Surf and Turf mit der Kokosnuss

Kokos ist super! Ich bin ja so ein typischer Tourist, der sich kaum aus dem Flugzeug in Asien direkt die nächstbeste Kokosnuss schnappt, sie mit einem Strohhalm ausschlürft und natürlich dann noch mit dem Löffel das weiche Fruchtfleisch auslöffelt. Himmlisch! Wenn man so eine ganz frische Kokosnuss hat, sieht die nämlich noch etwas anders aus, als die Dinger bei uns im Supermarkt. Leider wird das in unseren Breitengraden trotz Klimawandel wohl so schnell nichts mit den frischen Kokosnüssen aus der Region, daher muss ich das in meinen Urlaub immer maximal ausnutzen 🙂

Aber nicht nur die Kokosnuss ganz pur finde ich spitze. Man kann mit Kokosmilch nicht nur leckere Pina Colada mixen (ich weiß, total von vorgestern, aber ab und an find ich das doch sehr lecker!), sie in ein leckeres Curry versenken, süße Küchlein (wie hier) damit backen, die Kokosraspeln in feine Kokosmakronen packen oder Hähnchenspieße damit panieren, es gibt noch so vieles mehr…

Mit der Zeit bin ich auf immer mehr Verwendungsmöglichkeiten dieses tollen Gewächses gestoßen. In meinem letzten Urlaub in Thailand habe ich mir Vorräte für Kokosöl und Kokosblütenzucker zugelegt und die Vorzüge entdeckt 🙂 Wirklich klasse, was und wie man alles von der Kokosnuss bzw. der Kokospalme verwenden kann!

Die Thais haben mir nämlich beigebracht: Kokosöl ist von innen und von außen gut 🙂 Es bringt nicht nur Haare zum Strahlen und macht die Haut geschmeidig (wir reden erstmal von der äußerlichen Anwendung…), sondern es schmeckt auch super in einem frischen Salat und dabei nicht einfach nur penetrant-aufdringlich nach Kokos, sondern ist auch sehr mild. Und meine neue Liebe heißt Kokosblütenzucker. Seit ich dort damit erstmals in Berührung gekommen bin, während ich das Dressing eines grünen Papayasalates abgeschmeckt habe, habe ich Feuer gefangen. Kaum zurück wird nun durchgetestet, wo sich dieser aromatisch-feine Zucker so alles einsetzen lässt!

Kokosblütenzucker wird sehr aufwendig aus den Blüten der Kokosnuss gewonnen. Genau das macht ihn natürlich auch nicht gerade zu einem Schnäppchen… Allerdings finde ich, dass er ein tolles Aroma hat und einen Geschmack hat, der leicht an Karamell erinnert. Natürlich habe ich in Thailand schon gehört, dass der Zucker auch noch besonders gesund ist (ob auch äußerlich, kann ich jetzt noch nicht beurteilen ;-)). Darüber lässt sich bekanntlich streiten, aber Fakt ist, dass er wirklich lecker ist!

Aus diesem Grund habe ich mein heutiges Gericht der schönen Kokosnuss gewidmet! Aber nicht, wie ihr jetzt denkt… Sie kommt auf leisen Sohlen ganz dezent daher und doch ist sie omnipräsent!

Ich habe mich an Surf and Turf gewagt. Klassischerweise ja eigentlich mit Rinderfilet und Hummer, habe ich mir das ein wenig anders überlegt… und ein bisschen von der Kokosnuss ist überall dabei und harmoniert sehr gut mit den übrigen Aromen!

Den Oscar in der Nebenrolle bekommt Kokos bei meinem Gericht 🙂 Denn die Kokosnuss verträgt sowohl scharf, als auch fruchtig, zitronig, aber auch Kräuter…
Für mich ist die Kokosnuss daher mein essbares Wunder und ich schicke eine große Portion an die liebe Zorra vom kochtopf, die diesen Monat nach solchen Wundern Ausschau hält!

Es hat uns richtig gut geschmeckt und deshalb will ich euch mein Surf and Turf mit der Kokosnuss jetzt auch nicht länger vorenthalten.

Viel Spaß beim Nachkochen!

