kann!

Immer diese ketzerischen Überschriften – ich weiß… aber zack, hat man die Aufmerksamkeit der Leser 😉 Nein, mal Spaß beiseite: Ihr kennt das doch sicher auch in eurem Umfeld – die anonymen (mehr oder weniger) Salathasser.Da sitzen sie im Lokal und wenn es das klassische Schnitzel mit Pommes und Salat gibt, gut, dann nimmt man den Salat halt mit, ist ja auch im Preis inbegriffen. Aber freiwillig? Wieso sollte man…

Ein tolles Beispiel dazu ist mein eigener Papa. Hallo Papa, falls du das hier lesen solltest ;-)! Immer wenn ich meine Eltern besuche und meine Mama mir sämtliche Essenwünsche mit „Kind, was wünschst du dir denn, was ich dir koche?“ quasi von den Lippen abliest (Danke, liebe Mama mal an dieser Stelle!), geht es folgendermaßen zu. Stellt euch also folgendes Szenario vor: Ich decke den Tisch, während meine Mama in der Küche die finale Phase einleitet. Mein Papa kommt zum gedeckten Tisch und seine erste Amtshandlung: Das Salattellerchen entweder maximal von seinem Platz wegschieben oder dezent anzumerken, dass ich das ruhig wieder in den Schrank stellen kann, weil er das ja nicht braucht! Immer wieder ein Highlight. Die Stars aus „Ein Herz und eine Seele“ – manchmal entdecke ich durchaus Paralellen…

Fakt ist: Mein Papa isst grundsätzlich Salat. Er vermeidet ihn bloß. Und meine Mama kocht lecker (auch das Salatdressing). Hier ist tatsächlich das Überrumpelungsmanöver notwendig: „Papa, heut hab ich (= Evchen) ausnahmsweise das Dressing gemacht. Da isst du doch mit und probierst wenigstens?“ Auf diese Art und Weise (außer ihr habt es mit einem ganz fiesen Vertreter der Salatverweigerer zu tun) seid ihr schon mal wieder im Spiel und habt eine neue Chance, den Speiseplan des bisher Salatabstinenten zu erweitern. Jetzt kommt es nur noch darauf an, was ihr daraus macht: Ihr habt nur diese eine Chance, andernfalls wird die Salat-Lethargie weitergehen!

Natürlich kann man sagen, wenn manche Menschen keinen Salat wollen, dann lass sie doch einfach. Andere Menschen wollen ja eben auch kein Fleisch. Da sollte ja jeder frei entscheiden dürfen.

Da kann ich nur sagen: Recht habt ihr! Wenns aber drum geht, dass man vielleicht einfach aus alt eingefahrenen Mustern mal wieder rauskommen will/soll, ein bissle gesünder leben will (aka mehr Grünzeug) oder einfach überraschenderweise kennenlernt, das manche Lebensmittel und Speisen lecker sind, die man vorher verschmäht hat, dann ergibt es ja vielleicht doch Sinn.

Lange Rede, kurzer Sinn: Wir waren dabei, dass die Chance genutzt werden muss!

Das Salat-Erfolgsrezept:

Salat wird nur dann geil (= lecker, ansprechend, gern gegessen), wenn….

1. … das Dressing eine Wucht ist…
2. … er nicht lieblos angerichtet wird…
3. … die Zutaten nicht immer ein- und dieselben sind…

Dieses Triple verhilft eurem Salat zu neuen Ehren 😉 Und ich gebe euch hier einige Ideen, dass euer Salat nicht mehr im Gemüsefach vergammeln muss!

Deshalb jetzt der ausführliche Salatguide für euch:

Pflücksalat

1. All about Dressing:

Das ultimative Dressing, also wirklich universell zu jedem Blattsalat (Kopfsalat, Rucola, Feldsalat, baby leaf, Pflücksalat oder was sonst noch so herumschwirrt) einsetzbar, im Hause evchenkocht stammt von Herrn W. und ist so simpel, dass es die meisten kaum glauben können, da er nur aus drei Zutaten besteht: Rapsöl, selbstgemachter Fruchtessig und Honig.

Klingt simpel, ist auch so.

Nur ein paar Worte zur Erläuterung. Rapsöl ist nicht so dominant im Geschmack wie etwa Olivenöl oder Kürbiskernöl. Stärkere Öle würden einen kleinen zarten Pflücksalat erdrücken. Solche Öle eignen sich eher für einen kräftigen Rucola oder auch einen Feldsalat.

