Meine Oma verrät ihr Dampfnudel-Rezept… Zu Gast bei Freunden und Familie

Meine Großeltern haben stolze acht Enkel. Da kann man tatsächlich auch schon repräsentative Umfragen machen.

Wenn die Enkel in Gruppen oder auch alleine bei meinen Großeltern einfallen, fragt meine Oma IMMER was wir uns zu essen wünschen (sie ist wirklich die ALLERBESTE!). Ungeschlagen auf Platz eins der Antwort auf diese Frage steht seit Jahrzehnten das heutige Rezept.

Eigentlich ist meine liebe Oma nicht so internetaffin, aber für evchenkocht und natürlich um den Fortbestand dieses Familienrezeptes sicherzustellen und weil ich euch unbedingt das Step-by-Step-Rezept für die leckeren Dampfnudeln zeigen wollte, haben wir alles nun für immer hier festgehalten!

Und auch, falls ihr wisst, wie gut Dampfnudeln schmecken und euch aber noch nie rangetraut habt. Wobei mir zu Ohren gekommen ist, dass es sogar in Deutschland Fleckchen geben soll, wo man die leckeren Hefebrötchen nicht kennt?! Dieses Wort ist aber für Dampfnudeln eine absolute Untertreibung:

Fluffigste (!) Hefebrötchen, die mit einer genial-krachenden Kruste am Boden und einem süchtigmachendem Spiel aus salziger Süße begeistert. Die Zutaten sind mehr als simpel, aber die Zubereitung eine Ode an genau den Grund, warum die Dinger so verdammt gut schmecken: Zeit für Genuss.

Dampfnudeln macht man nicht mal fix am Feierabend. Aber die Mühe lohnt sich. Wer einmal in so eine perfekte Dampfnudel gebissen hat, weiß warum… noch lauwarm mit dieser SENSATIONELLEN Kruste!

Und noch was: Ich habe das erste Mal Dampfnudeln gebacken. Bisher habe ich mich nie rangetraut. Aber jetzt hab ich das Rezept (auch für mich) festgehalten. Und sie gelingen.

Danke, liebe Oma!

Dieses Rezept schicke ich zu Inas Sammlung von Rezepten aus Kindheitstagen! Ich bin gespannt, was da so alles schönes zusammenkommt :-).

Dampfnudel

Ein bisschen kamerascheu ist meine Oma, aber ich wollte doch schon die Urheberin zeigen ;-).

Pfälzer Dampfnudeln nach Oma Lieselotte

Zutaten für ca. 11-12 Dampfnudeln:
(Gehzeit: 15/60/30 min)

Für den Teig:
500 g Weizenmehl (gesiebt)
75 g Zucker
1 Ei (Größe M)
75 g Butter
1 Würfel frische Hefe
1 gestrichener TL Salz
ca. 200 g Vollmilch
etwas Mehl für die Arbeitsfläche

zusätzlich:
6 gestrichene Eßlöffel Butterschmalz zum Braten
Salz
kaltes Wasser

zwingend benötigt: hochwandige Pfanne mit Glasdeckel

 

Zubereitung:

Sämtliche Zutaten sollten Zimmertemperatur haben.

Die Hälfte des Mehles in eine große Schüssel geben. Eine kleine Mulde hineindrücken und den Hefewürfel fein in diese Kuhle hineinkrümeln. Einen Eßlöffel des Zuckers und ca. drei Eßlöffel der Milch abnehmen und beides auf die Hefe in die Kuhle geben. Mit einem Löffelchen die Zutaten in der Mulde verrühren, sodass die Hefe arbeiten kann.

Die Teigschüssel mit einem sauberen Handtuch abdecken und diesen Vorteig an einem warmen Ort für ca. 15 Minuten gehen lassen. Es sollten nach dieser Zeit kleine Bläschen zu sehen sein und der Teig sollte sichtbar „arbeiten“.

Falls das nicht der Fall sein sollte, könnte eure Hefe schlecht geworden sein oder die Milch war zu kalt (dann dauert es einfach ein bisschen länger, aber sobald alles noch ein paar weitere Minütchen an einem warmen Ort steht, dann bewegt sich das auch…) oder zu warm (das könnte der völlige Hefetod sein, da Hefe bei zu hoher Temperatur untüchtig wird…).