Surf and Turf mit der Kokosnuss

Surf and Turf mit der Kokosnuss

In Kokosmilch pochiertes Lamm, Garnele auf Passionsfruchtsauce und lauwarmer Süßkartoffelsalat

Zutaten für zwei Personen als Hauptgericht:

Für das Lamm:
2 Stück Lammlachse (à 150 g)
400 ml Kokosmilch (ungesüßt)
100 ml Wasser
1 Stange Zitronengras
1 Stück frischer Ingwer (3×3 cm)
1 Knoblauchzehe
1 kleine Schalotte
1 Spritzer Limettensaft
2 EL Fischsauce
2 frische, rote Thai-Chilis
1/2 Bund frischer Thai-Basilikum
1/2 Bund frische Minze
Pfeffer aus der Mühle
Salz

Für die Garnele:
4 frische Garnelen mit Schale
2 EL Kokosöl
1 TL Limettenabrieb
Pfeffer aus der Mühle
Salz
3 frische Passionsfrüchte/Maracujas
1 TL Butter

Für den Süßkartoffelsalat:
1 große Süßkartoffel
3 EL Kokosöl
1/2 EL Kokosblütenzucker
3 EL frischer Limettensaft
1 frische, rote Thai-Chili (je nach Schärfewunsch auch mehr)
2 Lauchzwiebeln mit Grün
1 EL weiße Sesamsamen
1/2 EL Schwarzkümmelsamen

Zubereitung:

Die Lammlachse sauber parieren und unter fließendem Wasser kurz abspülen und mit Küchenkrepp trocken tupfen. In einem ausreichend weiten Topf (das Lamm muss zumindest knapp mit Flüssigkeit bedeckt sein) die Kokosmilch mit dem Wasser erhitzen. Das Zitronengras putzen und die harten, dunklen Außenblätter sowie den Stielansatz entfernen sowie der Länge nach halbieren. Den Ingwer, den Knoblauch und die Schalotte schälen und in dünne Scheiben schneiden.

Die Passionsfrüchte halbieren und das Fruchtfleisch mit Kernen in ein Sieb geben und den Saft herausfiltern. Den Passionsfruchtsaft in einem kleinen Töpfchen beiseite stellen. Die Süßkartoffel schälen und mit einem Sparschäler die gesamte Süßkartoffel in dünnen Streifen abschälen. Die Garnelen putzen, die Schale bis auf die Schwanzspitze entfernen und den Darm jeweils entfernen.

Nun zur Kokosmilch das geputzte Zitronengras, den Ingwer, den Knoblauch, die Schalotte, den Limettensaft, die Fischsauce und die Thai-Chilis geben und alles einige Minuten aufkochen lassen. Den kochenden Kokosmilchsud vom Herd nehmen und das Lamm darin versenken. Mit dem Topfdeckel verschließen und 15 Minuten ziehen lassen.

Derweil einen großen Topf mit Salzwasser zum Kochen bringen. Das Töpfchen mit dem Passionsfruchtsaft langsam köcheln lassen, sodass das Ganze etwas andickt.

Für den Süßkartoffelsalat die Chili in sehr feine Streifen sowie die Lauchzwiebeln in feine Ringe schneiden. Aus dem Kokosöl, dem Limettensaft und dem Kokosblütenzucker ein Dressing herstellen und mit den Chilistreifen und den Lauchzwiebeln vermengen. Die Sesamsamen in einer Pfanne ohne Zugabe von Fett anrösten und beiseite stellen. Thai-Basilikum und Minze waschen, trocken schütteln und die Blättchen abzupfen. Die Basilikum- und
Minzblättchen zusammen fein hacken. Die Süßkartoffelstreifen zwei bis drei Minuten im Salzwasser blanchieren, sodass sie weicher werden, aber noch etwas Biss haben.

Sobald das Lamm pochiert ist aus dem Sud herausnehmen und kurz in Alufolie verpackt ruhen lassen. Das Kokosöl für die Garnelen in einer kleinen Pfanne erhitzen. Den Passionsfruchtsaft ggf. mit der kalten Butter binden.

Die Süßkartoffelstreifen abseihen und mit dem bereitgestellten Dressing vermischen. Mit dem Sesam und dem Schwarzkümmel bestreuen. Die Garnelen im Kokosöl von jeder Seite ca. 1-2 Minuten scharf anbraten. Beide Lammlachse
in den gehackten Kräutern rundherum wenden und dann in nicht zu dünnen Scheiben aufschneiden.

Auf vorgewärmten Tellern nun anrichten: Jeweils etwas Süßkartoffelsalat auf jedem Teller platzieren, daneben einen breiten Streifen der Passionsfruchsauce streichen, darauf die Garnelen setzen und mit einer Prise Salz, etwas frisch gemahlenem Pfeffer und dem Limettenabrieb bestreuen. Die pochierten Lammscheiben ebenfalls auf dem Teller platzieren.

Surf and Turf mit der Kokosnuss

Anmerkung: Dieses Gericht ist ein echter Knaller, jedoch sollte man sich alle Zutaten griffbereit legen und was vorzubereiten geht wirklich auch vorbereitet haben, da es hier notwendig ist vorm Anrichten zügig zu arbeiten, sodass das Essen heiß auf den Tisch kommt. Das ist natürlich für die meisten Gerichte sinnvoll, aber hier sorgt es am Ende für weniger Stress 😉

Surf and Turf mit der Kokosnuss

Blog-Event CXVIII - Essbare Wunder (Einsendeschluss 15. April 2016)

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