Herzhafte Birne aus dem Rotwein-Gewürzsud im Quinoamantel – vegetarische Knaller-Vorspeise

Kaum aus dem Urlaub zurück, stellt sich bei mir das „weihnachtliche Gefühl“ trotz mittelamerikanischen 30 Grad und gefühlt 100 % Luftfeuchtigkeit noch am Anfang dieser Woche doch sehr zügig ein. Ich bin ja ein großer Weihnachtsfan und war daher ganz aus dem Häuschen, dass ich auch dieses Jahr wieder bei DEM kulinarischen Adventskalender der lieben Zorra ein Türchen befüllen darf.

Und ja: Das ist DER Adventskalender. Nicht nur, dass es ganze drei sehr coole Verlosungen on top gibt (die 1. Verlosung läuft noch bis heute, also direkt mitmachen!), so wartet doch jeden Tag ein wirklich tolles Rezept hinter jedem einzelnen Türchen. Also, ab gehts und gleich mal durchklicken. Schon bevor ich selber Teil des Adventskalenders war, fand ich ihn schon klasse und ein echtes Highlight in der Adventszeit!

Aber hier geht es jetzt natürlich nicht nur um den Kalender an sich, sondern auch um mein Rezept bei Türchen Nr. 10.

Kulinarischer Adventskalender 2017 - Tuerchen 10

Ich habe mir extra dafür eine sehr feine und mehr als feiertagstaugliche Vorspeise überlegt. Nämlich einen echten Knaller. Pochierte Birne kennt man von der bekannten „Birne Helene“ in Kombination mit Schokolade. Sehr lecker. Aber süß kann ja jeder ;-).

Meine Birne ist aber in dieser Vorspeise der Star (nicht nur optisch ;-)). Sie wird in einem Rotwein-Gewürzsud pochiert und bekommt eine schöne Farbe, wird überraschend gefüllt mit einer pikanten Creme und bekommt dann noch für den Biss eine Hülle aus gepufftem Quinoa. Die herzhafte Birne aus dem Rotwein-Gewürzsud thront auf einem Salatbett und läutet so ganz locker-leicht ein schönes Menü ein.

Birne aus dem Rotwein-Gewürzsud

Eine feine vegetarische Einleitung, die aber auch (bei Bedarf) easy sogar zu veganisieren ist. Beim Testessen waren wir so begeistert von dem Birnchen, dass ich es euch unbedingt zeigen muss.

Das ausführliche Rezept gibts weiter unten und wer noch nicht sein Essen über die Feiertage bis ins kleinste Detail durchgeplant hat, dem sei das Rezept schwer angeraten ;-)…

In meiner Kindheit war Weihnachten (wie auch heute) ein absolutes Highlight. Ich fieberte den Weihnachtstagen förmlich entgegen und war so ungeduldig. Ich konnte kaum die Bescherung erwarten. Meine Schwester und ich wurden einige Zeit vor der Bescherung immer auf unser Zimmer geschickt. Dort wurde nochmals wild spekuliert, was denn unter dem Baum an Geschenken liegen würde und ob das Christkind auch ja unseren Wunschzettel berücksichtigen würde. Das klassische Klingeln des Glöckchens verkündete alljährlich, dass dann der Zeitpunkt der Bescherung gekommen war.

Damals fragte ich mich, wie wahnsinnig schnell das Christkind wohl fliegen können müsse, dass es das Glöckchen noch läuten könne, das ja direkt neben dem Christbaum stand, wir in der nächsten Sekunde aus dem Kinderzimmer stürzten, die Treppe hinunter und es trotzdem in keinem Jahr zu Gesicht bekämen. Es war mir ein Rätsel. In einem Jahr meinte ich im letzten Moment noch durch die Milchglastür des Wohnzimmers eine sehr schnelle Bewegung wahrzunehmen, aber es war nichts zu machen. Zu gern hätte ich doch die goldenen Locken und die großen Flügel einmal gesehen.

Irgendwann hatte ich meine Eltern im Verdacht, da die Finger mit im Spiel zu haben, aber das Glöckchen stand ja IM Wohnzimmer und meine Eltern stets mit uns vor der geschlossenen Tür, die sie immer nur nach uns zur Bescherung betraten. Sie konnten also unmöglich damit etwas zu tun haben.

