Postelein mit Birnendressing, Haselnüssen, karamellisiertem Ziegenkäse und eine Münchner Challenge

Ich bin an heiße Ware gekommen…! Objekt der Begierde war knallfrischer Postelein. Auf unserem hiesigen Wochenmarkt gibts den leider nur manchmal im Sommer und da war unser Trip in den Süden Deutschlands ins schöne München natürlich ein Glücksfall. In dieser Stadt muss man als foodie auf den Viktualienmarkt gehen. Nur zum Gucken natürlich.

Aber fangen wir von vorne an: Bei unserem Besuch auf dem Viktualienmarkt dieses Mal waren arktische Temperaturen angesagt (wenn man den bisherigen Winterverlauf so betrachtet). Und beim Stöbern zwischen der (kältebedingten) kleineren Auswahl an den Ständen forderte mich Herr W. zu einer Challenge heraus:

Wisst ihr was Weizengras ist und dass man daraus Saft machen kann? Mir war zuvor zu Ohren gekommen, dass dieser Saft sehr gesund und ganz toll ist, aber doch gewöhnungsbedürftig schmecken soll.Weizengrassaft

Tja, ich habe die Herausforderung natürlich angenommen und eine Portion genossen. Ehrliches Fazit: Riecht original nach dem Rasenschnitt aus dem Garten und schmeckt ein bisschen nach Bärlauch. In Anbetracht der Gefahr, dass ich jetzt dem einen oder anderen Leser auf den Schlips treten sollte: Chacun à son gout! Also alle Weizengrasliebhaber: Habt Nachsehen mit mir. Aber ich fands ziemlich unlecker…

Weizengras

Bei dieser Gelegenheit lief mir aber auch eben der oben erwähnte Postelein über den Weg. So ein zarter, mild-nussiger Salat, der mich direkt angelacht hat, dass ich ihn mitnehmen musste. Und was tun damit?

PosteleinIch habe ihn ganz klassisch als Salat zubereitet. Also falls ihr mal an frischen Postelein (gelegentlich auch als Portulak erhältlich) kommen könnt: Zugreifen! Geschmacklich geht Postelein ein bisschen Richtung Feldsalat, sehr fein und mild im Geschmack.
Ich habe den Postelein kombiniert mit einer Birnen-Senf-Vinaigrette, gerösteten Haselnüssen und karamellisiertem Ziegenkäse 🙂 Ein Gedicht!

Falls sich jemand beim Rezept wundern sollte: Ja, ich mache absichtlich nicht zu wenig Dressing. So hat man noch viel länger Spaß mit frischem Baguette dazu!

Viel Spaß beim Nachmachen!
Posteleinsalat

Postelein mit Birnendressing, Haselnüssen und karamellisiertem Ziegenkäse

Zutaten für zwei Personen als Vorspeise:

150 g frischer Postelein
1 handvoll Haselnusskerne
1 EL Olivenöl
1 Ziegenkäserolle bzw. Ziegencamembert (à 200 g)
2 EL Honig (für den Ziegenkäse)
1 gehäufter TL Salz (bei mir: körniges Fleur de sel mit Thymian, Veilchen
und Lavendel)
50 g Rapsöl
1 TL mittelscharfer Senf
1/2 EL Honig (für das Dressing)
1/2 TL Salz (für das Dressing)
40 ml Birnenessig (5% Säure)
1 große, reife Birne (Sorte: Abate Fetel)

Zubereitung:

Den Ofen auf 200 Grad Ober-Unterhitze vorheizen.

Den Postelein putzen (die Stängel können mitgegessen werden), waschen und vorsichtig trocken schleudern. Die Haselnusskerne in einer Pfanne ohne Fett anrösten. Aus der Pfanne nehmen und grob hacken.

Ein Backblech mit Alufolie auslegen und das Olivenöl darauf verstreichen. Den Ziegenkäse in gleichmäßig große Scheiben schneiden und auf dem gefetteten mit ausreichend Abstand zueinander verteilen.

Nun den Honig auf die Scheiben träufeln. Das Backblech nun für ca. 5 Minuten auf der oberen Schiene im Ofen backen. Hier auf jeden Fall den Bräunungsgrad im Auge behalten. Je nach Ofen kann das karamellisieren sehr schnell gehen. Wer hat, kann natürlich alternativ auch die Grillfunktion nutzen (dann gehts noch ein wenig schneller).

Derweil aus Rapsöl, Senf, Salz, Honig und Essig eine Vinaigrette mischen. Die Birne schälen, vom Kerngehäuse befreien und in feine Würfel schneiden.

Den Salat mit dem Dressing vorsichtig vermischen. Den Salat mit den Birnenwürfeln auf Tellern anrichten.

Die gratinierten Ziegenkäsetaler aus dem Ofen holen und mit dem Salz bestreuen. Die Ziegenkäsetaler nun auf die Salatteller verteilen und mit den gerösteten Haselnüssen bestreuen.

Dazu passt ofenfrisches Baguette.

Anmerkung: Ich habe zum Würzen des Ziegenkäses eine Salzmischung mit fleur de sel, Kräutern und Blüten verwendet. Das Gläschen war noch im Haus und hat sich nahezu aufgedrängt ;-). Je nachdem was ihr zu Hause habt/verwenden wollt, bietet sich auch ein neutrales fleur de sel an (das ist optisch gröber, aber geschmacklich feiner als das klassische „Haushaltssalz“). Kombinieren kann man dann dazu (je nach Vorrat) z.B. Thymianblättchen, fein gehackte Rosmarinnadeln, Lavendelblüten, etc.

4 Kommentare

  1. Ui, das klingt aber lecker! Also der Salat, nicht dieses grasgrüne Getränk da oben… 😀 Bin gerade durch zorras Blogevent auf deinen Blog gestoßen, sehr schön! Da werde ich wohl auch gleich mal teilnehmen 🙂

    Liebe Grüße

    Lisa

    • Hihi, der (Salat) war auch wirklich lecker – was man von dem Saft leider nicht behaupten kann… Freut mich, dass du mich gefunden hast! Schau dich gerne um bei mir und über einen Beitrag zum Event freu ich mich natürlich auch sehr!

      Liebe Grüße, EVa

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