Kaiserschmarrn zum Niederknien mit Pflaumenröster und Vanilleeis

Es gibt so Gerichte, die wecken bei mir absolut positiv besetzte Kindheitserinnerungen. Ich vermute schwer, dass das so etwas nahezu unerschütterliches wie das Urvertrauen ist.

Das sind Gerichte, die einem immer ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Die tatsächlich glücklich machen! Nicht wie manche Unternehmen in Werbespots von ihren Produkten behaupten 😉
Bei mir gehören da so einige Gerichte dazu: Apfelküchle meiner Oma (auch wenn sie immer behauptet, dass die ja nichts besonderes sind – was nicht stimmt!), Dampfnudeln mit Vanillesauce, aber auch Kaiserschmarrn! Das mit dem Kaiserschmarrn liegt bei mir natürlich nicht an der Heimatküche der Pfalz, sondern eher an den südlichen Urlaubsgebieten Bayerns.

Da ist man einen vor Alpenwiesengrün strotzenden Berg hochgekraxelt und sitzt auf den verwitterten Holzbänken einer Alm, die Murmeltiere pfeifen entfernt aus den Felsen und von der vielen frischen Luft hat man natürlich Mordshunger. Und dann kommt da dieser riesengroße Teller mit noch dampfendem Kaiserschmarrn dazu leuchtend-roter Zwetschkenröster und ordentlich Puderzucker! Geruch, Geschmack, Aussehen – ich habe mich immer auf den Kaiserschmarrn gestürzt, weil er mir so gut geschmeckt hat.

Da wurde es dringend Zeit, dass ich das jetzt, wo ich groß bin, auch mal selber mache! Gesagt getan – so schwer kann das doch nicht sein! Auch wenn ich bei meiner Suche nach dem perfekten Kaiserschmarrn immer wieder gelesen habe, dass dafür Fingerspitzengefühl nötig sei. Papperlapapp! Lasst euch nix erzählen –  es braucht nicht mehr oder weniger Sorgfalt als sonst beim Kochen auch!

Was für ein Gericht aus der Kindheit ist das denn bei euch? Gibt es ein Essen, an dem euer Herz hängt? Das direkt schöne Erinnerungen weckt?

Diesen Monat sucht Ina von whatinaloves „Gerichte über den Tellerrand geschaut“! Das hier ist kein abgefahren-ausgefallenes Gericht vom anderen Ende der Welt – so weit weg ist Österreich nun wirklich nicht!
Trotzdem war es für mich schwierig herauszufinden, ob ich dieses Gericht so nachkochen kann, wie es für mich damals geschmeckt hat. Eine Premiere für mich war dieser Kaiserschmarrn auch. Da musste ich fast 30 werden, bevor ich mich an dieses Lieblingsessen selber gewagt habe.

Hier ist meine Version des Kaiserschmarrns! Den Pflaumenröster habe ich in Ermangelung frischer Zwetschgen mit Pflaumen versucht – was auch superlecker war! Die Zubereitung habe ich mir bei Petra von Chili und Ciabatta abgeschaut. Das absolut gelingsichere Rezept für das feine Vanilleeis habe ich von Brunhilde Concini.

Kaiserschmarrn zum Niederknien mit Pflaumenröster und Vanilleeis

Kaiserschmarrn zum Niederknien mit Pflaumenröster und Vanilleeis

Zutaten für sechs Personen als Dessert bzw. drei Personen als Hauptgericht:

Für den Kaiserschmarrn:
180 g Mehl
375 ml Vollmilch
6 ganze Eier (Größe M)
1 Vanilleschote
1 unbehandelte Zitrone
Prise Salz
50 g Zucker
Puderzucker zum Bestäuben
3 EL Butter

Für den Pflaumenröster:
0,5 kg Pflaumen
75 g Zucker
1/2 Zimtstange

Für das Vanilleeis:
500 ml Sahne
1 Vanilleschote
200 g Zucker
6 frische Eigelb (Größe M)

Zubereitung:

Für das Vanilleeis die Vanilleschote aufschlitzen und das Mark herauskratzen. Die Sahne in einem Töpfchen mit dem Mark und der ausgekratzten Schote einmal aufkochen. Die Eigelbe und den Zucker mit dem Schneebesen schaumig schlagen. Die lauwarme Vanillesahne zur Zucker-Ei-Masse geben und gut vermengen. Die Masse in die Eismaschine geben und für ca. 60 Minuten gefrieren.

Nach der Gefrierzeit in der Eismaschine ist das Eis schon relativ stabil, hat aber eher noch eine Softeiskonsistenz. Ich bereite das Eis daher etwas frühzeitiger zu, sodass es noch 2-3 h ins Gefrierfach kann, so lassen sich schönere Kugeln formen. Alternativ kann das Vanilleeis auch am Vorabend bzw. Morgen zubereitet werden und im Gefrierfach auf den Kaiserschmarrn warten.

Für den Pflaumenröster die Pflaumen waschen, entsteinen und vierteln. In einem ausreichend großen Topf den Zucker karamellisieren und die Pflaumen, sobald das Karamell hellbraun wird, zugeben. Die Zimtstange ebenfalls zugeben und gründlich rühren, sodass das festgewordene Karamell wieder schmilzt. Die Pflaumen ziehen enorm Saft, sodass sich das Karamell komplett auflöst. Sobald die Masse dickflüssig-stückig ist die Zimtstange herausfischen und das Kompott in sterile Schraubgläser füllen. So verschlossen gelagert, ist der Pflaumenröster konserviert.

Für den Kaiserschmarrn die Eier trennen. Die Schale der Zitrone dünn abreiben. Das Mark der Vanilleschote auskratzen. Das Mehl und die Milch mit einem Schneebesen glattrühren.
Nun zur Milch-Mehl-Masse die Eigelbe, das Vanillemark und die Zitronenschale zufügen und alles gut verrühren. Die Eiweiße mit dem Salz und dem Zucker zu steifem Eischnee mit dem Handrührgerät schlagen. Den Eischnee vorsichtig unter die Teigmasse heben, sodass alles schön fluffig ist.

Zwei große Pfannen mit etwas Butter erhitzen und den Teig eingießen, sodass die gesamte Fläche bedeckt ist.

Kaiserschmarrn

Nun die Kaiserschmarrn goldbraun braten und vorsichtig mithilfe von zwei Pfannenwendern wenden und auch auf der anderen Seite braten.

Kaiserschmarrn

Anschließend mithilfe von zwei Gabeln die Schmarrn zerreißen, den Rest Butter zugeben sowie großzügig Puderzucker darüberstäuben, sodass die Schmarrnfetzen von allen Seiten noch etwas karamellisieren können.

Kaiserschmarrn

Den Kaiserschmarrn auf Tellern mit dem Eis und dem Pflaumenröster anrichten und servieren.

Guten Appetit!

4 Kommentare

  1. Ich liebe Kaiserschmarrn. Den gab es bei mir auch erst vor zwei Wochen wieder. Selbstgemacht nach einem südtiroler Rezept ist er einfach unschlagbar lecker. 🙂
    Allerdings hatte ich ganz klassisch Apfelmus dazu, aber ich denke, das nächste mal probiere ich deine Plaumenröster, denn das klingt auch richtig lecker.
    Liebe Grüße
    Julia

    • Hi Julia,
      mit Apfelmus ist ganz sicher auch sehr fein! Aber ich wollte die „volle Dröhnung“ 😉 Der Pflaumenröster ist wirklich superlecker und vor allem ziemlich easy zu machen! Berichte mal wie er dir schmeckt!
      Liebe Grüße,
      Eva

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