Nach der Gehzeit alle Zutaten, die bereits in der Schüssel sind, dann mit den Knethaken eures Handrührgerätes verrühren. Nun den restlichen Zucker, das Ei und die Butter hinzugeben und alles gründlich einarbeiten.

Das Mehl in zwei Etappen darauf sieben und ebenfalls mit den Knethaken einkneten. Nun die Milch nach und nach zugeben (lieber auch hier in Etappen arbeiten). Das Salz einstreuen und ebenfalls einarbeiten. Der Teig sollte geschmeidig und nicht zu fest und stramm sein.

Dampfnudelteig per Hand kneten

Hefeteig vor dem Gehen

Den Teig einige Minuten kneten – sobald es eine homogene Masse wird, hat man mit den Händen mehr Gefühl. Dann zu einer Kugel geformt in der Schüssel wieder abgedeckt ca. 1h an einem warmen Ort gehen lassen.

Dampfnudeln formen

Nach dieser Zeit sollte der Teig sein Volumen deutlich vergrößert haben. Mit leicht bemehlten Händen den Teig nochmals aufkneten und ein paar Male falten. Nun kleine Kugeln mit den Händen formen und auf einem bemehlten Brett ablegen. Sie sollten mindestens „damenfaustgroß“ sein, sodass sie auch perfekt fluffig gelingen.

geformte Dampfnudeln

Einfach jeweils eine kleine Teigmenge von der großen Kugeln abnehmen und den kleinen Teigling nach unten (zum Boden) etwas glattziehen. Die Oberfläche sollte möglichst glatt sein. Falls der „Dampfnudelboden“ etwas uneben durch dieses Ziehen wird, macht das beim Backen später nichts aus. So mit dem Teig verfahren, bis alle Dampfnudeln geformt sind.

Die Dampfnudeln abdecken und 30-45 Minuten nochmals gehen lassen.

Nun zwei bis drei hochwandige Pfannen mit Glasdeckel stark erhitzen (andernfalls nacheinander arbeiten). Nun das Butterschmalz hineingeben und kräftig Salz gleichmäßig einstreuen (pro Pfanne ca. 1/2 EL Salz – tastet euch nach und nach an eure perfekte Salzmenge heran). Nun die vorbereiteten Dampfnudeln in die sehr heißen Pfannen vorsichtig einsetzen (Achtung, das Butterschmalz ist extrem heiß). Dabei darauf achten, dass die Dampfnudeln mit dem runden und glattgeformten Teil oben liegen. In den Pfannen sollte jeweils noch minimal Platz sein, da sich die Dampfnudeln (wenn ihr alles richtig gemacht habt) noch ein ganzes Stück vergrößern werden.

Nun vorsichtig vom Pfannenrand aus direkt kaltes Wasser angießen, sodass ca. 1 cm Wasser in der Pfanne steht. Sofort den Glasdeckel aufsetzen und die Hitze moderat reduzieren, sodass sie nicht mehr auf voller, sondern auf mittlerer Hitze steht.

Die Dampfnudeln müssen nun ca. 15 Minuten gebacken werden. Sobald die Dampfnudeln fertig sind, den Deckel zügig abheben und die Dampfnudeln mit einem Pfannenwender aus der Pfanne auf ein Kuchengitter heben und noch heiß bzw. lauwarm servieren!

Dampfnudel

Für DIE supergenialen Dampfnudeln gilt es jedoch einiges zu beachten, daher habe ich die vielen Tipps meiner lieben Oma mal zusammengefasst:

