Knödelliebe – Süßkartoffelknödel mit Kokosfüllung und Ananas-Physalis-Ragout

Schon mal Knödel gegessen? Doofe Frage, nicht wahr?

Ich meine natürlich nicht nur einfach Kartoffelknödel oder Semmelknödel, sondern Knödel aus Süßkartoffeln – und auch nicht herzhaft, sondern als Nachtisch.

Okay, ich gebe zu, dass ich, als ich Inas Motto für ihr monatliches „Let’s cook together“-Blogevent gelesen habe, gleich ein paar, sagen wir interessante, Ideen hatte: „Kartoffel mal anders“ lässt ja aber auch viel Spielraum. Das Thema ist mir nicht mehr aus dem Kopf gegangen… so bin ich auf Knödel mit Süßkartoffeln gekommen… das hab ich nun nämlich wirklich nirgendwo gelesen, gesehen, geschweige denn gegessen…

Offiziell gehören die Süßkartoffeln nicht zur „Kartoffelfamilie“ (sondern zu den Kletterpflanzen, laut dem großen, weiten Internetz…), aber was unter Kartoffel läuft bei uns, das zählt ;-). Und es wäre auch echt schade, wenn ihr euch diese süßen Knödelchen entgehen lassen würdet!

Süße Knödel kennt man nämlich grundsätzlich mal schon… eben eher in Österreich mit Marillenknödel, Powidltascherl und Co., aber ich sags euch, das geht auch mit Süßkartoffeln und wie lecker! Ich habe mir eine exotischere Kreation ausgedacht mit einer cremigen Kokosfüllung auf frischem, lauwarmem Obstsalat mit Ananas und Physalis (das mit den Physalis habe ich in einem Kochhausbuch entdeckt…).

Klingt kompliziert? Keine Sorge, ganz easy – und ihr werdet es nicht bereuen, dieses Rezept zu testen! Ich habe euch wie immer möglichst ausführlich mein Rezept aufgeschrieben, sodass ihr es ganz einfach habt. Wir haben dieses Gericht tatsächlich einfach als Hauptgericht gegessen – aber es klappt auch prima als Dessert! Darf ich vorstellen: Die ersten Süßkartoffelknödel ever!

Süßkartoffelknödel mit Ananas-Physalis-RagoutSüße Knödelliebe – Süßkartoffelknödel mit Kokosfüllung und Ananas-Physalis-Ragout
Zutaten für vier Personen als Dessert (ergibt ca. 8-10 Knödel):

Für die Knödel:
1 sehr große Süßkartoffel (ca. 750 g)
2 kleine Kartoffeln, vorwiegend festkochend (ca. 180 g)
1 Ei (Größe M)
50 g Weichweizengrieß
100-200 g Kartoffelmehl
2 EL Zucker
100 g Doppelrahmfrischkäse
2 EL Kokosraspeln
1 geh. TL Puderzucker

Für das Früchte-Ragout:
3 EL Zucker
2 Orangen (Saft)
1/2 frische Ananas
10 Physalisfrüchte (= Kapstachelbeere)

Zum Anrichten:
1-2 TL Kokosraspeln

Zubereitung:

Für die Knödel zunächst sämtliche Kartoffeln schälen und grob würfeln. Einen großen Topf mit Wasser erhitzen und Süßkartoffel- bzw. Kartoffelwürfel in ca. 15-20 Minuten weich kochen. Einfach mit der Gabel testen, ob die Würfel schon weich genug sind.

Während die Kartoffelwürfel kochen, kann das Früchte-Ragout vorbereitet werden. Hierzu die Orangen auspressen und den Saft auffangen. Die Ananas schälen und von Strunk und Stielansätzen befreien. Das weiche Fruchtfleisch in gleichmäßige Würfel schneiden. Die Physalis aus ihren Hüllen lösen und vierteln. Den Zucker in einer Pfanne langsam schmelzen und karamellisieren. Sofort mit dem Orangensaft ablöschen und einige Minuten einköcheln lassen. Die Hitze reduzieren und die gewürfelte Ananas sowie die Physalisbeeren hineingeben und einige Male schwenken. Vom Herd nehmen und beiseite stellen.

Den Frischkäse mit den Kokosraspeln und dem Puderzucker glattrühren. Sobald die Kartoffelwürfel weich sind, das Wasser abschütten und noch lauwarm durch eine Spätzlepresse in eine Schüssel pressen. Zwei Eßlöffel Zucker, den Grieß und das Ei zu dem Süßkartoffelbrei zugeben und gut verrühren. Nun nach und nach Kartoffelmehl zugeben und immer wieder umrühren. Hier muss man portionsweise vorgehen, bis die richtige Konsistenz für die Knödelmasse erreicht ist. Der Teig erscheint – im Vergleich zu klassischem Kartoffelknödelteig – weicher und feuchter. Davon aber nicht irritieren lassen! Süßkartoffeln haben nicht diesselbe Bindung wie „normale“ Kartoffeln und man muss sich ein bisschen herantasten.

Einen Topf mit Wasser auf dem Herd zum Kochen bringen. Am besten erst einen Probe-Knödel in Eisbällchengröße (klappt am besten mit leicht angefeuchteten Händen) formen und in siedendem Wasser in einem weiten Topf auf dem Herd gar ziehen lassen. Den Knödel ca. 8-10 Minuten gar ziehen lassen. Wenn er nicht stabil ist, die Knödelmasse noch etwas mit Kartoffelmehl anreichern, sodass die Bindung verstärkt wird.

Sobald die Knödelmasse passt, ca. 8-10 Knödel formen und in die Mitte der Knödel mit dem Daumen eine tiefe Kuhle drücken. Jeweils einen Teelöffel der Kokos-Frischkäsemasse in jede Kuhle setzen. Die Teigmasse um die Kuhle bzw. um die Kokosmasse wieder so zusammendrücken, dass sie nicht mehr sichtbar ist. Den Knödel wieder glattstreichen, sodass er die Masse völlig einschließt. Die so vorbereiteten Knödel auf einen Teller legen und im siedenden Wasser gar ziehen lassen. Immer portionsweise arbeiten, sodass die Knödel nebeneinander im Topf liegen können, ohne sich zu berühren (sonst gehen sie auch miteinander eine ungewünschte Bindung ein).

Die fertigen Süßkartoffelknödel mit einer Siebkelle aus dem Wasser heben, abtropfen lassen und mit dem Früchteragout auf Tellern anrichten. Wer mag, kann noch Kokosraspeln darüber streuen.

Anmerkung: Knödel selber zu machen ist nicht schwer: Ich habe es schon oft geschrieben, aber man muss sich einfach rantrauen (war bei mir nicht anders!!!) und sich an die optimale Konsistenz herantasten. Das einzige Problem ist tatsächlich, dass jede (Süß)Kartoffel ein bisschen variiert in ihrem Stärkeanteil und man nie genau sagen kann, wie viel Kartoffelmehl notwendig ist, um die richtige Bindung zu erreichen. Einfach nach und nach zugeben und einen Probekloß machen. Wenn der hält, funktioniert auch der Rest ;-).

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