Einige Jahre später (und nachdem ich nicht mehr an die Geschichte mit dem goldgelockten Mädchen glaubte) fragte ich meine Mutter wie sie denn das Glöckchen habe läuten können. Verschmitzt präsentierte sie mir ihr Zweitglöckchen, das sie in der Küche aufbewahrte. Ich war fassungslos.

Aber nun viel Spaß beim Nachkochen und euch noch eine wunderbare Vorweihnachtszeit!

Birne aus dem Rotwein-Gewürzsud

Herzhafte Birne aus dem Rotwein-Gewürzsud im Quinoamantel

Zutaten für 8 Personen als Vorspeise:

Für die Birnen:
8 feste kleine, nicht zu reife Birnen (z.B. Abate Fetel)
ca. 1,5 l trockener Rotwein (z.B. St. Laurent)
4 Lorbeerblätter
8 Wacholderbeeren (getrocknet)
8 Pfefferkörner (schwarz)
1 TL grobes Meersalz
2 Sternanis
3 Nelken
2 große Zweige frischer Rosmarin
5-7 Zweige frischer Thymian
70-90 g gepuffter Quinoa (zum Ummanteln der Birnen)

Für die Füllung:
150 g Ziegenfrischkäse (alternativ: Frischkäse)
2 EL gehackte, gemischte Kräuter (Petersilie, Schnittlauch, Basilikum, Thymian – je nach Vorrat/Geschmack)
Pfeffer aus der Mühle
Salz

Für den Salat:
200 g gemischter Babyleaf-Salat (Sauerampfer, Babyspinat, Senf, Rucola, etc.)
2 EL Olivenöl
6 EL Granatapfelessig
1 EL Honig

Zubereitung:

Anmerkung: Die Birnen sollten einige Stunden oder sogar am Morgen oder Vorabend zubereitet werden. Die Birnen dürfen nämlich gerne noch (gekühlt) in dem Sud ziehen – so wirds noch farbiger und aromatischer!

Zunächst den Sud für die Birnen vorbereiten: Hierzu den Rotwein in einen ausreichend großen Topf geben, sodass alle Birnen hineinpassen und auch möglichst bedeckt sind. Die Lorbeerblätter, Meersalz, Sternanis, Nelken, Rosmarin und Thymian in den Topf zugeben.

Wacholderbeeren und Pfefferkörner mit der flachen Messerseite eines großen Messers etwas anquetschen und dann ebenfalls in den Topf werfen. Den Rotweinsud nun einmal aufkochen lassen.

Nun die Birnen vorbereiten. Mit einem Kerngehäuseausstecher von unten das Kerngehäuse vorsichtig ausstechen. Lässt es sich nicht gleich lösen, mit einem kleinen Trick arbeiten. Hier ungefähr abschätzen wie tief der Ausstecher gearbeitet hat und hier dann mit einem kleinen Messer tief einstechen, sodass das Kerngehäuse von innen gelöst werden kann. Den kleinen Schnitt sieht man später nicht mehr und so ist die Birne ausreichend ausgehöhlt um sie später zu füllen.

Sämtliche Birnen mit dem Sparschäler schälen, jedoch die Stielansätze nicht entfernen. Auf jeden Fall zuerst das Kerngehäuse lösen und dann schälen: Eine ungeschälte Birne hält sich deutlich stabiler in der Hand ;-).

Bonus: Wer es besonders tricky auf dem Teller anrichten möchte, behält jeweils das Kerngehäuse und schneidet bis auf ca. einen Zentimeter vom Blütenansatz unten (sozusagen als „Verschluss“) das Innere weg. Die Blütenansätze bzw. Birnenverschlüsse werden später im Sud mitpochiert (für die Farbe) und nach dem Füllen der pochierten Birne einfach wieder aufgesetzt – so bemerkt man die Füllung der Birne erst beim Anschneiden.