  • Auf keinen (!) Fall zwischendurch den Deckel abheben – dann ist alles zu spät!
  • Schnuppert mal direkt an der geschlossenen Pfanne – ab einem gewissen Zeitpunkt kann man die richtige Kruste riechen!
  • Man darf einige Salzkörner auch nach dem Backen noch sehen – es ist das Zusammenspiel von Süße und Salz, die sie so spannend machen
  • Butterschmalz muss sein. Butter würde verbrennen und Margarine wäre geschmacklich ein Desaster!
  • Auf das Krachen/Knacken hören: Wenn sich langsam eine Kruste am Boden der Dampfnudeln bildet, dann kracht es immer mal wieder leise!
  • Beim Backen der Dampfnudeln: Auf keinen Fall den Herd verlassen, egal, ob die Welt untergeht: Das sind die entscheidenden Minuten!
  • Das Salz darf erst in den Dampfnudelteig, wenn die Hefe schon vollständig unsichtbar ist.
  • Zeit mitbringen: Zu kurze Gehzeiten führen nicht zu dem gewünschten Ergebnis!
  • Beim Deckelabheben nach dem Backen in der Pfanne: Möglichst keine Wassertropfen auf die gebackenen Dampfnudeln fallen lassen – das gibt sehr hässliche Dellen!

Anmerkung: Am besten schmecken uns die Dampfnudeln zu Rindssuppe mit Graupen und Gemüse und mit selbstgemachter Vanillesauce! Ja, alles zusammen ;-). Aber es soll auch Menschen geben, die einfach nur Vanillesauce oder sogar Weinsauce bevorzugen! Die Suppe zeige ich euch auch mal bei Gelegenheit. Die ist nämlich auch einfach prima!

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10 Kommentare

    • Hihi, vielen lieben Dank! Hat auch definitiv seine Gründe, dass meine Oma ständig Dampfnudeln backen muss :-). Das sind eben so die Traditionen ;-). Liebe Grüße,
      Eva

  1. Dank evchenkocht sind mir meine ersten Dampfnudeln doch sehr gut gelungen. Habe mich vorher nicht wirklich dran getraut aber dank super guter Anleitung war es am Schluss mit Erfolg gekrönt.

    • Hi Jenny,
      dankeschön! Da freut sich nicht nur meine Oma sehr drüber! Klasse! Und noch besser, dass sie gelungen sind!
      Liebe Grüße,
      Eva

  2. Liebe Eva,
    ich kannte bis jetzt wirklich keine Dampfnudeln, komme aber auch aus Österreich. Bei uns gibt es so was ähnliches: Hefeteigbrötchen, die eigentlich genauso aussehen wie Dampfnudeln. Sie heißen Buchteln, sind mit Marmelade befüllt und werden ebenfalls mit Vanillesoße gegessen. 😉
    Deine Oma sieht total lieb aus und ich kann mir vorstellen, wie lecker ihre Dampfnudeln sein müssen! ♥
    Liebste Grüße,
    Benni ♥

    • Lieber Benni,
      oh, da hast du was versäumt! Dampfnudeln sind sooo gut! Du musst sie nun eben notgedrungen backen ;-). Buchteln habe ich einmal in Österreich im Urlaub probiert. Sie sehen tatsächlich aber nur so aus – wobei sie auch total lecker waren, aber eben was völlig anderes. Vielen lieben Dank, das werd ich meiner Oma ausrichten! Da freut sie sich sehr. Sie könnte es schon kaum glauben, als sie ihr Bild auf dem Blog dann tatsächlich gesehen hat. Ja, die sind tatsächlich einfach genial 🙂
      Liebe Grüße,
      Eva

  3. Katharina Kuhn

    Liebe Eva,
    habe heute die Dampfnudeln nach dem Rezept deiner Oma gemacht. Einfach Spitze. So müssen Dampfnudeln sein. Habe sie bisher nie mit Butterschmalz gemacht. Schmeckt viel besser damit.
    LG Kathrin

    • Liebe Kathrin,
      das ist ja klasse! Freut mich riesig :-)! Ich kann auch nie genug davon bekommen. Deswegen musste das Rezept auch unbedingt mal festgehalten werden!
      Ganz liebe Grüße,
      Eva

  4. Hallo Eva,
    vielen Dank an dich und deine Oma! Das ist ein super leckeres Rezept und total einfach eigentlich. Ich hab mich immer nicht rangewagt, und jetzt weiß ich gar nicht wieso Uns war es nur etwas zu viel Salz am Boden der Dampfnudeln, aber das ist ja der persönliche Geschmack.
    Liebe Grüße
    Melli

    • Hallo liebe Melli,
      vielen lieben Dank! Das freut mich aber so richtig! Ja, das ging mir auch nicht anders – deswegen musste ja die ultimative Oma-Anleitung her
      Liebe Grüße,
      Eva

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