Döner auf indonesisch

Des Deutschen liebstes Fastfood? Am besten aus der Hand zu essen? Tja, da kämen natürlich diverse Burgerketten in Frage oder aber auch die Frittenbude, aber ganz klar in jeder Stadt und überall zu finden ist: Der Döner-Imbiss. Von Gourmets verachtet, weil es ja nur „Fleisch im Fladenbrot“ wäre, spornte mich gerade an dieses beliebte Streetfood mal indonesisch zu pimpen. Klingt abgefahren? War es auch!

Dass ich auf solch eine verrückte Idee erst komme, lag daran, dass Claudia von dinner um acht hier zum Blogevent der Extraklasse aufrief: Kreiere ein Gericht, das „Streetfood“ und „Sambal“ (indonesische Würzpasten in allen Varianten) auf leckere (und ungewöhnliche) Weise vereint! Das ist also mein Beitrag für dieses grandiose Event. Ich liebe die asiatische Küche und es war wirklich spannend mich speziell mit der indonesischen Küche einmal vertraut zu machen, mich an Neues heranzuwagen und es einfach zu versuchen…

Tja, ich habe den Gewürzschrank einmal auf links gedreht, mich vom Asia-Lädchen meines Vertrauens und vom Wochenmarkt nach Hause totgeschleppt. Klingt jetzt nicht so, aber ich hatte einen riesigen Spaß! Okay, loben darf man sich ja nicht, aber dieser „Döner“ war richtig lecker!
Nachdem ich „fertig“ experimentiert habe, sah meine Küche aus wie ein mittleres Schlachtfeld und die Nachbarn dürften beim Betreten des Hausflures vermutet haben, sie hätten sich in eine asiatische Garküche verirrt, aber ich war am Ziel 🙂

Gewonnene Erkenntnisse so ganz nebenbei:

  1. Noch nie habe ich meinen Granit-Mörser mehrfach während des Kochens spülen müssen, da ich ihn für unterschiedliche Dinge benötigt habe.
  2. Selber ein Sambal zu machen ist tatsächlich machbar und lecker ist es auch noch.
  3. Sehr scharfe Chili sollte man wirklich immer (!) mit Handschuhen schneiden. Jaja, ich weiß, ein alter Hut. Sorgt dennoch immer wieder für Tränen.
  4. Koriander kann auch sehr lecker schmecken.
  5. How-to-klapp am besten Fladenbrot.
  6. Wie bekomme ich Kurkuma-Farbe am besten wieder von Brett, Händen, Arbeitsfläche und Co.?Zutaten Döner auf indonesischDöner auf indonesisch

Zutaten für zwei Personen:

Für die Pfannenfladenbrote:

200 g Weizenmehl
1 TL Fenchelsamen
1 TL Koriandersamen
1/2 TL Pfefferkörner
1 TL Kurkumapulver
Salz
100-200 ml Wasser
3 EL Sesamöl

Für das Fleisch:

300 g Lammfilet oder Lammlachse
3 EL Sesamöl
3 Frühlingszwiebeln
4 cm frischer Ingwer
1 EL Currypulver (scharf) zum Abschmecken
1/2 TL Salz
100 ml Orangensaft-Direktsaft
200 ml Kokosmilch
1 TL zerstoßene Pfefferkörner (Mischung aus schwarzer Pfeffer, Kubebenpfeffer, grüner Pfeffer, rosa Beeren)
1/2 EL brauner Zucker
2 Stiele frisches Zitronengras
1 rote Paprika
1/2 reife Mango

Für das Erdnussknusper:

1 handvoll geröstete, ungesalzene Erdnusskerne
2 EL Zucker
1/2 TL Salz
Prise Paprikapulver (rosenscharf)

Für das Chili-Kokos-Sambal:

1/2 frische Kokosnuss
1 scharfe, rote Chili
1 Limette (Schale der ganzen Limette und Saft von einer Hälfte)
1/2 TL Pfefferkörner
1/2 TL Salz
1 frische Tomate
1/2 Schalotte
1/2 TL brauner Zucker

Für das Topping:

4-5 (je nach Größe) frische Okraschoten/ladyfingers
8-10 Stiele frischer KorianderDöner auf indonesisch

Zubereitung:

Für das Sambal das Fruchtfleisch der Kokosnuss auskratzen. Das hat bei mir am besten mit einem zweckentfremdeten sehr stabilen Zestenreißer funktioniert. Die Chili von den Kernen befreien und sehr fein schneiden.
Die Schale der Limette dünn abreiben (ohne die bittere weiße Schale) und eine Hälfte der Limette auspressen. Die Tomate vom Stielansatz und den Kernen im Inneren befreien und in sehr feine Würfel schneiden. Die Schalotte schälen und in kleine Würfel schneiden.
Nun in einem Mörser die Pfefferkörner zerstoßen und dann die feuchten Kokosraspel, die Chili, die Limettenschale und den Saft, das Salz, die Tomate, die Schalotte und den braunen Zucker zufügen. Alle Zutaten gut mit dem Stößel verreiben, sodass sich die Zutaten gut verbinden. Bis zur weiteren Verwendung abgedeckt kühlstellen.Kokos-Chili-Sambal

 

Für das Erdnussknusper den Zucker in einer Pfanne karamellisieren. Die Erdnusskerne zugeben mit Salz und Paprikapulver würzen und schnell vermengen. Die Karamellmasse auf Backpapier streichen und abkühlen lassen. Sobald das Karamell fest ist mit einem scharfen Messer grob hacken und beiseite stellen.

Die Frühlingszwiebeln waschen, putzen und in sehr feine Ringe schneiden. Den Ingwer schälen und sehr fein hacken. Das Lammfleisch in mundgerechte Stücke schneiden und in einer Pfanne mit Sesamöl anbraten. Nun das Currypulver zugeben und vorsichtig salzen. Mit dem Orangensaft und der Kokosmilch ablöschen und bei niedriger Flamme köcheln lassen. Das Zitronengras putzen, schälen und sehr fein hacken. Die Paprika waschen, von Stiel und Kernen befreien und in Würfel schneiden. Die Mango schälen und ebenfalls in Würfel schneiden.
Nun zum Lammfleisch das Zitronengras, die Paprika, den braunen Zucker und den zerstoßenen Pfeffer geben.

Für die Fladenbrote nun die Fenchel- sowie Koriandersamen und den Pfeffer in einem Mörser zerstoßen. Aus dem Mehl, den zerstoßenen Körnern, dem Kurkumapulver, dem Salz, einem Esslöffel Sesamöl und etwas Wasser einen glatten Teig herstellen und zügig kneten. Nur so viel Wasser zugeben, dass der Teig geschmeidig bleibt.

Zum Lamm nun die Mangowürfel zugeben.
Die Okraschoten waschen (durch Reiben etwas vom Flaum befreien) und dann in dünne Ringe schneiden. Die Korianderblättchen von den Stängeln zupfen und fein hacken. Beides beiseite stellen.
Aus dem Teig zwei Kugeln formen, diese ausrollen und in einer Pfanne mit dem restlichen Sesamöl zu dünnen Fladen beidseitig in jeweils 2-4 Minuten ausbacken.

Nun die Fladenbrote mit zwei Esslöffeln Kokossambal (pro Fladen) ausstreichen, mit dem Lammeintopf füllen und zusammenklappen. Auf die indonesischen Döner nun noch das Erdnussknusper, die Okraschotenringe sowie den Koriander streuen und sofort servieren.

Guten Appetit oder wie ich lernte Selamat makan!

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