Die Birnen nun vorsichtig in den Rotwein-Gewürzsud gleiten lassen und sanft ca. 1/2 Stunde köcheln lassen (nicht sprudelnd…!). Die Pochierzeit hängt ein bisschen von dem Reifegrad der Birnen ab, da die ja nicht matschig werden sollen. Sobald die Birnen weich sind, das Ganze vom Herd nehmen und abkühlen lassen.

Den Frischkäse mit den gehackten Kräutern mischen und salzen und pfeffern. Den Frischkäse dann in einen kleinen Gefrierbeutel (oder Spritzbeutel) geben. Den Salat putzen, waschen und gründlich abtropfen lassen. Aus Olivenöl, Essig und Honig ein Dressing mixen und über den Salat geben. Den Salat vermischen, sodass die Blätter benetzt sind.

Die Birnen vorsichtig aus dem Sud nehmen und kurz abtropfen lassen. Die Birnen salzen und pfeffern. Die Birnen nicht zu lange an der Luft stehen lassen, da sie sonst nicht mehr feucht genug sind und die Quinoapops nicht mehr so gut haften.

Birne aus dem Rotwein-Gewürzsud

Die Birnen nun zügig von unten mit der vorbereiteten Frischkäsefüllung füllen. Hierzu eine Ecke des Gefrierbeutels abschneiden und die Öffnung in die ausgehöhlte Birne stecken.

Nun in eine Schüssel den gepufften Quinoa geben. Die gefüllten Birnen nun nacheinander im Quinoa wälzen, sodass sie überall bedeckt ist.

Den Salat auf Tellern anrichten und die Birnen darauf drapieren.

Anmerkung: Die Birnen können pochiert und sogar schon gefüllt mit dem Frischkäse abgedeckt im Kühlschrank schon vorbereitet sein, bevor die Gäste kommen. Nur der Quinoamantel sollte erst kurz vorm Servieren gemacht werden, da dieser sonst leicht aufweicht und matschig werden kann.

Tipp: Das ist ein vegetarisches Gericht, das jedoch bei Bedarf auch sehr leicht veganisiert werden kann: Hierzu auf veganen Rotwein zurückgreifen, das Salatdressing statt mit Honig mit Agavendicksaft süßen und die Birnen mit einer anderen Füllung versehen. Ich habe bei einem veganen Kochabend mal mit fermentierten und dann pürierten Cashewkernen in einer pikanten Creme experimentiert, was uns sehr gut geschmeckt hat!

Kulinarischer Adventskalender 2017

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8 Kommentare

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  2. Hallo Eva,
    ….ja, ja das Glöckchen 🙂
    Auch für meine Schwester und mich war das immer ein großes Rätsel. Da muss ich doch meine Mutter glatt mal fragen, ob sie auch 2 davon hatte.
    Danke für das wirklich auch dekorative Türchen. Sieht sehr toll aus und wenn ich an Ziegenkäse, Rotwein und frische Kräuter denke, bekomme ich direkt Appetit 😉

    Liebe Grüße
    Sylvia

    • Hallo Sylvia,
      Mütter scheinen da so ihre Tricks zu haben ;-). Vielen lieben Dank! Freut mich immer sehr, wenn mein Essen Appetit macht!
      Liebe Grüße und dir ein schönes Wochenende,
      Eva

    • Hallo liebe Zorra,
      das ist SO lieb von dir! Okay, ein bisschen angeberisch ist der Titel, aber nicht nur die Optik, sondern auch der Geschmack hat uns überzeugt ;-). Falls ich ihm mal doch begegnen sollte, schick ich dir ein Foto – die Hoffnung nie aufgeben!
      Und VIELEN Dank, dass ich wieder ein Türchen befüllen durfte!
      Liebe Grüße,
      Eva

  3. Liebe Eva,
    die Birne ist echt ein Hingucker und dann ist die ja auch noch gefüllt! Sehr schöne Idee, die wir auf jeden Fall mal testen werden.
    Viele Grüße aus Ye Olde Kitchen
    Eva und Philipp

    • Hallo ihr Zwei,
      vielen lieben Dank! Es würd mich sehr freuen, wenn ihr mir berichtet wie sie euch dann beim Verzehr gefällt :-).
      Liebe Grüße,
      Eva

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