Wir verwenden am liebsten Fruchtessige je nach Saison: Erdbeer-, Johannisbeer- oder Granatapfelessig (Rezepte dazu findet ihr schon hier und hier), da diese eine tolle Frische und Fruchtigkeit ins Dressing bringen.
Sie sind aber vor allem auch nicht so sauer wie der klassische Haushaltsessig.

So ein Dressing lebt vom Spiel aus süß und sauer. Gesüßt wird bei uns mit Honig. Der verbindet sich gleich toll mit den anderen Zutaten.

Das Mischverhältnis sollte bei den drei Zutaten: 1: 3 : 0,5 sein, das heißt also z.B. ein Esslöffel Rapsöl, drei Esslöffel Essig und einen halben Esslöffel Honig.
Je nach Bedarf an Menge des Dressings lässt sich das natürlich dementsprechend steigern.

Salatzutaten

2. Salat auf dem Teller – wie schauts aus / das Anrichten:

Logischerweise habe ich auch nicht jeden Tag Bock, hauchdünne Zucchinischeibchen in Kringeln zu legen oder hier ein Blättchen, da ein Blättchen hinzuzaubern. Aber manchmal helfen schon kleine Dinge wie zum Beispiel unterschiedliche Farben.

  • Unterschiedliche Sorten mischen: Verwendet man zum Beispiel Eichblattsalat, dann kann man den grünen und den rötlichen Eichblattsalat mischen, so sieht das Ganze schon spannender aus.
  • Zu große Blätter sind auch ein enormer Spaßkiller, nicht nur optisch suboptimal, sondern auch auf der Gabel und im Mund…
  • Das Dressing sollte, wenn möglich, erst direkt vorm Servieren über den Salat gegeben werden und vermengt werden. Man will ja noch ein bisschen Knack und Biss und keinen Matschsalat haben.
  • Nicht überladen: Weder das Tellerchen noch die Schüssel. Zu viel ist manchmal eben einfach zu viel! Und auch wenn der Salat im Dressing schwimmt, ist das nicht ganz so ansprechend.IMG_4089

3. Salat, und was noch?:

Klar, als foodbloggerin esse ich natürlich immer maximal kreativ… Nee, war nur Spaß… Aber mit ein paar kleinen Kniffen, kann man doch ein bisschen Abwechslung reinbringen in die Salat-Wüste, indem man auch bei den Toppings variiert.Auf dem Foto unten sieht man eine Salatvariation, auffällig hier: Bunt!
Soll heißen, auch wenn man nicht mehr wahnsinnig viel im Haus hat, lässt sich auch dann spielen… Man sollte nur darauf achten, dass die Aromen harmonieren und nicht zu viele Toppings kombinieren, die sich dann gegenseitig überlagern.

Ein paar getestete Ideen, was sich als Topping zum Salatpimpen eignet:

Gemüse: halbierte Cocktailtomaten, in hauchdünne Streifen geschnittene Zucchini, geraspelte Karotte, fein gehackte Zwiebelchen, gewürfelte Paprikaschote, Salatgurke in Scheibchen oder gewürfelt.

Obst je nach Saison (natürlich nicht alles zusammen, hier ist weniger mehr…): Granatapfelkerne, filettierte Orangen- oder Mandarinenschnitze, Apfelspalten (mit Zitronensaft beträufelt behalten sie ihre Farbe), Birnenspalten, ein paar Johannisbeeren, Himbeeren oder Brombeeren, Erdbeerscheibchen, getrocknete (und gehackte) Cranberries.

Nüsse und Co. für etwas Crunch: Geröstete Sesamsamen, Kürbiskerne, Pinienkerne, Walnüsse (gehackt), Sonnenblumenkerne, Cashewkerne, Pistazien, Mandelblättchen.

Sonstiges: So ein paar gegarte Maronen (ohne Schale, versteht sich), ein
paar gebratene Speckwürfel, selbstgemachte Croutons (aus ein paar Brotresten), ein paar Krümel zerbröselter Feta oder etwas Parmaschinken können so einem Salat auch zu mehr Spannung verhelfen… ohne viel Aufwand.

Ich hoffe, dass ich euch ein paar Anregungen geben konnte 🙂 Viel Spaß beim Ausprobieren wünscht euch euer Evchen!

Pflücksalat

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